Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1872)
- Date
- 1872-10-22
- Page
- Seite 844 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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844wenstHer CoUmissionSantrag angenommen weÄe/ darin komme es so weit, wie der Kirchenrath Maier jetzt schon sage,, daß , der Staat keines Christentums.mehr bedürfe. JchtW MGott Lob noch nicht,so. weit. Das Judenthum' sn al^ solches innerlich unvereinbar mit dem Christenthume. Das Volk habe noch so viel Gottesfurcht, daß eS Juden und Christen nicht in einen unterschiedslosen Atti...zusastMöMührM.^ u.^s.w. < Wohin soll ~]$ mit^eiiÄ Volke' kommen, dessen Uligion gleichgültig geachtet werden soll? — ruft der Red- ' Zur Wahl? " (Eingesandt.) Herr Dr. Oskar Wächter wird u. A. auch von Juden als Candidat empfohlen. Wenn den Betreffenden die Schamröthe bei dieser Empfehlung nicht über das Haupt kommt, so müssen sie nicht wissen, oder vergessen Haben, daß Herr Dr. Oskar Wächter noch vor wenigen Jahren^ als W^eordnete? des! Pezhcksx Herrenberg, sich in gehässigster Weise gegen die Einräumungder vollen staatsbürgerlichen und bürgerlichen Rechte an Juden ner mit Wehmuth; hier handle, ^si^ Mt^hlyssM; ein Herzogthum wie Schleswig - Holstein, sondern um ein Heiligthum. Sodann wendet er sich gegen die Sonntagsvergnügungen, Unzucht und Verführung zur Anzucht. Wje^Mne daß WM^ein^. wenst.unsere alten trefflichen Bestimmungen über Sonntagsheiligung von der Obrigkeit selbst nicht strenger festgehalten werden? Die Ar- Menversorgung. beruhe wesentlich auf der Gemeinschaft des Glaubens, daher sei eine gemeinschaftliche Fürsorge für -Juden und Christen nicht zulässig. Wie solle es gehen, wenn der Oberamtmann, Ortsvorsteher, Schulmeister in einem christlichen Bezirke Juden seien? Dem Volke dürfe auch das Recht nicht entzogen werden, von einem Juden den alten gewichtigen Judeneid zu verlangen." ' . ■ . Ueher die Ehe zwischen Christen und Israeliten äußerte er sich nach derselben Quelle „kurz und gut" folgendermaßen: „Ein Mensch soll nicht um eines Weibes willen seine Religion aufgeben. Dem weisen Salomo macht Redner ein Recht aufeine Oberamtsrichter stelle nicht streitig, ab er Sa lomo w a r e, wenn er heutzutage lebt*, ein Christ. Wenn ein Forstmann.Nadelholz auf Laubholz pflanzen wollte, um die Gegensätze im Walde auszugleichen, wie würde man einen solchen Forstmann nennen? Dasselbe sei bei der Judenehe der Fall. Und wie soll es erst den armen Kindern gehen? Es würde eine neue Race von Menschen erzeugt, die man bisher in Würtemberg gar nicht gekannt-hat."--.- -Ist ein solcher Mann in einer Zeit, in welcher sich die öffentliche Meinung und das Gerechtigkeitsgefühl des Volkes auf's Entschiedenste dagegen sträuben, daß irgend ein Staatsbürger um seines religiösen Bekenntnisses willen beeinträchtigt und zurückgesetzt werde, würdig unsere Stadt zu vertreten? . apsgespMcheu hat, „Hje. müssen vergessen haben, daß Herr Dr. Oskar Wächter, der jetzt für die obligatorische Civilehe schwärmt, eine Ehe zwischen Juden und Christen mit dem „Pfropfen von Nadelholz auf Laubholz" verglichen hat. Sie müssest vergessen hübest, Haß Herr Dr. Oskar Wächter von denjenigen Juden, welche nicht alle Ge- und Verbote des alten Testaments und des Talmud zu halten gewohnt sind, in spöttischer Weise nur immer von „Reform juden" in der Kammer sprach. Wissen Das aber die Juden und empfehlen doch Einzelne Derselben den Herrn Dr. Oskar Wächter als Abgeordneten, so scheinen die Betreffenden — für das pietistische Christenthum reif zu sein: die Edlen reichen dem Feinde, der sie auf die Wange schlägt, nicht blos die andere, sondern sie lieben den Nebenmenschen Oskar Wächter mehr als sich selbst, und ihr Weib, und ihren Sohn, und ihre Tochter. Wählet, Ihr Glaubensgenossen! Herrn Dr. Wächter in die Kammer, und schlaget für das künftige hiesige Rabbinat den Herrn Prälaten Kapff als Rabbiner vor. Ein Jude. Zum Capitel der Wahrheit. Herr Dr. Oskar Wächter veröffentlicht folgende Erklärung: „Befreundete Israeliten wünschen, nachdem abgerissene Sätze aus meinen vor neun Jahren in der Kammer gehaltenen Reden von meinen Gegnern verwerthet werden, um den Vorwurf der Intoleranz zu begründen, ich möge hierüber mich öffentlich aussprechen. Ich erkläre daher, daß ich den Israeliten alle bürgerlichen und staatlichen Rechte, welche irgend den christlichen Confessionen zustehen, im vollsten Umfange zu spreche. Ich darf mich'wohl auf das Zeiigmß des hochangesehenen Herrn Gemeinderath und Oberkirchenvorsteher Dr. Ad. Levi; sodann deS Herrn Bänamer H vchberger und aller -derjenigen