Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 43 (22.10.1872)
- Date
- 1872-10-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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36. Jahrgang. Allgemeine *m: 43 Zeitung -es Zn-enthums. y;>'f (n ' / , I Ein unparteiisches Organ füp affes jüdische . -n . . Heraus ge'g eben von:-, - - Vtt'? m.1t ■' u .. •ra.3 Rabbiner vr. Ludwig Philippfon mBonn. ' ' ' . - .... Leipzig, den 22. October 1872. r , ,; Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2*/2 Bogen. 'Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Bierteljährig 1 Thlr. Jnserocke werden' mit 2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS-Expeditionen nehmen Bestel- Umgen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat fich daS König!. Sachs. Haupt-Zeitnugs-Bureau unterzogen. "ft IT VI •i ii'jfh'/t'fü! 3 n halt. QtiUntt Artikel r Ein interessanter Wahlkampf. — Diplomatische Actenstücke der Nordamerikanischen nnd der Französischen Regierung.— Literarischer Wochenbericht: Gr. Beeskerek. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Bonn, Fürth, Düren. — Oesterreich i sch -ungarische Monarch! e: Pest, Prag, Aus dem Tokajergebirge. — S.chw eden: Gothenburg.— Donaufürstenthümer: Jassy.— Amerika: New-Aork. —Nachtrag: Ostrowo, Aus dem Tokajergebirge. Feuilleton - Beilage r Die neue (orthodoxe) Synagoge in , Pest. — Joel Ansbach aus Metz. — Vermischtes. Leitende Artikel. Ein interessanter Wahlkampf. Stuttgart, 11. October. / Die Wahl eines Abgeordneten für die würtembergische Ständekammer der Residenzstadt Stuttgart gab in den jüngsten Tagen Veranlassung zu starker Polemik in den verschiedensten Tagesblättern. Der Candidat der nationalen Partei iss der.Stadträth ibr. Oskar Wächter- R. A./ Sohn des berühmten Rechtslehrers in Leipzig; der sogenannte freie Wahlverein, die demokratische reichsseindliche Clique, hat als ihren Candidaten den Rechtsanwalt N i e 1h a mm e r ausgestellt. Beide Parteien suchen nun. die israelitischen Wähler für sich zu gewinnen und veröffentlichens verschiedene: Wahlmanifeste, i die als ein Zeichen , wie man von beiden Seiten aus -die Stimmen der Juden speculirt, hier mitgetheilt werden! Der Bevbachter berichtet: Herr vr. Oskar Wächter und das Israelitengefttz. Beim Durchblättern alter Jahrgänge des Beobachter« ist mir auch ein charakteristischer Zug des frommen Mannes in die Hände gekommen, den die Stuttgarter zu ihrem Vertreter wählen sollen. 9m December 1863 wurde unter Anderem, der Zeitverhältnisse und schleswigholsteinischen Wirren halber nicht wie vielleicht sonst beachtet, der Gesetzentwurf betr. die b e weglichen Rechtsverhältnisse der israelitischen Glaubensgenossen in unserer Kammer berathen. Dabei spielte Herr Wächter eine Hauptrolle. Er war der Einzige der gegen daS Princip deS Entwurfs stimmte, daß die Israeliten in allen bürgerlichen Verhältnissen den'gleichen Gesetzen unterworfen sein, wie! die übrigen Staatsangehörigen, die gleichen Rechte zu genießen und die gleichen Pflichten und Leistungen zu erfüllen haben sollen. Er motivirte dies nach dem Berichte des Beobachters folgendermaßen: . „Wächter wünscht die öffentliche Stellung des Christentums gewahrt, die Confessionsschulen, ■ den ■ christlichen Eid, an / der Hochschule könne keine israelitische Facultät verlangt werden, manche Gemeindeämter müssen dem Christenthume erhalten werden. Der Cvmmisfionsantrag wolle die Juden" befreien, aber neben der Freiheit müsse auch Ordnung sein, .sonst wäre sie Anarchie und Umsturz. DaS Christenthum sei zwar so stark, daß es auch die Pforten der Hölle überwinden könne, aber