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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-15 · Heft 42 (15.10.1872) · p. Seite 841

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 42 (15.10.1872)
Date
1872-10-15
Page
Seite 841 (sequence 19)
Language
German
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841 kuugsvpll tritt pn zweften Planp W Zug W Muryphators aus den.Staubwolken heraus.! Wie schimmert das Gold der Bundeslade und das w.ejße G.ewand des geraubten Mädchens aus den gedrängten Masten! Wie richtig sind Licht und Schatten Der,all verheilt! Einer der ersten lebenden deutschen Maler Hat uns in diesem Werke Etwas geliefert, .was kein Anderer so wie er zu leisten vermag." Bendemann zeigt durch seine Gemälde,, daß er, weit davon entfernt, seinen jüdischen Ursprung zu vergessen oder zu verläugnen, vielmehr seinem Volke ein warmes, ja begeistertes 'Herz bewahrt hat. Ein so lebensvolles und tief ergreifendes Bild, wie das eben geschilderte, kann nur der innigen Theilnahme an dem Geschicke und dem Leben der jüdischen Nation entsprungen sein.*) Die übrigen religiösen Gemälde, die wir Hier anzuführen haben, bleiben meist weit hinter dem Bendemanns zurück. Das Beste ist von Bernhard Plockhorst: „Der Kampf des Erzengels Michael mit dem Satan um den Leichnam d.es Moses". Der Körper des großen Propheten, von Lichtgsanz umstrahlt, wird von Engeln hmaufgetragen. Der Satan, in Gestalt eines Drachen, will sich JeNes bemächtigen, weil er zornig den ägyptischen Vogt erschlagen hatte. Aber Michael schreckt den Bösen mit feurigem Schwerte zurück. Unten liegt der Berg Nebo, von dem eben Moses entrückt worden ist. Das Auge schweift Der die syrisch-arabische Wüste, das rothe Meer, im äußersten Hintergründe die Berge Aegyptens ■— den Schauplatz' von Mose's Thaten. Das Gemälde, nach einer midraschischen Legende entworfen, zeichnet sich durch glücklichen, großartigen Aufbau der ganzen Gruppe aus; nur möchten wir es tadeln , daß der Satan dem feurigen Schwerte des Erzengels zu nahe kommt, so daß es aüssieht, als ob er sich wirklich den Rachen an demselben verbrenne. Gesicht, Haltung und weiße Gewandung Michaels, der Hauptfigur, sind etwas gewöhnlich und conventionell, reizend und srisch dagegen die kleinen, mit dem Körper des Moses aufschwebenden Engel. Der Ausdruck auf des schlummernden Propheten Antlitz ist der ruhiger Majestät und Würde. Trefflich ist die harmonische, meisterhaft abgestimmte Colorirung. Stever schildert „Adam und. Eva an der Leiche! Abels". An dem Mare, auf welchem noch das Opfer \ Abels raucht, liegt dieser entseelt hmgestreckt. Adam beugt sich klagend Der den Leichnam des Sohnes, Eva - kniet jammernd daneben. Bon der letztern hat man freilich nur die Seitenansicht, und dabei hält sie d,as Antlitz in den Händen vergraben. Das Ganze ist recht' eindruckslos. Adam ist ein alter Mann, Eva eine noch *) Die älteren Leser dieses Blattes erinnern sich noch der Begeisterung, welche in den 30er Jahren Bendemann's „trauernde Juden" und „Jeremias aus den Trümmern von Jerusalem" hervorbrachten. Das vorliegende Bild schließt sich diesen an und macht daraus eine hochzuschätzende TrüoKe. R-edaetip«. jugendliche Frau M MhljchM Mqxe, wie jp„ Andere. Die Farbengebung D eheMlls e.W 'UjvM liche. Der Künstler bezeichnet.das Bild als Me Fgrhenskizze, die .er später in Lcheusgröße auszuführen Dedesite. Wir möchten ihm gerade nicht dazu rMen, Zu dem unbedeutendsten Gemäldey der .ganzen Ausstellung gehören aber F. Ach ü'b e.rM '„MMoaH's.Md .seines Weibes Opfer, durch den Enges des Herrn" und „Hagar und Jsmael, durch den Engel vyr Per-WMchten .gerettet". Auf dem Exstern sehen w.ir WgyoH Ußsten dem Mar knüen, sein Weib hrngew.orsen; Wer Men schwebt in einer Aureole der Engel mit LeseMe^r Sacket, der.en Kedeutung M uicht recht Msehey.. Das g-nze ist M stacht mit MöWlMer Dgs M.e.ite hex erwähnten 'Pildex ist zu unbedeutend Md Ws, um hier wefter erwähnt zu werden. Viel anziehender' sind einige AenregemUH, He .in frischer und pikanter Weise Sceyen aD dem MdssrM jüdischen Leben darstesten. Friedrich s.en schstdGjl uD den /,Freitagnachmittag in dem Audenchextel.zu Mste'xdam". Den Mittelp.unct des Bildes nimmt eju Mer jüdischer Schuster ein ., eifrig mjt dem Ausbeffern vpn Stiefeln beschäftigt, P.ie ihm vpr Wabb.ath,anfgW junge Mädchen und Kinder von.allen Seiten .hrjngem Daneben Pacht Me alte Frau schon He .mauuichfgcheu Drötzelwaareu zusammen, He sie in der Woche jMeboten HM. Eine enge Straße Mt h.oheu Häusern, Ms -deren Fenstern trpckrwnde Msche. Myert, Mde,t He .SfMech. W ist gerade nicht das triumphirende, auf ge.iMgW Gebiete oder in Gold Md Silber glänzende Israel, daß uns hier vorgeführt wird. Wehmickh Dp Mthehrny«'.lagern auf den scharf und doch Keineswegs DerlxieW HsirM tercsirten Gesichtern. $ur der Me Schuster -ylkt^ rötlichem Antlitze ist vergnügt bei seiner Arbeit, undneben ihm der kleine blondhaarige Knabe, der eben mit einem Paare verbesterungsbedürftiger Stiefel heranspringt. Interessant und richtig ggMch äst wie Wiedergabe der so verschiedenen und doch wieder im Ganzen einheitlichen Mischen Mpey. .Recht lobeuswexth ist..auch .ein Aquarell.vpu ferner .„Juden au hex Klagemaper bechyd". Der schon glteKeMsiMp.ist erfolgreich MgeftWt Drch dje Dretzlichkeft Md steheflswahMt -der AeichMW, durch He MaMichfaltigkeit m Ausdruck, Mpus Mp .KlssidMg der einzelnen Wer. M Alters-, Mdunas- Md G.e- MschaDclaffen, alle Völker dex Et.de find hier pextMey : Me und PMer, Westeuropäer Md Afrikanex. sinkt, voy Whxu.yg Md Schmerz DermanH, WineD MsMMM/ prWM her Archen, mehr ruhig.Mp pflichtgemäß die Klagelieder durMetet, dex Writtp wasWMe Whr Ms Neugier zu betrMM Mint. - - P try.owFks, Hr M Madp MeFOeuxe MAfolg bearbeitet, hat dieses Mal m dem „-Gehet dir Israeliten zur Zeit des Neumondes" weniger Bedeutendes aMert. Mer dem, MM, Hohey Käufern eng ge- KgeM WMofe geht eben die dünne Sichel des

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