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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-15 · Heft 42 (15.10.1872) · p. Seite 840

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 42 (15.10.1872)
Date
1872-10-15
Page
Seite 840 (sequence 18)
Language
German
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, und die Familie Meyerheim; aber Juden, so viel wir önffcn, keine. Wenn wir die Ausstellung in d. Bl. dennoch erwähnen, so geschieht es um der Werke Een, die sich aus Mische Geschichte oder Misches Leben" beziehen. Der Zahl nach nicht Viele, enthalten sie doch einige der besten Nummern der Ausstellung. Den ersten Rang dem Künstler wie dem Kunstwerke nach nimmt ohne Zweifel das große 'Bild Eduaaid« B e n d e m a n n's ein, „Die Wegführung der Juden in die' babylonische Gefangenschaft". - Ich erlaube mir, hier die Beurtheilung desselben durch einen unserer nstsy KuZst-i kenner, Professor Alfred Woltmann, einzuschalten. „Den Mittelpunkt der großen Composition nimmt die Gestalt des Propheten Jeremias ein, der än Trauer versunken dafitzt. Er hatte gegen den Widerstand gepredigt, er hatte sypvhergeschen, was der Erfolg des jü-- dischen Aufstandes sein wMe, und Mn -st erfüllt , was - er prophezeit hat. In dem zweiten Plane des Bildes? zieht König NeWMeM rymitten Mßs stMeichen^ Heeres auf dem TrUrmphwagea' ,eucher, Mädchen mit' Palmenzweigen ihm zur Seite, wg» Hinter .ihm der ge-- blendete König bar Juden an der -Spitze Mnes Volkes.! Da werden die Heiligthümer des Tempels, da wird die! goldglänzende Bundeslade fortgeschleppt, und die rohe! Gewalt schlägt das unglückliche Volk zu Boden. Bor! dem" Propheten wud Mem Schüler Oaruch., Her zu seinen Füßen kniet, liegt der erschlagene Sohn des Juden- -kbmgs, und Aber ihm die.Leiche seines Kirrd.es. Wir - scheu mit diesen Sprößlingen »des Herrscherstammes die ganze Bl-äthe und Jugendkrast des jüdWen Volkes v^- nichtet. Rechts eine Gruppe fliehender und jammernder Weiber mit ihren Kindern, .links die Letztep des wegzichenden Volkes- Welche den Propheten -schmähen und ihm fluchen, indem sie ihn Mr dev Verräther des Vaterlandes halten. Er Mer hält aus auf den TrümuiHm des -zerstörten Jerusalem! Es spiegelt sich M seiner Haltung und -in seinen Zügen das -tiefste innerliche Erleben all -dieses Jammers, und zugleich das Aare BewußtM Dessen, daß der Ausgang -kein .anderer sein ckonnte, Md in dieser Trauer über das Unglück seines Volkes, das . m vorher-sah, läßt er nun den Ha,ß ,mch die Zoru.esworte seiner verblendeten Stammesgenosseu über »sich ergehen!! Diese- -Composition ist Etwas Anderes, Etwas .Höheres, als Bendemanns frühere Bilder aus der .jüdischen -Geschichte. Wieder bildet der Schmerz um die . Niederwerfung der Nation das -Thema; -aber aus'dem . bloß -Elegischen ist der Gegenstand in das Dramatische - .erhoben. Der Vorgang -entwickelt .sich m vollster Klarheit ivor unseren Augen, -die Handlung, .dje-pophorMg, . -wild -und fveMch, ww werfen einen Mick W dcvS KMmende, und Alles, was,der gegenwärtige Augenblick -an bedeutenden und künstlerisch darstellbaren Momenten -in sich ifaßt, -.entfaltet .sich an dem Memälve. Von Men -Gruppen wird der Mick .aber amme-r wieder zu -.per rHauptgestatz, zu dem- Mophstsn am.-Vordergrunds jZU- .rückgeMvt, wie -baffM-MMmck. WstlMz alles Schmerzes und Unglücks enthalt, welches diese Katastrophe des Mischen Volkes m sich,faßt. VonBendemayn HO «man seirM gcyrzen AWur und -seiner..Vergangenheit mach kein GeschichtKbckd streng realistischen Gepräges zu erwarten, in seinem Gemälde waltet-idealer Stil. Wir sehen an jeder Stelle das künstlerische Bestreben ächt monumentaler Gruppirung, sorgfältigster Durchbildung Mer Krippen und Linien walten. Wie glücklich sondern sich die beiden Pläne des Gemälves! Wie vollendet baut sich die Frauengruppe zur Rechten aast Das sorgfältigste Abwägen, das strengste Durcharbeiten waltet in jedem Zuge! Dennoch hat das Gemälde dadurch nicht an Wahrheit und Unmittelbarkeit der Wirkung verloren. Menu may es.mit den realistischen Geschichtsbildern der französischen -und der belgischen Schule, mit den W.erke.n Adolph Menzels pergleicht, so findet man auch bei allem zugespitzt Dramatischen des dargestellten Momentes Mlmex Mch M KKwiW UehMviegen des repräsentirenden.MmeM, ahex Mt Mhr, M dem Charakter des Künstlers Md si.iues nMmesien ist. Wie, sein unp richtig BeZdemarm dabei pje .Gränze innegehalten hat, wird uns vor Allem klar, wenn wir seine CompMion Mt den großen.kaKbMchon Schöpfungen vergleichen. D.ie Moxzüge der,se.l-hen sind .vielleicht aus Bendemann nicht ganz ohne Einfluß gebl.iebey. Die glänzende Fähigkeit^ reiche Gruppey zu chew ält.MN und in einen edlen Schwung der Linie hineinzufügen, wie sie Kaulbach bei seinem »ersten Auftreten in -ungeahnter Weise entfaltete, hat auf B.en^NMn gMirtt, aber er nst von den Schwächen m'p Ausartungen dertgulbachschW Richtung freigebMen. .Sp M pje EflMppMn, H groß die Zahl der Figuren auch ist, so finden wir doch keine willkürlich he.r.beigrzpgeflen, Mr -auf em g^sir-eiches Spiel oder auf einen blendenden EMt be.rech.neM Wisoden. Was wir sehen,, .ist MWMM dient überall dem Ganzes, Pas M M »oMnMen ruhig und abgeschlossen ist. Auch in der Zeichnung 'ist Bendemann dem berühmten Schöpfer der Wandbilder M neuen Museum vollständig überlegen. Hiex finden WM Mt jene conventioMen Majey^ die großMg, WZ, schwungvoll zu sein schMen, g.bß.r Zeipp exMe Prüfung aMhalten; nirgend ist die Form flüchtig und schablonenhaft behandelt; höMeZs M MzeckNM FMM Me Ach m Anklang an jene AMerMjeit <desOest.chtDMbruM wahrnehmen, welche -hxi KaZlbZch häusig dje Köpfe zu bloßen Masken mach,, ß. W M.Wd^ M W in der Gruppe rechts an daß Gewand der Mutter klammert, und bei dyn.geraubM jvM Hei dey.Kriegern ganz M .RgM b.es .KWes, wW ptM Zuch-Me Partie die schwächste, des O.ayM üsi. Am Wpigey .aber sind die reichen EinzeMbey d.ex ..Cpmp.oMon siMg Zollkommen beherrscht und durchdrungen, und auch m der ganzen DMMuMeise^ -jn per Aechisik, jm F.apbeMortrage zeigen sich bedeutende- SpxtfchMe. Ms.Mßpofle,Etwas gedämpfte EysWt M Ml^M-äß. Me Ar Mn die : Hauptfiguren des MrhkMuMß. hMor.! M wir-

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