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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-15 · Heft 42 (15.10.1872) · p. Seite 833

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 42 (15.10.1872)
Date
1872-10-15
Page
Seite 833 (sequence 11)
Language
German
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tttfö'tn <ben Provincialständen s owie als Präsident-der : Handelskammer eine rühmliche bürgeEche Wirksamkeit j bethäügt hat, ist in den Senat gewählt worden. Er! ist der erste Israelit in Holland, 'der in dieses holj ländische Ober- oder Herrenhaus eingetreten ist.? Donallsürstmlhümer. Bonn, 30. Sept. Die „Rumänische Post." sucht die Auswanderung der Juden aus Rumänien, die, wie wir in Nr. 39 auseinandergesetzt habe-, so unbedachterweise in Vorschlag gebracht worden ist, zu vertheidigen. Ihre Gründe sind schwach; denn die Verheißung, daß durch die Verminderung der Juden im Lande das: Volk gegen die Zurückbleibenden besser gesinnt sein und die Regierung ihnen Rechte bewilligen würde, ist so problematisch, daß man mit den besten Gründen auch : das Gegentheil behaupten kann. Sie sagt, daß 2000! Familien zum Auswandern bereit seien. Vorausge-! setzt, daß es sich so verhält — denn wo fänden sich : jetzt Auswanderungslustige? — so wären Dies ungej führ 10,000 Köpfe, für welche pro Kopf die „Rum.! Post" (vor vierzehn Tagen noch 500 Frcs., jetzt) 18 j Napoleonsd'or Reisegeld fordert. Dies würde also^ eine Million Thaler erfordern. Und was wäre hier-; durch erreicht? Statt 250,000 Juden würden 240,000 : in Rumänien wohnen. Was wäre hiermit bezweckt?' Gar Nichts, als daß die Herren Rumänen auf die zurückgebliebenen Juden losschimpfen und zu Zeiten losschlagen würden, warum sie nicht auch fortgingen.: Wir können die „Rum. Post" nur ersuchen, die ganze Sache fallen zu lassen. — Einstweilen häuft sich der rumänische Spott auf die Auswanderungsangelegenheit und die ,,Rum. Post" erzählt selbst: „Eine neue Spende für die Auswanderung der Israeliten! Herr I. Bulgarul offerirt: 2000 Stück Knoblauch, 100 Oka Zwiebel und 100 Rettige, „um sich daran apf der Reise zu erfrischen." Bonn, 7. Oct. (Privatm.) Wir haben im Leit- : artikel in Nr. 39 offenrnüthig unsre Ansicht über die: projectirte Auswanderung der Juden aus Rumänien ausgesprochen, ohne selbstverständlich den Verdiensten ' Derer, welche sich um die Verbesserung der'Lage unsrer Glaubensgenossen in diesem Lande eifrig bemühen, ir-j gend -zu nahe zu treten. Der Artikel hat in den betref- - senden Kreisen selbstverständlich einige Aufregung hervorgerufen. Wir verdenken es nun der 's ehr verdienten' „Rumänischen Post" -durchaus nicht, wenn »sie in ihrer Situation näher auf dengedachten Artikel einzugehen und die Widerlegung desselben zu versuchen nicht vermag. Allein -sie 'kann doch nicht glauben , uns -durch eine Notiz in ihrem „Briefkasten" irgendwie wirklich widersprochen zu haben. Sie sagt: „L.... Gal atz. Wir haben den betreffenden Artikel in der „A. Z. 'd. I." gelesen, und wiewohl wir die größte Achtung vor den Ansichten jenes gelesenen Blattes haben, so ist der Herausgeber doch in diesem Falle entweder falsch unterrichtet oder er hat nicht'genug drei nichtige Puncte erwogen: 1. Auf welcher Basis hin wurde die Anfrage an die Regierung ^gerichtet? 2. Was ist die wahre materielle Lage'? und 3. Was ist der Wunsch der großen Mehrheit der rumänischen Israeliten? — Die umfassende. Kennt-mß dieser Puncte läßt uns nicht zögern, die Ansichten der „A. Z. d. I." für irrig zu halten." Auf solche Weise widerlegt man die tatsächlich begründeten Argumente nicht, -daß das Projeet Weder ausführbar, noch dem eigentlichen Zwecke entsprechend, und jedenfalls, ohne eine faktische -Unterlage in bereits vorhandenen Mitteln, voreilig an die -rumänische Regierung gebracht sei. Auch eine Zuschrift des Herrn Generalconsuls Peixotto, mit welcher er uns einen Abdruck zweier an ihn gerichteten Zuschriften aus Bottuschan übersandte, enthielt keine Belehrung. Denn wenn ihm vier Männer aus dieser Stadt schreiben, daß 1678 Personen auswandern wollten, wenn ihnen die Mittel dazu geboten würden, so 'haben -wir nicht. daran gezweifelt, daß es auch in Rumänien eine Anzahl Leute giebt, die zur Verbesserung ihrer materiellen Verhältnisse auf Kosten Anderer auswandevn möchten. Ob aber durch die Entfernung einiger Tausend Juden aus Rumänien die politischen und. bürgerlichen Verhältnisse der zurückbleibenden Hunderttausende irgend geändert würden, und ob die Mittel selbst für -einige Tausende zu beschaffen wären, das ist .es, Was wir bezweifelten, ja verneinten. Rußland. St. Peteröbmg, im Septbr. Es darf unzweifelhaft als ein Beweis der steigenden Wichtigkeit, «welche 42*

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