Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1872)
- Date
- 1872-10-15
- Page
- Seite 828 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Literarischer Wochenbericht: Gothenburg, 1. Och Zu den in meiner „muhammedanischen Eschatologie" angeführten Parallelstellen ausder Haggada sei es mir gestaltet, eine hinzuzufügen, die sich auf's Unzweideutigste als Quelle erkennen läßt, nämlich zu Seite 12, Zeile 2 ff. Es sind dies die Worte in Pirke R. Elieser C. 14: inisL bra -rtf W'iyi« bw iwiab n^rr hm üizrn rrn->DE bSKUi yps ,-pb? NV1273 nas ■;35> pbnoii öw Nvr-Ii) 1^» vmDit w .(pbV?3 -naan Rabbiner vr. Wolfs. 3 e itungsu achrichteu. Deutschland. Berlin, 2. Octbr. Die „Kreuzzeitung", die bekanntlich ihre intime Stellung zum Ministerium längst verloren, hat ihre Redaction gewechselt. Diese ist von einem Herrn von Nathusius-Ludom übernommen worden. Wir charakterisiren diesen Mann unseren Lesern wohl am Besten durch Wiedergabe einer Besprechung in der „Nationalzeitung" vom heutigdn Datum. Es heißt daselbst: „Die meisten Leser, welche einmal eine Broschüre des Herrn von Nathusius-Ludom kennen und schätzen gelernt haben, werden daraus einen unbestreitbaren Vortheil ziehen, nämlich den, daß sie nie eine zwrite Broschüre von demselben Verfasser lesen werden. Ein Journalist kann sich diesen Vortheil, wie sehr er ihn auch zu schätzen weiß, nicht zu Nutze machen, und so haben wir nach den Schriften über konservative Partei und Ministerium, und über die neue Kreisordnung auch die in diesen Tagen bei Puttkammer und Mühlbrecht hier erschienene Schrift des neuen Redacteurs der „Kreuzzeitung": „Die Civ i leh e, Vortrag, gehalten auf der berliner Pastoralconferenz den 30. Mai 1872" soeben genießen müssen. Das Gerede von der französischen Revolution, durch welche die. Sünde von Neuem in die Welt gekommen ist, und welche nun unseren Christenstaat sammt der uns von. Gott gesetzten, leider aber auf die nationalliberale Partei gestützten Regierung immer mehr aufsaugt, ' um einen Judenstaat an die Stelle zu setzen, klingt uns noch in den Ohren, an welche nun mit erbarmungsloser Monotonie die Phrasen von der Civilehe als einer „revolutionären, entsittlichenden und kirchenfeindlichen Institution", von der jüdischen „Civilisationsbarbarei", von dem „neuen liberalen Denkshstem", der „modernen Denk- und Willenskrankheit" re. rc. anschlagen. Aus unserer Literatur und Tagespresse waren die Stahl-Leo-Gerlachschen Phrasen schon so schön im Verschwinden begriffen; junge Leute glaubten nicht mehr an sie, und wehr und mehr gewöhnte man sich an eine nüchterne, pragmatische Betrachtung der Dinge, die in den Parteirichtungen und der Zeitentwickelung das Berechtigte mehr aufzufinden, als ein einfaches Verdammungsurtheil zu fällen sich bemühte. Und da tritt nun eine verjüngte und verwässerte Auflage des Herrn von Gerlach wieder auf, übernimmt die „Kreuzzeitung" und kaut Alles, was Rundschauer und Monatsberichtler (Leo) früher geleistet haben, jetzt unerschrocken und meist in Gänsefüßchen wieder. Das ist hart! Dem Leser kann ganz weh zu Muthe werden, und mit dem Gefühle der Wehmuth mischt sich nur das des Unmuths über die geistige Süffisance, mit welcher der in Leo und Gerlach gestählte Verfasser dem in andern Richtungen sich bewegenden wissenschaftlichen Denken und Arbeiten gegenübertritt." Hierauf folgt eine Besprechung der gedachten Broschüre, auf die wir Hier nicht einzugehen brauchen. Zum Schluffe fügt die „N.-Z." noch eine Notiz über den bekannten Cumpan des Herrn von Nathusius hinzu: 1 „Herr Goedsche, welcher seit 11 Jahren denCalender „für den preußischen Volksverein" herausgiebt, erhebt in dem Calender für 1873 laute Klage über den Zustand der konservativen Partei. „Die conservative Partei, sagt er, hat weder verstanden rechtzeitig vorwärts zu gehen, noch rechtzeitig Widerstand zu leisten. Es fehlt ihr an frischem Blute". Eine vereinte feste Organisation der Partei sei nöthig gegen die drei Feinde des Staates und der Familie, „den Judaismus, den Jesuitismus und den Communismus." Aber „die conservative Partei hat keine Organisation mehr, sie ist uneins, unklar, zerfallen, sie nimmt augenblicklich nicht die Stellung ein, die ihr