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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-08 · Heft 41 (8.10.1872) · p. Seite 807

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 41 (8.10.1872)
Date
1872-10-08
Page
Seite 807 (sequence 5)
Language
German
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Graf AndrLssy an Baron Schlechta in Bukarest. Telegramm. Wien, 13. Februar 1872.. Ich billige,- daß Sie an dem Collectivschritt desConsularcorps aus Anlaß der Excefse von Kahul theilgenommen haben.- Wir sind erfreut , zu sehen, daß die Regierung entschlossen scheint, die Untersuchung energisch fortzuführen. Graf AndrLssy an Baron Schlechta in Bukarests Telegramm. Wien, 27. Marz 1872. Nach Privatnachrichten glauben die Israelitensich zu Ostern von neuen Verfolgungen bedroht- und besorgen, daß die von den Behörden getroffenen Maßregeln unzureichend sein würden. Sagen Sie der Regierung, wir vertrauten ihr, daß sie vorkommenden Falles die nöthigen Maßregeln zu treffen wißen werde. Graf Andrässy an Baron Schlechta in Bukarest. Telegramm. Ofen, 8. April 1872. Nach Ihrer telegraphischen Anzeige vom 3. d. M. scheint der englische Generalconsul in Bukarest von seinem Cabinete gemessene Weisungen in der Israelitenfrage erhalten zu haben. Hier eingelangte Privatnachrichten melden auchdaß die „Alliance Jsra6lite" von Seiten der deutschen Regierung die Zusage erlangt habe, sich in Bukarest dafür verwenden zu wollen, daß den bei den jüngsten Gewaltacten in der Moldau benachteiligten Israeliten eine Entschädigung zu Theil werde. Sie sind ermächtigt sich eventuell einem solchen Schritte anzuschließen , wobei Sie jedoch zugleich der fürstlichen Regierung unser volles Vertrauen in ihre Gesinnungen und ihre Thatkraft zu erkennen zu geben hätten, welche sie, abgesehen von jeder äußeren Einwirkung, bestimmen' werden, den berechtigten Ansprüchen der Israeliten Befriedigung zu gewähren. Empfangen rc. re. Graf AndrLssy an Baron Schlechta in Bukarest. Telegramm. Wien, 23. April 1872. Obwohl die Capitulationen uns berechtigt hätten, gegen die Aburtheilung des Rabbiners Alter Brandes durch die rumänischen Gerichte Einsprache zu erheben, so unterließen wir dies dennoch, um der Regierung keine Schwierigkeiten zu bereiten. Allein wir sind, berechtigt zu fordern, daß derselbe gegen Caution auf - freien Fuß - gesetzt, und im Civilspitale so lange verpflegt werde, bis das Gericht erster Instanz sein Urtheil gesprochen hat. Wird er nicht freigesprochen, so haben Sie sich dahin zu verwenden, daß er begnadigt werde.. Graf AndrLssy an Baron , Schlechta . Ln. Bukarests j Telegramm. Tißa-Lwcz, 1: Mai: 1872. ' Es ist meine Absicht, daß Sie. auf unverzügliche Freii laffung des Verurteilten dringen: Will man'die Sache vor den Caffationshof bringen,- so willigen wir nur unter; der Bedingung darein, daß die Freisprechung gesichert ist und von weiteren gerichtlichen Verfolgungen abgestanden - wird. ■ Baron Schlechta an Graf AndrLssy. Telegramm. Bukarest, 3. Mai 1872. ■.. Rabbiner Alter Brandes und Mitbeschuldigter Gold- Schläger wurden vom Fürsten begnadigt und gestern , Abends in Freiheit gesetzt. Graf AndrLssy an Graf Beust in London. Auszug. Wien, 21. Juni 1872. Wie Ew. Excellenz ohne Zweifel bekannt sein, dürfte, hat sich die königliche englische Regierung an mehrere Cabinete mit der Absicht gewendet, zu Gunsten der wiederholten Verfolgungen, in den Donaufürstenthümern ausgesetzten Israeliten in Bukarest gemeinschaftliche Vorstellungen zu erheben. Mittelst Zuschrift vom 13. April theilte mir der Botschafter Ihrer britischen Majestät den Umstand, mit, daß englischerseits das fürstliche Gouvernement vor den ■ Gefahren gewarnt worden sei, welche die dortigen Js-; raeliten gelegentlich der damals bevorstehenden Paffahfeier bedrohen müßten, wenn die gegen sie öfters vorgebrachten Verdächtigungen und Anschuldigungen' wegen angeblichen Gebrauches von Christenblut bei. den Osterceremonien von Neuem wieder austauchen sollten. Hierbei, stellte Sir Andrew Buchanan der k. k. Regierung die Erwägung: anheim, ob sie es nicht im Interesse der Menschlichkeit für zweckmäßig erackte, eine ähnliche Verwarnung an das fürstliche Cabinet zü richten. In meiner mündlichen Beantwortung dieses Ansinnens konnte ich mich zu der Ansicht nicht bekennenals, wäre der vorgeschlagene Schritt geeignet, die persönliche Sicherheit der -Israeliten in der Moldau-Walachei wirksam zu fördern.! Ich glaubte vielmehr annehmen zu müssen, daß eine derartige Einflußnahme Seitens der Mächte vom den; ' Gegnern der Landesregierung, unter denen die Unruhe-; stifter zu suchen sind, leicht als ein von Außen, geübter Druck dargestellt werden könnte. In diesem Falle wäre 'denn auch thatsächlich zu besorgen, daß die in den Augen! . der: Umsturzpartei, zu einer diplomatischen Bevormundung ■ der Loealhehörde gewordene fremde Verwendung zu Gunsten,;der israelitischen Bevölkerungselemente im.Landen den:

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