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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-10-01 · Heft 40 (1.10.1872) · p. Seite 794

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 40 (1.10.1872)
Date
1872-10-01
Page
Seite 794 (sequence 12)
Language
German
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■ Kowno, im August. (Privatwitth.) Es verdient auch in diesen Blättern die schöne Thatsache mitgetheilt zu werden, daß der Fürst Obolenski, unser Gouverneur, für mehrere jüdische Kinder 'das Schulgeld gezahlt hat. Dank dem hochherzigen Menschenfreunde, der dadurch nicht allein lernbegierigen und talentvollen Kindern den Schulbesuch ermöglicht, sondern namentlich durch sein edles Beispiel der religiösen und gesellschaftlichen Toleranz die segensreichsten Dienste erweist. Grodno, im Aug. (Privatmitth.) Von der russischen Uebersetzung des Machsor, welche unser Rabbiner, Herr Horwitz, herausgegeben hat, sind von dem in St. Petersburg bestehenden „Verein zur Verbreitung der Bildung und Cultur unter den Juden Rußlands" mehrere Exemplare angekauft worden. Wilna, im Septbr. Laut officieller Mittheilung wohnen .hier gegenwärtig 47,373 Juden — unter denen 25 Karaiten —, die 5 Synagogen und 71 Betschulen besitzen. — Wie der „Russische Invalide" meldet, befinden sich unter den in diesem Jahre ausgehobenen Recruten, die insgesammt 192,151 betragen, 1090 Juden. Moskau, Ende August. (Privatwitth.) Großes Aufsehen und allgemeine Bewunderung erregt auf der hiesigen Ausstellung die von unserem berühmten Glaubensgenossen, dem Bildhauer Herrn Antokolski, während seines Aufenthaltes in Rom angefertigte Colossalstatue Peters des Großen, deren Ueberführung und Aufstellung in den Ausstellungsräumen der Künstler persönlich geleitet hat. Die öffentlichen Blätter überbieten sich in Lobsprüchen über die geniale Auffassung und Ausführung dieses neuesten Werkes des Herrn Antokolski, welches das Interesse der Kunstkenner um so mehr auf sich lenkt, als es überhaupt zum ersten Mal jenen Schöpfer der russischen Macht zur Darstellung bringt. Ostindien. Bombay, im Mai. (I. Ehr.) Die Grundsteinlegung zum Bau der neuen höheren israelitischen Schule fand am 3. Mai' statt. Die Kosten belaufen sich auf 60,000 L. St. Sir Albert Sassoon Hat 15,000 L. St. zur Errichtung dieser Schule beigetragen. Die Herren David Sassoon und Comp, haben der israelitischen Gemeinde zu Bagdad die Summe von 50,000 Frcs. zum Bau einer angemessenen israelitischen Schule zur Verfügung gestellt. Palästina. Jerusalem, im August. Am 18. August, als am Geburtstag des Kaisers von Oe streich, hat dort die Einweihung der Synagoge „Tifereth Israel" stattgefunden. Wie seiner Zeit erwähnt wurde, hatte der Kaiser, als er sich auf der Fahrt nach dem Suezcanal in Jerusalem aufhielt, den Bau dieser Synagoge besichtigt und einen Beitrag zu demselben gespendet. Bei der Feier waren der östreichisch-ungarische Generalconsul und sämmtliche Beamte des Consulats, sowie selbstverständlich sämmtliche Rabbiner und Vorstände der Gemeinde anwesend. Das Fest schloß, nachdem in dem strahlend erleuchteten Tempel eine Reihe von Chorälen gesungen worden war, mit einem Gebete für den östreichischen Kaiser. Nachtrag. Fürth, 23. Septbr. (Privatm.) Die seit längerer Zeit schwebende Frage wegen Einführung der Orgel in hiesiger Hauptsynagoge (Altschule) ist nunmehr zu Gunsten derselben entschieden worden. Man hatte aus Opportunitätsgründen davon abgesehen, aus Gemeindemitteln die Kosten aufzubringen; diese würden von einem hierzu bereits constituirten Comits gedeckt werden. Die Orgel wird bis künftigen Peßach aufgestellt werden. Somit wäre der Gottesdienst, zu dessen Verherrlichung an Feiertagen bisher Chor mit Musikbegleitung mitwjrkte, ein geregelter, den Ansprüchen der Zeit entsprechender, ohne daß dabei zu befürchten wäre, daß durch die Einführung dieses Instruments ein'größerer Zwiespalt zwischen den Leiden Parteien, eine Gefahr für die Einheit der Gemeinde entstehen werde, welche Gefahr bei etwaiger Anschaffung der Orgel aus Geweindemitteln nicht unwahrscheinlich hätte sein können. Unsre Gemeinde hatte dieser Tage einen schmerzlichen Verlust um ein würdiges Gemeindeglied. Herr

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