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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-24 · Heft 39 (24.9.1872) · p. Seite 771

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 39 (24.9.1872)
Date
1872-09-24
Page
Seite 771 (sequence 9)
Language
German
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'■ v,3fc Vorstand Md heaüftragt, daß derselbe eine Del'egirtenv'ersammlung berufe, behufs Organisation des Jsraelitenbundes in' Deutschland und behufs Feststellung seines Verhältnisses zur ^.llianee isra&ite universelle. Als Delegirte sollen fungiren &) die Abgeordneten der hauptsächlichsten Localcomitss der ^llianoe isra&ite universelle in Deutschland; bj Vertrauensmänner nach freier Wahl des Vorstandes; c) der Vorstand hat die Vorarbeiten für diese Organisation in geeigneter Weise den Delegirten zur Kenntniß zu bringen; ä) die etwa zur Ausführung nothwendigen Gelder werden dem Vorstand zur Disposition gestellt; e) die Generalversammlung bevollmächtigt den Vorstand, dem von der Versammlung der Delegirten aufgestellten Statute Namens des hiesigen Zweiges beizutreten." Es ist demnach sehr zu wünschen, daß dieser Gedanke recht weite Verbreitung und eine kräftige Ausführung finde. Denn man kann nicht verkennen, daß die Alliance in den letzten Jahren an Ausdehnung nicht gewonnen, dagegen an innerem Zusammenhänge und an Energie verloren hat. Sie hat die Initiative aus den Händen fallen lassen, und so wie die verschiedenen Localcomitss nach Belieben auftreten und verfahren, so sind auch für einzelne allgemeine Zwecke, z. B. für Persien, Rumänien u. dgl., besondere Vereine und Comitss entstanden. Unter diesen Umständen ist der Bestand der Alliance gefährdet, wie denn eine halbe Sache nicht einmal die Hälfte einer ganzen ist. Jndeß ist nicht zu verkennen, daß das Werk, welches das berliner Localcomits unternommen, mit nicht geringen Schwierigkeiten verbunden ist. Danzig, 6. Sept. Bei der Säcularfeier in Marienburg wird außer der evangelischen Geistlichkeit und dem katholischen Clerus auch das jüdische Rabbinat vertreten sein. Auf Aufforderung des Centralcomitä's sind demselben von der gesammten israelitischen Geistlichkeit drei Rabbiner, und zwar die Herren Wall er st ein (Danzig», Caro (Dirschau) und Iacobse n (Marienwerder) präfentirt worden, die nun auch Einladungen zur Theilnahme an den feierlichen Acten erhalten haben. (Man sieht, es ist auch in Preußen anders geworden!) Frankfurt am Main, 10. Sept. (Privatmirth.) Zu den vielen wohlthätigen Stiftungen, welche die hiesige Israelitische Gemeinde bereits besitzt, ist gegenwärtig eine neue gekommen, Kelche der hiesige Rentier Herr Louis Mayer Maas mit einem Fonds von 30,000 Gulden begründet, die auch bereits die kaiserliche Bestätigung erhalten hat. Der Zweck derselben spricht sich am besten in dem § 1 des Statutes aus, der also lautet: „Die andurch unter Vorbehalt der obrigkeitlichen Bestätigung mit dem in § 2 gewidmeten Fonds von mir begründete Louis Mayer Maas'sche Stiftung zu Frankfurt am Main hat den milden Zweck und die Aufgabe, dahier oder in dem Umkreise von vier Stunden lebenden israelitischen jungen Leuten die Wohlthat eines für sie geeigneten Unterrichts zu verschaffen, wenn sie ohne diese Beihülfe desselben völlig oder zum Theile entbehren würden. Demgemäß ist in erster Linie für den Schulunterricht solcher Knaben und Mädchen durch Gewährung des Schulgeldes und der Lehrmittel (Bücher, Papier u. dgl.) zu sorgen; jedoch können auch die Mittel für Ertheilung von Privatunterricht an einzelne junge Leute zur Ergänzung ihrer Ausbildung und in besonders dringenden Fällen für Bestreitung der Kleidung und des sonstigen Unterhalts, oder Beiträge zu dem einen oder anderen Behufe gewährt werden. Etwaige Unterstützungsgesuche von Seiten meiner Anverwandten, wenn diese sonst qualificirt erscheinen, empfehle ich der Administration zu besonderer Berücksichtigung." In § 7 ist noch bestimmt, daß, falls das Bedürfniß für eine zweite israelitische Schule allhier eintreten sollte, die Einkünfte der Stiftung hierzu mit verwendet werden dürften. Die Bestimmungen über die Verwaltung sind mit vieler Einsicht getroffen worden. Bonn, 15. Sept. (Privatmitth.) Wir haben früher wiederholt aus den officiellen statistischen Tabellen den Nachweis geführt, wie überaus günstig der Besuch der höheren und mittleren 'Schulanstalten seiten der jüdischen Jugend ist, in welchem außerordentlichen Verhältnisse er die Frequenz derselben Anstalten seitens der christlichen Bevölkerung übersteigt. Wir haben daher höchstens von Zeit zu Zeit nachzusehen, ob sich dieses Verhältniß auf derselben Höhe erhalte. Dazu geben uns die im Augustheft des „Centralblattes für die gesummte Unterrichtsverwaltung in Preußen" veröffentlichten Tabellen über das Sommersemester 1871 Veranlassung. Wir ziehen daraus kM das Resültait, 39

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