Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1872)
- Date
- 1872-09-24
- Page
- Seite 770 (sequence 8)
- Language
- German
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i Davids Blütthäten. ' Die Vö Davrds ist ein prie'sterlich-äbsolutisüscher Verstoß 'gegen die alten'Volksgesetze;'''die -Pest ist in Wahrheit ein Volksaüfstand/ der mikvielem Blutvergießengeftillt wird. Die Priester werden cthe'r von Salomo vor/ den Kopf gestoßen, da er die , Darbringung det Gebete und Opfer ihnen äbnähm; deshalb verursachen sie nach seinem Tode den Abfall 'der zehn' Stämme vom Hause ' David. Indeß bald wchden die Priester mit den Zuständen im Reiche Israel -noch unzufriedener als mit denen in Juda. Belobt wird - zumal in den' von Priestern verfaßten Büchern'der Chronik nur der,- welcher sich unbedingt Jehovah d. h. der Priesterschaft, seiner Repräsentantin/ Mebt. Gegen die Priesterschaft entstehen neue gewaltige Feinde in den mehr freisinnigen, tief religiösen Propheten (vgl. Jes. 1, 11). Ein Ausgleich zwischen Herr'Gegnernwurde durch das neue, im heutigen fünftenf Büch'Mose enthaltene Gesetzbuch erledigt, welches der/Hohepriester Hilkias mit Hülfe des Jeretnias (!) äbfaßte; und als ein im Tempel gefundenes Werk des Moses dem Könige Josias vorlegte. Jndeß dieses gute Einvernehmen dauerte nicht lange; gegen Ende des jüdischen Reiches verfiel die Priesterschaft ganz in ägyptisches Wesen." Das alte Priesterthum endigte in dem Hohenpriester Seräja mit einem Anhänger des äghpüschen'Cültus; wie es mit einem'solchen (Ahron) begönnen hätte.- Esra, der an hierarchischer Gesinnung ,und Heldenkraft mit Papst Gregor VH. verglichen wird/und' Nehemia richten den Priesterstaat wieder auf,'der'noch von dem letzten Propheten (Maleachi) bekämpft wirdi' Aber nicht nur die Propheten , auch die Philosophen, wie die Verfasser der Bücher Koheleth und Sprüche; waten den Priestern Feind. Diese suchten der beginnenden Neigung zum Philosophiren mit dem Buchetziöb zu begegnen, indem es die Schwäche menschlicher' Weisheit, die Unerforschlichkeit des göttlichen Wesens-'ünd der göttlichen Weisheit darthat. Auch unter der Fremdherrschaft dauerte das Priesterregiment fort; das demokratische Sanhedrin ein Priesterregiment! Wrr sehen'/ der ' Geschichtsforscher Menzel versteht es trotz' dem besten Theologen , in die Schrift hineinzulesen, was er gern heraüslesen möchte. Er hat dazu aber auch -seine guten'Gründe; denn da er dem Judenchume sonst nichts übles nachzufagen vermag/ so muß doch die l Theokratie dasselbe' als^ dem Ehristenthume Äiferieurbezeichnen/'-Escheißt' da (S. ,141f.): „Jn'cher christlichönliKirche' ist öurch ' die Kraftdes'von ihreM Stifter ausgehenden, in alle Wahrheit leitenden Geistes ein neues Feld der - Wirksamkeit aufgethan, wenn... die den Sehern des alten Bundes ohne eigenes volles Verständnis verkündigte Zukunft aufgeschlossen wird- Im Judenthume aber, wo die Auslegung dem Dienste der Gebräuche sich zuwendete, ... verstummte in der dumpfen Luft der Schulweisheit der Mund der dichtenden Sage (und die Haggada?); und unter dem Drucke eines kunstvoll angelegten Ceremonienwesens gestaltete sich die Fähigkeit und Empfänglichkeit für lebendige Anschauungen des göttlichen Waltens zu der Meinung und Neigung, den Unendlichen durch Denkzettel und Schaufäden zu ergreifen" rc. Als Erfüllung des ganzen wird uns dann (S. 195) verkündigt: „Während die dürftigen Ueberreste des jüdischen Priesterstaates ihrem Untergange zueilten, erhielt der Glaube an den lebendigen Gott und die Hoffnung auf die den Gerechten von ihm verheißene Beglückung, die seit der Rückkehr aus dem Exil in den Gemächern der Nation auf der Grundlage des alten Jehovaglaubens sich befestigt hatte/ durch die Stiftung der christlichen Kirche einen neugeborenen veredelten Leibe." Offen gestanden, wir begreifen nicht recht,' weshalb der treffliche Wuttkeäns' hier ein Werk mittheilt, dessen Auffassung und Ausführungen nach den Forschungen der letzten vier Jahrzehnte als wissenschaftlich historische durchaus nicht mehr gelten können. Dr. M. P. Zeit un gs nachrichte u. Deutschland. Berlin, 8. Sept. (Privatmüth.) Wie wir bereits mehrere Male untgecheilt haben, beabsichtigt das hiesige Localcomite der Alliance isräilite universelle eilte Delegirtenversammlung aus ganz Deutschland im November e. hier abzuhalten. Der Zweck l dies er Versammlung soll sein, diesem Verbände in Deutschland eine größere Ausbreitung und zugleich eine festere Organisation zu geben, sowie das Berhältniß zum Centralcomits zu Paris fest zu stellen: - Desfalls abgehaltene Generalversammlungen haben' am 6. Juni v. dem Beschlüsse eine bestimmte Fassung gegeben: Diese lautet wörtlich folgendermaßen :- ----- i:;