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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-17 · Heft 38 (17.9.1872) · p. Seite 760

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 38 (17.9.1872)
Date
1872-09-17
Page
Seite 760 (sequence 18)
Language
German
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in's Verderben stürzten, und an Korach, den sie vernichteten. Im Allgemeinen verbinde mit dem Gedanken den Rnhm die Vorstellung: „Was ist der Mensch, daß er sich rühmen dürfte, und wie vermag der Weibgeborene gerecht zu erscheinen in allen seinen Thaten!"' Rühme« Dich auch nicht des Rechts und der Gerechtigkeit Deiner HanMngen, denn unter Tausenden ist nicht eins, worin es W» Schöpfer Dir nicht zstvorgethan hätte. Auf den thatenstolzen Menschen stütze Dich nicht. Gewöhne Deine Zunge, leise zu sprechen, daß Deine Stimme nicht auf der Gaffe gehört werde; die Worte der Weiseuwerden , trotz ihrer Milde vernommen, und eine gefällige Antwort beruhigt den Zorn. Ueberlege das Wort, bevor Du es ausG-r'ichst, denn Du kannst es nicht wieder zurücknehmen, und nicht nützt bloßes Gerede, und nicht ist gut zu machen, was verletzt hat. Beachte es sorgfältig, denn fürden Menschen ist seine-Rede ein genauer Werthmeffer, wie für das Silber die Läuterung und für das Göld die Reinigung!. Mache nicht viele Worte, aber erhöhe Dein Ansehen durch sie; wiederhole und verdopple nicht Deine Erzählung, faffe Dich kurz in dem Gegenstand und bei der Art der Erzählung und gehe gleich auf den Kern der Sache ein. Verweile auch nicht bei gehässigen und feindseligen Gesprächen. Beim feindlichen Angriff gegen eine Stadt lasse Friedensvorstellungen voraufgehen, und bemühe Dich um den Frieden; ebenso verfahre auch bei Verschiedenheit religiöser Ansichten. Wähle immer den kürzesten Weg , denn er ist der gerade; mit dem Thörichten und Zanksüchtigen binde nicht an, damit nicht Unrecht Dir an hafte und anstatt des Friedens und der Liebe Zank und Feindschaft entstehen. Nimm Jeden in freundlicher, zuvorkommender Weife auf, schätze auch nicht den Niedrigen gering, denn der Mensch weiß nicht, was ihm der Zeiten Schoß birgt. Enthalte Dich des Uebermaßes von Speise und Trank, brüste Dich nicht mit übermäßigem Genuß, und leere Dein Glas nicht in einem Zuge. Wenn Du gähnst, halte Deine Hand vor den Mund; speie nicht aus vor Deinem Nebenmenschen, schränke Deine Begierden ein, und theile Dein Mahl nicht mit den Uebermüthigen und denen, die übermäßig sind in Speise und Trank; schränke Deinen Mund ein rm. Streit, antworte dem Thoren nicht bei seiner Behauptung, beobachte in Allem Maß und Gesetz, bringe jede Freude an Speise und Trank mit Gott in Verbindung und denke Sein im heiligen Segensspruch. Sei 'eifrig in der Erfüllung der göttlichen Gebote, enthalte Dich des Unrechts auf Deinem Wandel, strecke nie die Hand aus nach fremdem Eigenthume, thue das Gute und Rechte vor Gott und Menschen, Dein Thun wird Dir Freunde erwerben, Dein Thun Freunde von Dir stoßen. Befreiedie unverschuldet zum Tode Verurtheilten und wende Dich ab von den Frevlern und Gottesläugnern; öffne Deine Hand den Armen und Dürftigen, befleißige Dich der Wahrheit in Deinem Umgänge, denn Abscheu empfindet Gott an Raub und Unrecht; verschließe Deine Hand nicht dem- Dürftigen , denn- Gott leihet, wer dern; Dürftigen giebt; hilf, so lange Du kannst, denn Armuth und Reichthum-verhängt Gott zur Prüfung. Nimm Dich Deium Verwandten an,, aber knüpfe kein Geschäft mit ihnen an,! denn es könnte Trennung herbeiführen; sei bedacht in Deinen Geschenken, denn sie sind ein redendes Zeugniß für den Werth oder Unwerth des Senders. Sei jederzeit reines Sinnes, denn zu allen Zeiten sollst . Du. zu Gott Dich erheben, mit lauteren Gedanken. Wenn Du redest , so halte Deine Hände in Ruhe, wirf nicht den Kopf hin und her, und greife nicht mit der Hand ,-in den Bart. Achte auf Deine Handschrift und die Schreibweise Deiner Briefe, denn die Handschrift und ein guter Stil tragen in weite Ferne Zeugniß von Deinem Geiste und geben Deinem Namen Ehre, wie andererseits das Gegentheil Dw schadet. Setzest Du Dich zu Tische, so berücksichtige Deinen Tischgenoffen und greife ihm nicht vor;, enthält er sich des Mahls, so thue desgleichen; sei nicht unmanierlich beim Mahle und verschütte nichts auf Dein Gewand. Erlerne ein Handwerk, um Dich dadurch zu. ernähren; von Deiner eigenen. Arbeit lebe und mache Dich nicht von Andern abhängig; vertraue dabei auf Gott, daß Er Dich erhalten wird; denn es gereicht dem Menschen zur Ehre,, durch eigene Arbeit zu leben, und besser ist ein dürftiges Mahl, das Du erworben, als das fetteste Gelage durch fremde Hülfe. Erwäge die Schritte Deines Fußes und alle Deine Wege seien fest. Lenke zur Erfüllung der göttlichen Gebote Deine Schritte und sei bestrebt, das ewige Leben Dir zu erwerben; weile gern dort, wo die Gotteslehre eine Pflegestätte hat, widme die frühen Morgenstunden dem Gottesworte und und dem Gebete, und halte Pich weit ab von dem Orte des Frevels. Suche die Meisen auf und geselle Dich zu ihnen, vereinige Dich mit denen, welche Sitte und Gottesfurcht üben, aber meide die dagegen freveln, die Lehre und Gebot zum Diadem machen, damit zu prahlen, vor Allem aber die weise sind und doch fehlen, das Wort der Lehre geringschätzig behandeln und der Weisen Rede bespötteln. Verbinde Dich nicht mit den Bösen, selbst zu guten Zwecken, denn Du büßest dabei Dem besseres Wesen ein und geräthst durch ihre Billigung in Schande. Auch vor den Frauen hüte Dich, daß Du nicht in ihre Netze Dich verstrickest, ebenso vor den Leichtfertigen, daß Du nicht ihre Sitte Dir aneignest. Meide den Streit, ftiehe das Unrecht und stbe Recht und Gerechtigkeit. Habe Acht auf Deinen Diener und Deinen Hauswarts daß sie treu seien in der Erfüllung Deines Verlangens. Wer das Geheimniß nicht bewahren kann, verleumderisch ist und danach trachtet Deinen Beutel zu leeren und den seinen zu füllen, den nimm nicht bei Dir aus. Beachte Deinen Auftrag und Deinen Boten, denn ein treuer Bote fördert das Gluck.seines Herrn, ein treuloser schadet ihm; ein .schlechter Bote geräth in Unglück, ein guter hpiZgt-Heilung.- . Erroqgtz die Schritte. Deines Fußes an

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