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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-17 · Heft 38 (17.9.1872) · p. Seite 753

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 38 (17.9.1872)
Date
1872-09-17
Page
Seite 753 (sequence 11)
Language
German
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euiHpärsch chaxakterisirt,. -Währen)), dfm. Christen. bte^ VAetzung der Sonntagsfeier f e§r - oft nachgesehen wird,. hält i man bei dem,Juden, selbst betreffs dessen was in seinem Hause vorgeht, - und die öffentliche!-Ruhe gu, stören - nicht im entferntesten, vermag.,. , mit, der. straft, lustigsten Härte - auf. die, Beachtrrng - des, Sonntags. Es heißt nun. weiter, vom 4./August:. „Ein ziemlich., angesehener Kaufmann, Namens..Wölfel S,ü.ßes, , verkaufte Vormittags Mais an einige..Bauern. Das Unglück will es, daß der Commissär des Viertels, von zwei Gensdarmen begleitet, vorbeipassirt und bemerkt, daß im - Laden etwas . verkauft, wird. Er öffnet die Thüre, .tritt knit seinen Schergen ein, läßt die Thüre hinter sich zümachen und befiehlt seinen Begleitern, den. Juden zu ergreifen, welche, dem Befehle.gehorchend, über den erschrockenen Mann herfallen, und ihn in unmenschlicher Weise mit. Hieben und Stößen mißhandeln. Die Frau, des Unglücklichen , ein, Kind im Arme, tritt dazwischen, doch sie wird. mit einem .heftigen Stoße zurückgeschleudert. Die Gensdarmen werfen . den Süßes zu Boden, öffnen die Thüre, und schleppen ihn puffend und . schlagendeine.Strecke, weit auf. die. Straße.. Die herbeigeeilte Menge sieht starr, zu, und . niemand wagte; es, dem würdigen Commissär eine, Vorstellung zu machen. Endlich schien des Grausamen Wut-h gekühlt und die Scene hat ein Ende. . . „Der Gemißhandelte verfügt sich hierauf auf die Polizei, und da der Präfect Herr George Rosnavan abwesend ist, wendet er sich mit seiner. Klage an den Polizeimeister, welcher ihn, statt aller Genugthuung, für einige Stunden ein sperren läßt. Als endlich der sehnsuchtsvoll erwartete Herr Präfect zurückkehrt, eilt Herr Süßes, in Begleitung seines Schwagers Osias Schorr und eines andern angesehenen Kaufmannes hoffnungsvoll zu ihm. Der Unglückliche trägt dem Herrn Rosnavan weinend sein Anliegen vor und verlangt Gerechtigkeit.,. Der gnädige Herr. aber ist so freundlich, dem von Schmerz und Gram. Gebeugten..in Gegenwart mehrerer 'Beamten höchsteigenhändig einige - Schläge ins Gesicht zu versetzen. Hierauf wendet er sich an die. erstarrten Begleiter. ünh.ruft. ihnen. wüthend zu: Und, Siewas wünschen;@te? : Wollen,, Sie, daß ich Ihretwegen den Polizeimeister.soll auf- - knüpfen lassen? Entfernen Sie-sich! und'-er wies-sie zur Thür hinaus. l— Ich glaube jeder Commentar/ zum'obigen Factum ist überflüssig, die Thatsachen, sprechen zur Genüge." ) .. "... Rußland. ,.... m j St. Petersburg, 6. September. Die im Ja^re^ jl 84.9. zwischen Rußland.. und. Oestreich/ abgeschlo^este^ Declaration für Ä u slie fe rnmg.'fl'ü.ch.^ed^'ud^ n^ ist nach kaiserlicher GenehmigünglamÜebesteinkomme'n beider Staaten aufgehoben und stritt vom .Isi.^ctyber ll872 ab außer Wirksamkeit. / . ' " Kiew, im Juli. (Privalmitth.) Vor. einiger.Zeift/ wurde, hier von einigen jüdischen Damen ein „Asyl für , arme israelitische Wöchnerinnen^ gegründet, 'welches, von . einem zu diesem Zwecke, gebildeten Frauenverein" unterhalten und. verwaltet werden soll.. An der 'Spihe' desselben stehen .Frau . S. Weinstein und Frau st' Drenstein, welche sich,. auch der Mühe. bereitwillig^. unterzogen haben, die zum Jnslebenrüfen her Anstalt, nöthige Summe von 1600 Rubeln zu' samrnelm Die/' zur stlnterhaltung des Asyls nöthigen Fonds .belaufen' sich auf 3000 Rubeln per annum. . ‘ \ Wloelawek, Anfang, August. (Privatmst ' ^)ä's/ gute Beispiel, welches die Neugestaltung der'/wa^cha^r..^ Demeindeverhältnifse,namentlich aber, der Umstand ge-st 'geben, daß -die hervorragendsten Mitglieder der' borstigen. / Gemeinde mit lebhaftem- Eifer allen' jüdischen st Inter-/ 'essen sich widmen, .fängt auch bereits.in der /Propm^st dn. Früchte zu tragen. Nachdem der. seitherig^'Vor-/ sitzende unseres Gemeindevorstandes, Herr Di H.'Pock,/. welcher 26 Jahre hindurch mit ausdauernder' 'Hinge- " bung und Umsicht unter den schwierigsten Verhältnissen M der Spitze unserer Gemeinveangelegenheiten gestanden, hatte, eine Wiederwahl wegen vorgerückten Alters entschieden abgelehnt hat, sind an , seiner stelle, und der der beiden anderen Mitglieder unseres ^Vor-/ stehercoüegiums. am 6. d.-.die Herren Banquier 'H./ Lewinski,. Kaufmann G^ Peretz und 'Kaufmann'" Hst/ Warschauer fast mit Einstimmigkeit zu Vorstehern un-" sirer Gemeinde gewählt worden.''' Der'' Neugewählten" harren die' schwierigsten Aufgabenda J,t' 'wie m/allen" zProvincialgemeinden so auch' hier seit Einführung'der' Dreizügigkeil.'die jüdische Gemeinde.sich stuft Elementen st chersetzt hat, die seither nur wenig dem' Wobest de8'st ^Ganzen förderlich gewesen sind. "Es wird „daher aller'. Energie und' Intelligenz der neugewählten^ Vorstehers bedürfen, um das. in 'sie, gesetzte ' Vertrauen (zu stecht-" fertigen. — Herr. Banquier K Lewinski ist' vor./

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