Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-17 · Heft 38 (17.9.1872) · p. Seite 751

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 38 (17.9.1872)
Date
1872-09-17
Page
Seite 751 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226891--30988-3253890
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

LeiVerhängimg des BmmeS Aber den SchijaSchmied- 1er mit Erlaß des ehemaligen.KrÄsamtes zv Krakau iääto 9. April 1855 Z. 1418 z« einer Geldbuße von 100 -ff. S.W. verwcheilt worden find, nun %a wrederholtemnalen sich dieselbe straftvürdrge Handlung Haben zu Schulden kommen lassen: daher erLäre Ich Sie Hiermit auf-Grund 4 6 und 9 des noch jetzt zu Recht bestehenden Statutes des krakauer -Senats vom Jahre 1817 des Rabbinerpostens in Chrzauöw Lin für allemal verlustig und nehme Ihnen das Ernennungsdecret zum Rabbiner.ab. Da aber, in Rücksicht auf die Beschwichtigung der Hiesigen jüdischen Bevölkerung, die in Folge der von Ihnen verübten Mißbräuche in zwei Parteien zerfallen ist, Ihr fernerer Aufenthalt in Chrzanäw nicht geduldet werden kann, so fordere ich Sie auf sich binnen dreißig Tagen nach Rechtsgültigkeit dieses Beschlusses nach dem Orte Ihrer zuständigen Gemeinde zu Legeben, wiefern Sie in einer andern Gemeinde keine stabile Beschäftigung finden dürften. Gegen diesen Beschluß stcht Ihnen der Recurs an die hohe k. k. Statthalterei, im Wege der k. k. Bezirkshauptmannschaft in einem Zeiträume von vierzehn Tagen zu; was jedoch die Verfügung einer neuen Rabbinerwahl betrifft, so kann der zuergreifende Recurs keine -aufschiebende Kraft haben. Chrzanöw, den 15. Juli 1872. Der k. k. Bezirkshaüptmann: gez. Kasparek m. p. Schweiz. Baden (Schweiz), Ende August. (Privatmittheil.) Sie haben in Nr. 34 Ihres geschätzten Blattes von der Thätigkeit des Culturvereines der Israeliten in der Schweiz Notiz genommen, und da diese der Berichtigung bedarf, so wollen Sie gefälligst dieser auch Raum in Ihrer Zeitung gönnen. — Ihr Correspondent aus Baden schließt mit den Worten: „Wir müssen bemerken, daß uns der Rechnungsabschluß nicht beftiedigt hat. Die Einnahmen beliefen sich auf 554 FreS. 19 Cts., die Ausgaben auf 370 Frcs. 49 Cts., also , ein Cassarest von 183 Frcs. 79 Cts. < Dies erscheint uns bei so kleinen Summen für einen wohlthätigen Verein ein viel zu großer Ueberschuß; wir^ würden es viel angemessener finden, wenn er ein De-f ficit gehabt hätte, wodurch erwiesen wäre,, daß seine - BMsemckeit immer mehr in Anspruchgenommenund diesem Ly freigebiger Weise .genügt wird" u. s. w. — Wir haben zu -erwidern: der scheinbare Ueberschuß rührt daher, weil unter den Einnahmen das zurückgezogene Guthaben von 290 Frcs. figurirt, und weil sich von Jahr zu Jahr die Ansprüche an den Verein mehren, so daß im letzten Jahre nicht nur der Beitrag von den Mitgliedern , -sondern sogar der Zins vom ganzen Beremsvermögen, sowie auch der Caffasaldo vom letzten Jahre verausgabt werden mußte. Stellt man nun einen Vergleich der Rechnung pro 1879 und der pro 1871 an, so ergibt sich ein Deficit von 108 Frcs. 98 Cts. Ob des Deficits wollen wir doch nicht verzweifeln; denn jeder, der Interesse für den Verein hat, bemüht sich demselben neue Mitglieder zuzuführen, was bei gutem: .Willen kaum schwierig sein dürfte , da der Jahresbeitrag blos 2 Frcs. beträgt. — Der Verein, welcher von Herrn vr. Kahserling in Pest, dem damaligen Rabbiner der schweizerischen Israeliten, im Jahre 1863 gegründet wurde, zählt 115 Mitglieder, welche in 30 Gemeinden wohnen und ercheilt gegenwärtig an 19 Studirende und Handwerkslehrlinge Stipendien. — Ebenso dürfte die Renovation der Zudenirrsel(in nächster Nähe von Waldshut und nicht am Bodensee) in kürzester Zeit in Angriff genommen werden.*) Die Leser d. Zeit, dürfte es interessiren, was unter anderm am eidgenösf. Schützenfeste, das man im Juli d.J. in Zürich feierte, von hervorragenden Persönlichkeiten gefprochen wurde. Als die aargauischen Schützen, unter denen sich auch Israeliten befanden, das Fest besuchten, empfing sie der Red. d. N. Züricher Ztg. Herr Fürsprech Weber mit einer Ansprache. Unter anderen sagte er: „Man hat jüngst in Bern (die Ultramontanen stellten m der Nationalversammlung den Antrag, machten aber Fiasko) behauptet, man müsse unfern Canton (Herr Weber ist lenzburger Bürger, also aus dem Aargau) in protestantische und katholische Wahlkreise eintheilen, wahrscheinlich in der Hoffnung , es werde das Sternchen, welches sich vom Felsen losmachen soll, um den Koloß zu zertrümmern, auch unsere Heimath mit in's Verderben reißen. Und wißt Ihr, warum diese Sprache *) Der Gedanke einer Collecte tauchte , bei der Generalversammlung auf. Man ist aber deshalb davon abgegangen, weil die Ausgabe nicht' von Einzelnen, sondern von allen aargauischen Israeliten bestritten werden soll. Corr. . 38

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.