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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-10 · Heft 37 (10.9.1872) · p. Seite 733

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 37 (10.9.1872)
Date
1872-09-10
Page
Seite 733 (sequence 11)
Language
German
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‘ Herr Peixötto fügt hinzu, daß er aufgefordert sei, die rumänische Regierung zu befragen , ob sie diesen Vorschlag, in so weit es die Israeliten Rumäniens betrifft, begünstigen wolle, und ob man irgend eine Hülfe von den gesetzgebenden Körpern erwarten könne. In Erwartung des Zusammentrittes der Kammern, um ihnen den fraglichen Vorschlag verlegen zu können, Lin ich der Ansicht, daß die Regierung dem ihr ausgesprochenen. Wunsche Nachkommen soll, indem sie, in den (Kränzen ihrer Macht, die Auswanderung der Israeliten durch Gratisverabfolgung von Pässen erleichtert. Wenn Sie dieser Ansicht zustimmen, Litte ich Sie mich autorisiren zu wollen, die nöthigen Befehl an die verschiedenen Präfecturen ergehen zu lassen. G. Kostaforu. Der Ministerrath beschloß dann in seiner Sitzung vom 9. August über den Vorschlag des Herrn Peixotto: . In Berücksichtigung, daß die Regierung dem ausj gesprochenen Wunsche diese Auswanderung zu erleich-; Lern, nur in den Gränzen ihrer Macht Nachkommen \ kann, wird beschlossen, bis die gesetzgebenden Körper; zusammengetreten sein werden, den unbemittelten Js-: raeliten gratis Pässe zu verabfolgen.! Die Verordnungen dieses Protokolls werden von dem Herrn Minister des Aeußern nach erhaltener fürstlicher Genehmigung zur Vollstreckung gebracht werden. 8. Katargi, N. Kretzulesku, G. Kostaforu, General Floresku. Vorstehender Beschluß des Ministerraths wurde: dann dem Fürsten Karl zur Genehmigung unterbreitet j und von diesem genehmigt. Rußland. Aus Kurland, im Juli. (Privatwitth.) Wenn es einen Preis für weibliche Fruchtbarkeit gäbe, so müßte ihn unbedingt eine unserer Glaubensgenossinnen in Pilten in Curland erhalten. Wie die „Börsennachrichten" berichten, hat eine dort lebende Jüdin im Laufe von zehn Monaten sieben Kinder geboren, die sich allesammt nebst der glücklichen Mutter, die auf ihre seltenen Mutterfreuden nicht wenig stolz ist, einer ausgezeichneten Gesundheit erfreuen. Ende Juli 18 71 nämlich genas sie von vier Mädchen, und Ende Mai d. I. beglückte sie ihren freudig - überraschtem Gatten mit der Existenz weiterer zwei Mädchen und: eines Knaben. Erhält sich die übrigens noch sehr junge Frau bei gleicher Fruchtbarkeit, so ist Aussicht vorhandendaß der Segen unserer Ahnm Rebekka (1 M. 24, tzl) in etwas beschränktem Maße an ihr allein in Erfüllung gehe. Wilna, im Juli. (Privatmitth.) Es ist bewevkenswerth, daß die maßgebenden Blätter der Hauptstadt sowohl wie der Provinz von Zeit zu Zeit immer von neuem die Notwendigkeit betonen, die schon längst brennend gewordene Judenfrage endlich -einer glücklichen Lösung entgegenzuführen, und zwar hauptsächlich vom Standpuncte des Staatsinteresses selbst. Denn je mehr alle inneren und äußeren Verhältnisse Rußlands nach den civilisatorischen Bedürfnissen der Gegenwart eine Gestaltung annehmen, die mit vollstem Rechte die staunende Aufmerksamkeit des Auslandes in Anspruch nimmt, um so unhaltbarer wird hie excepüonelle Lage, in welcher die Juden des Reiches noch immer durch die allgemeine Gesetzgebung gehalten werden; um so unerläßliches wird es, ohne Zaudern alle Mittel und Wege in Anwendung zu bringen, uw sie dem Staatsganzen, als dessen nützlichste Mitglieder sie sich ja nach allen Richtungen des öffentlichen Lebens in allen Gegenden des Reiches bereits zur Genüge erweisen, noch näher zu bringen und fruchtbringender zu machen. Fern sei es von uns, den Zoll der innigsten und tiefsten Dankbarkeit gegen Se. Majestät den Kaiser Alexander und gegen seine weise Regierung irgendwie schmälern zu wollen, der Dankbarkeit für die verbesserte Lage, der wir uns seit mehreren Äahren in so hohem Grade zu erfreuen haben. Auch wissen wir recht gut, daß es nichts Leichtes ist, Zuständen trostlosester Beschaffenheit mit einem Schlage ein Ende zu machen und eine Wendung zum Besseren zu geben. Aberwarum hält man uns Juden der weftrusstfchen Provinzen noch immer so zusammengepfercht, daß uns Licht und Athem fehlt? Warum erschließt man uns noch immer nicht das Innere Rußlands, wo für Millionen rühriger Hände und-Köpfe ein noch ungeahnt weites Feld der nutzbringendsten Thätigkeit vorhanden, während hier Tausend und aber Tausend unserer Brüder in materiellem und geistigem Elend verkümmern und dahin siechen?- Die Folgen dieser Absperrung liegen ja zu klar

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