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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-10 · Heft 37 (10.9.1872) · p. Seite 732

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 37 (10.9.1872)
Date
1872-09-10
Page
Seite 732 (sequence 10)
Language
German
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‘ läßt. , Diese kleinlichen Neckereien waren auch die Ursache, die unfern wackern charaktervollen und begabten Prediger vr. I. H. Oppenheim veranlaßten seine hiesige Stelle aufzugeben.- Herr Oppenheim wußte wohl, was die hiesige/ Gemeinde alles Leisten könnte, imd jugendlich begeistert - - für die Interessen der Gemeinde und.- deren Institute,' sah er -sich in seinen Erwartungen oft s-bittep getäuscht und. hintergangen. ■ Der^ Abgang des7Herrn Oppercheimistaber, dies / gesteht -hier-Hermann- M wirklicher Verlust für die hiesige Gemeinde, denn. die- Gediegenheit seines Charakters und seine Aufopferung und Hingebung-für alles Edle und Gute wird von Freund und Feind, von Juden und Christen einstimmig zugeben. Der projectirte Synagogenbau und der Cur- und Armenfonds, für welche die; Sammlung bereits ein Ergehniß von circa 12— 13,000 st. erzielte, ist größtentheils sein Werk. Herr Oppenheim hat uns bereits verlassen. Sabbat Pinchas hielt er seine Abschiedsrede , die auf Heimische und Fremde, welche letztere im Sommer die Mehrzahl der Zuhörer bilden, eine außerordentliche Wirkung hervorbrachte. Den 29. Juli veranstaltete der Vorstand Herrn Oppenheim zu Ehren ein Festbanquet, wozu viele Fremde und namentlich Rabbiner geladen wurden, bei welcher Gelegenheit der Vorsteher, Herr Knöpfelmacher, dem scheidenden Lehrer als Anerkennung seiner Verdienste für Synagoge und Schule ein prächtiges, kunstvolles Ehrendiplom als Ehrenmitglied der karlsbader Gemeinde überreichte. Den 30. Juli reiste Herr Oppenheim von dem Vorstande in pleno zum Bahnhofe begleitet, von hier ab um seine neue Stelle in Brünn anzutreten. Viele herzliche warme Nachrufe in der hiesigen Localpresse begleiteten ihn auf seiner Reise und gaben dem allgemeinen Bedauern über sein Scheiden beredten Ausdruck. Der Vorstand hat bereits einen Coneurs zur Besetzung der vacanten Stelle ausgeschrieben; es sind ungefähr 20 Competenzgesuche eingelaufen. Möge der Vorstand dabei mehr auf die Gediegenheit des Charakters, als auf oratorische Begabung sehen, die sich nach einer Predigt gar nicht beurrhrilen läßt! Für Charlatane und Schönredner, die zwar in der ersten Zeit das Publicum blenden können, ist in Karlsbad kein Boden, und die Gemeinde würde durch solche Individuen rasch ihrem Verfalle entgegen gehen. Ein gediegener Charakter und ein erfahrener Schulmann, was die jungen Rabbiner selten sind,; das sind die ersten Bedingungen: (bei dem, anzustellenden Prediger.. Freilich wäre es hier zumal a m m eiste n angezeigt, einen eigenen Religionslehrer , einen gntgeschulten praktischen Fachmann anzustellen; aber unter den jetzigen leidigen Verhältnissen, wo die Reichen am wenigsten Opfer bringen, ist daran kaum zu denken. S ch w e d e n. Stockholm, im Aug., Nach schwedischen Gesetzen dürfen Israeliten nur in Stockholm, Gothenburg, Norrköping und Karlskrona ansässig sein. Mit Bezug hierauf hat die Regierung ein Gesuch von drei Israeliten, welche in Malmö Handel treiben wollen, abschlägig Geschieden. (Man sieht, daß die Intoleranz, welche bekanntlich, und zwar nicht blos gegen Juden, eine charakteristische Eigenschaft der schwedischen Gesetzgebung war und noch immer ist, nur schwer dazu kommt. Schritt vor Schritt zurückzuweichett. Die Schweden haben sich doch überzeugen können, daß der gefürchtete Andrang von Juden nur wenig, und noch weniger in Norwegen stattgefunden hat, und dabei haben die genannten vier jüdischen Gemeinden das Glück gehabt, nur aus sehr ehrenhaften Mitgliedern zu bestehen. Redact.) Donaufürstenthümer. Bukarest, 19. August. Der gestrige „Monitorul" veröffentlicht die Protokolle über die Verhandlungen betreffend die Auswanderung der Israeliten aus Rumänien. Der Minister des Aeußern berichtet an den Ministerrath: Meine Herren Minister! Herr Peixotto, Generalconsul Amerikas, macht mir durch die Note vom 9. August bekannt, daß eine Anzahl Bürger der vereinigten Staaten Amerikas in Berücksichtigung der Lage der Juden im Orient, bezüglich ihrer numerischen Zahl wie ihrer polittschen Stellung, sich vorgenommen habe, ihre Auswanderung in jene Staaten zu erleichtern, und daß zu diesem Ende die Organifirung einer Ewigrationsgesellschaft und die Propagirung ihres Zweckes, unter MthAfe der Philattchrvpen in Europa und der Regierung vorgefchlagen wurde.

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