Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1872)
- Date
- 1872-09-10
- Page
- Seite 730 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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WgenMarrche OryoucteaiH des jetzigen. Büchermarktes, ^dgß unsere ZA Dieses Lob.nicht^ verdiene. Mir - den- .ken dahei nicht sowohl an gem^Ne Mischusschriften, wie die des adeligen und vielbetitelten Herrn Hermann von Scharff-Scharffenstein, für den die Verfassung judMemylicher Pamphlete.eine -Erwerbsquelle geworden LU sfejn scheint , .als - j vielmehr yn. sogenannte wissenschastlicheMrse, zuiUnterrichtszwecken geschrieben von -Lehrern und Professoren. Ein-Pröbchen liefert die vor «kurzem erschienene „Heilsgeschichte des alten und neuen Testaments. Mit besonderer Rücksicht auf den Gymnasialunterricht dargestellt von Martin Stier , Oberlehrer am Friedrich- Wilhelms - Gymnasium zu Neuruppin." Das Buch, von dein zunächst nur der erste Theil „Heilsgeschichte des alten Testaments" vörliegt, ist mit wenig Witz und viel Behagen in dem wohlbekannten gottseligen, pietistisch-süßlichen Tone geschrieben. Aber die Milch der frommen Denkungsart kann auch in gährend Drachengift sich verwandeln. Im§ 13, welcher die Zeit der Richter bespricht, S. tM, heißt es':' ,,Während per Abfall von JHyva Zunächst zurFolge gehabt hatte, daß die alte, M .TruH und Hinterlist geneigte Jakobsnatur, die in seinen Nachkommen überall, wo .sie von Gott abfallen, wieder zum Vorschein' kommen muß, in den Thaten des Ehud und der Jael wieder zum Ausbruch gekommen war, so.(sw) war es' eine 'Folge der Befreundung mit dezy KaMmtern, daß nun auch hie Richter in ihre gottesdienstlichen Einrichtungen und Fleischessündep verstrickt wurden? ' Zunächst erlauben wir uns, dem Herrn Obersehrer qm Gymnasium zu Neyruppin ejne kleine genealogische Mehrung zu ertheilefl. Dje Meuchelmörderin Jael gehörte nicht zu den - KqGoujMfi JqkM, sondern zrr dem kanaanitischen Stamme der Keniter. Es ist also eiye Mchwdene MgerechtjgM, jhr etwas von der JakMyatpr ipspMren zu wostey. Aber aych bei Ehud wird es Mhl-.fKr immer fraglich blechen, wie Yiel von seiner. Thah unp per Hrt ihrer Allsführung dem TYxqyMhasse Md Mched.urste, und wie viel her JqkoWM zuzuschreihen^ ist. Es. hat unter allen VölkM nyd Stämmen, KönigMö.rher gegeben , und sie. Ware« zMH Mt. WMisch bei -ey, Mitteljn und. W®&k M ErMM ihM AMckeß. Wv Hnnw die VorMthlMA micht Mückveiftn, daß der.. Herr DberlehreramGyMnasiumzuNeuruppineinen Griechen <oder Möwer, der seiwVaterland »yon^ einem -Tyrannen ibesreite, anders cheurtheilen > würde. Eber ßs -war1 ahm . darum zu >.chun, r der Jakobsnatur etwas - anzuhaben, -dieser,>um(seinem Rechtgläubigkeit -in Beziehung auf'die kirchliche Lehre lvon der -Prädestination »recht nachdrücklich zu) beurkunden, mit sehr, grellen Farbenschildert (S. 71). Um-so malitiöser muß die Anmerkung zu der oben angeführten Stelle erscheinen, welche wörtlich also lautet : „Gleichwie sie (die alte zu Trug und Hinterlist geneigte'Jakobsnatur), »seit -das jüdische Volk im Großen und Ganzen wieder aus der »Gemeinschaft mit'Gott gefallen -ist, noch jetzt einen wesentlichen Eharakterzug desselben ausmacht." Wir wissen nichts ab das Gymnasium zu Neuruppin auch yon jüdischen Zöglingen besucht wird. Ist dies der Fall, so kann ihnen der kameradschaftliche Verkehr mit ihren christlichen Commilitonen nur sehr erschwert werden, wenn diese von einem Lehrer (wahrscheinlich Religionslehrer) der Anstalt erfahren, daß jene einer Gemeinschaft angehören, bei der die Neigung zu Trug und Hinterlist einen wesentlichen Charakterzug ausmacht. Aber auch abgesehen Hiervon muß solche Belehrung als eine Drachensaat, als eine Wurzel angesehen werden, welche früher oder später, vielleicht erst wenn der Gymnasiast Richier geworden sein wird — exempla sunt odiosa — Galle und Wermuth trägt. Bej yiesex Wartigey Richtung des Buches ist die Gewißheit, paß dasselbe keine große Verbreitung finden werde, sehr txöstlich. Die Verbindung yon seichtem Inhalte mit verworrener Form, durch welche es sich auszeichyet, ist nicht dazu angethan, ihm einen weiten Leserkreis zu gewinnen. Jede Seite des Buches bietet Belege zu unserem Urtheile darüber. Es sei uns gestattet, wenigstens ein Beispiel beizubringen. In § \ (Schöpfungsgeschichte) S. 9 schließt eine größere Anmerkung mit folgender geistreichen Ausführung: „Wie AdarstergnS durch die; Benennung der Thiers als erster Nagten. ftoriker vor Augen tritt, so wird er durch deM Bericht über? die- Entstehung, des Weibes tzmvd der ÄM der erste -Historiker, durch jene Rede (1 Mos. % 24) der j erste Dichter-, durch die vonjedem Prediger bei der j TrqWNg wiederholten Horteüherdie- Bestimmung