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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-09-10 · Heft 37 (10.9.1872) · p. Seite 726

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 37 (10.9.1872)
Date
1872-09-10
Page
Seite 726 (sequence 4)
Language
German
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. Kirchen^ noch-bejondexe siaatstkirchlicheDrgane-zu schaffen,- dje„in .ihrem ,G,lquhem.der> Kirche,. ini-ihrem-Thun^und' Leisten.,dem Staqse angehören, sollen.. Die. allgemeinem uyp. einzelnen,. Confljcte können hiev nicht, ausbleiben und werden., immer, weiter., uyd,- .weiter drängen». Denn das - müssen»wir. unsrer , Zeit zur. Ehr«!. anrechnen: sie giebt iiymerwMger^aufden.Schein, und wA jeder bestehenden' oder, .sich .bildenden, Erscheinung » einen ».wirklichen Inhalts ein.e, .sichere. Mqchtsphäre.und Wirkmg schaffen». Daraus entstehen, grosse Kämpfe, die.aber-.doch'.allmälig^zu einer Entscheidung.treiben.. Die Nationalökonomie der Jude«. V. Herr Du Mesnil-Marignh, äst vorurtheilslos genug/ - die Geschichte der Juden mit dem-Ursprunge des. Chriftenthums nicht , als »beendet anzujehen,. und. beschäftigt sich - zunächst mis, der», beispiellosen Zerstreuung, dieses-Volkse stamWs. - Er . erhebt sich hiergegen die - in vielen christL lichey.Kreisen aus, dem sogenannten, neuen Testamente her,genommene, Meinung, daß diese- Zerstreuungeine- Strafe, Gottes, für. den. sogenannten- „Gottesmord" (äÄoiäs) sei. -. Er. verweist einfach, darauf, daß. höchst ansehnlicheiTheile des. -Volkes.lange vor dem^Tode Jesn schon, durch,, alle -.Welt -zerstreut,. sogar-in ansehnlichen- Maffen, in.-den verschiedensten .Ländern ansässig waren»- Curios, sind dagegen .die Ursachen,-die, er für - diese lZerstreuung,'aufstellt- Er.hält letztere nämlich für eine natürliche Holge, der mosaischen Institutionen.- Wir--wollen die.Hauptstelle hier, . wiedergebenweil. ,sie zugleichdie Jrrthümer des Versaffers kurz zusammensaßtwelchewir bereits widerlegt, haben. Er-sagt:. „Die Unmöglichkeit, in welcher., man sich .befand, seine. Grundbesitzungen in Palästina , zu . vergrößern, die zahlreichen. Anrechte, welche der,, Arme .genoß, die Duldsamkeit-gegen -den Diebstahl in gewissen, Oränzen,- die Schwierigkeit..sich mit Erfolg dem. Handel,,zu widmen .in einem..Lande, wo der -Fremde in Mscheu stand,, das,Verbot desWucherzinses-, dieser-' pflichtung, zur. Einförmigkeit,.in.der-. .Kleidung, das Verbot. ,einesjeden, Luxus,. >und.. -zahlreiche - -andere ^Gesetzesvorschriften, denen .man. , sich mit-beständiger Controle der Leviten.unterziehen mußte,»! alle.'.diese -Umstände.'mußten nothyMdigexwei.se den» .reichen». IsraelUenuden-.Älüftnchalt,? inihrem - Lande - verhaßtmachen/ Daher die Auswanderung.- nachi denfremden Ländern:"' Wir wollen die' vielfachen Jrrthümer -dieses' Satzes nicht noch' einmal' hervorheben, sondernnur den folgenden Satz noch hinzusügen: „Gewiß," sie blieben immervoller Anhänglichkeit, voller Bewunderung für -das Erhabene, wahrhaft Göttliche, was'in den mosaischen Lehrenenthalten ist : die Liebe fürden Nächsten, die- Mildthätigbeit für die Armen, eine ' Mildthätigkeit,- welche besser als 'in allen anderen Religionen «geboten-ist/die Anbetung eines einzigen Gottes,. ^deS^allmächtigen - Herrn der- Welt, vollkommen in allen Punctenrc.- Aber indem sie ihre Cäpitalien außerhalb' ihres' Landes verwertheten,- genoss«rsie dieselben mit viel' mehr -Freiheit - und waren außerdem nicht angehalten, genaudie Müsse -von^ermüdenden und lästigen Mrschristen--welchevon-Moses vorgeschrieben' worden waren, zu beobachtend Er-'stützt sich dabei -auf die Bemerkung, daß; - auch 7 heutigen Tages die reichen Juden es seien, welche sich-ammeistenüber die jüdischen Satzungen'hinwegsetzen und6 dem-von Mdses so' wenig begünstigten Luxus huldigen.^ Wenn -die letztere Beobachtung auch nicht - ganz -ohne Grundist-' obgleich die laxere Befolgung der Satzungen - -gegenwärtig eineviel 'größere Aüsdeh-. Nung gefunden hatso vergißt er die zwei Jahrtausende, welchezwischen jener Zeit her begonnenen Zerstreuung und'der Jetztzeit 'verflossen sind. Während dieser ganzen Zeit-hat sich -der-reiche Jude der Uebung des Gesetzes mit derselben strengen Gewissenhaftigkeit ergeben, wie derärmere,- underprobte hierbei seine Frömmigkeit in noch reinerem Mütze / weil bei ihm mehrfache Motive fehlten/ * die den armen zur - strengen' Orthodoxie bestimmen können» - Jndeß dieganze Erklärung für'die Ansässigmachungin fremden Ländern ist eine irrige. Zum größten -Thüle lagen historische Momente - zu Gtünde. Große Massen - der Juden - -wurden von den' Eroberern nach dem Auslande, - wie nach Mxandria, Antiochiä, Seleucia u. s. w.- verpflanzt; die beständigen Kriege, welche über - Palästina- - hinbrausten - und' das Land zum steten Zankapfel der Asien - und Africa beherrschenden Mächte machten, trieben andere zahlreiche Massen in die - Fremde, wohinsie;dann freilich der Gewinn um so mehr' lockte. Wir< können,- wenn wir außerdem auf dieses Moment« Rücksicht - nehmen wollen, umgekehrt sagen: vie reichen Judenwanderten nicht aus Palästina aus / um anderswo ihre Reichthümer zu vermehren und besser zu genießen,« sondern -sie wanderten nicht Nach Palästina' zurück/ wo-«so "-viele-Aufstände^ und Ruhestörungen statt ' y * v1

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