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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-20 · Heft 34 (20.8.1872) · p. Seite 671

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 34 (20.8.1872)
Date
1872-08-20
Page
Seite 671 (sequence 9)
Language
German
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Heils mächen. Im einzelnen ist ihr Wirkungskreis beschränkt; zusammengenommen halten sie der großen Zeitungspresse wohl die Wage, noch dazu da sie es mit. einem weniger urtheilsfähigen Publicum, das vor Gedrucktem noch vielen Respect hat, zu thun haben. Es versteht sich, daß wir nicht immer auf solche Blättchen und ihre Auslassungen Rücksicht nehmen können. Meistentheils haben wir es daselbst nur mit tendenciösen Ablagerungen aus größeren Blättern oder sonstigen Druckschriften zu thun; wir können, was gegen solche bereits oft genug gesagt worden, nicht immer wiederholen und müssen es daher in vielen Fällen unfern Freunden an den betreffenden Orten überlassen, das Angemessene dagegen zu thun. Allein es ist uns doch immerhin wichtig, die Stimmung zu erkennen, wie sie sich auch in kleineren Kreisen zu Tage wagt und geltend macht. — So liegt uns heute Nr. 179 des „Rostocker Anzeigers" (vom 3. Aug.) vor. Derselbe druckt aus einem vor kurzem erschienenen Büchlein „Gott und Naturwissenschaft" eines gewissen A. von Hartmann (nicht zu verwechseln mit dem Philosophen E. von Hartmann) einen ganz nichtssagenden Abschnitt über die verschiedenen Religionssysteme ab, in welchem die mosaische Religion mit einigen wenigen, Verachtung aussprechenden Worten abgethan wird. Etwas varauf zu erwiedern wäre der Mühe nicht Werth. Wir beklagen nur die Dürftigkeit eines doch an Umfang kleinen Blattes, daß es zur Ausfüllung seiner winzigen Spalten des Nachdrückens solcher Fraubasereien bedarf. Dennoch ist es für das meklenburgische Blatt bezeichnend, daß es nach derartigen antireligiösen Expectorationen greift. Hat in Mek- ' lenburg die Feindschaft gegen alle positive religiöse Ueberzeugung schon so Platz gegriffen, daß die Ortsblättchen ihr zu fröhnen sich beeifern? — Da die Gegensätze sich zu berühren pflegen, wird es nicht auffallen , daß - sich dem obigen Blättchen die Nummer 176 des ultramontanen Blättchens „Der Volksbote" (München vom 4. August) anreiht. Dasselbe bringt einen Protest - angeblich von deutschen Katholiken in Louisville (Nordamerika), gegen die Vertreibung der Jesuiten aus Deutschland. Das Hauptargument finden diese Herren in dem Proteste der Juden und der Regierungen gegen „die Vertreibung einer Hand voll Juden aus Rumänien." Darauf kommen' sie immer wieder zurück,-dies liegt ihnen wie ein, unverdaulicher Brocken, iw Magen. Mit welcher Sachkenntniß sie aber ausgerüstet sind, sieht 'Man daraus, daß sie immer nur von Vertreibung der Juden aus Rumänien sprechen, während doch gar keine Vertreibung, sondern Verfolgungen stattgefunden haben. Dann aber hätte die Analogie für die Jesuiten gefehlt, da diese nicht verfolgt, sondern vertrieben werden. Es lag nun für die Katholiken in Louisville auch nahe, ihre Vergleichung noch zu verstärken, indem sie ihre Schützlinge, die Jesuiten, als die unschuldigsten Lämmlein, die rumänischen Juden als schamlose Verbrecher hinftellen. Nun, sind die Juden so schuldvoll , wie die Jesuiten unschuldig, dann ist unfern Glaubensgenossen die Ehrenerklärung bereits gegeben. Herrn Zander, dem Redakteur des Volksboten, hätte es nun obgelegen, die Katholiken in Louisville eines Besseren zu belehren, aber er ist ja dem Besseren selbst ebenso abhold. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 8. August. Auf die Eingabe der niederöstreichischen Handels- und Gewerbekammer (s. Nr: 32) bei dem Handelsministerium zu Gunsten der rumänischen Juden hat das letztere eine Antwort erlassen, in welcher es verheißt, daß die kaiserliche Regierung auch in Zukunft die nöthig erscheinenden Schritte thun werde, um Verfolgungen der Juden in Rumänien hintanzuhalten. Wien, 10. Aug. Professor Dr. Max Büdinger, bis jetzt. Professor der Geschichte in Zürich, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität zu Wien berufen. — In Arad wird eine Marmorbüste des verewigten Rabbiner Chorin im Landesmuseum ausgestellt. (Das Nähere in nächster Nummer.) Schweiz. Baden (Aargau), im August. (Privatmitth.) Am 7. Juli dieses Jahres hat der „Culturverein der Israeliten in der Schweiz" seine diesjährige: Generalversammlung gehalten und den Bericht seines Vorstandes entgegengenommen, der nunmehr auch im Druck erschienen ist. Den ersten Gegenständ der Berathung bildete die Reinigung, Jnstandstellung und so fort der' Gräberstätte auf der sogenannten Judeninsel bei Coblenz am Bodensee ls. unser Feuilleton). Dazu bedarf

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