Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-20 · Heft 34 (20.8.1872) · p. Seite 669

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 34 (20.8.1872)
Date
1872-08-20
Page
Seite 669 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226887--30902-3253800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Ansichten nicht so verständlich hervortreten, wie et sie sicherlich geben will. Einen Stundenplan theilt er nicht mit, weil dieser eben; nach den Umständen sich richten solle. Dagegen ertheilt er aus Einsicht und Erfahrung geflossene Rathschläge, deren nähere Erörterung hier nicht am Platze wäre, und die daher in dem Heftchen selbst nachzulesen sind. Wer die Verbreitung des Schriftchens fördert, thut zugleich ein wohlthätiges Werk, da der Reinertrag in die Casse des Lehrerunterstützungsvereins fließt, dieser aber, da er nunmehr die Auszahlung von Unterstützungen beginnt, erhöhter Mittel bedarf. Literarischer Wochenbericht. und der Pflichtmlehre ein Schnlchan-Aruch im Kleinen hinzugefügt wird. Denn so kann man es wohl bezeichnen, wenn selbst die Feier des fünfzehnten Schwab und 15. Av, die drei Tage vor Schabuoth u. s. w. zur Feier empfohlen werden^ das Pidjon habben, das Schatnes und vieles andere, z. B. sämmtliche Benedictionen angeführt, erklärt und empfohlen werden. Dies ist alles ganz nützlich zu wissen; ob es aber schon in den Unterricht der ersten Stufen gehört, ist uns fraglich. Die Sprache ist überall leicht faßlich, wenn auch für den Religionsunterricht etwas nüchtern. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, 29. Juli. „Leitfaden der mosaischen Religion. Für die israelitische Schuljugend bearbeitet von Isaak Rosenmeher, Oberlehrer. Pest und S. a. Ujhely. 1872." Wir haben stets die Bestrebungen^des Herrn I. I. Rosenmeher, dem auch diese Zeitung seit einer Reihe von Jahren Correspondenzen verdankt, gern anerkannt, wie er sich bemüht, ohne seine deutsche Bildung aufzugeben, der Sprache und Literatur des Landes zu dienen, in welchem er seit Jahrzehnten als Lehrer wirkt. So hat er bereits eine biblische Geschichte in deutscher und ungarischer Sprache verfaßt, deren zweite Auflage unter der Presse ist; so ist in der vorliegenden Schrift die ungarische und die deutsche Abfassung neben einander gestellt, und zwar so, daß die erstere den Vorzug hat, auch den hebräischen Urtext der Sprüche u. s. w. zu enthalten. Was nun den Inhalt dieses Leitfadens betrifft, so mag er zwar, dem Bedürfniß in Ungarn angepaßt sein, wir selbst aber können uns mit demselben nicht ganz einverstanden erklären. Der Verf. beginnt mit einem, dem Gegenstände und der Form nach für den ersten Unterricht der Kinder angemessenen ersten Abschnitt: „Von meinen Aeltern, von meinen Geschwistern und Verwandten, von den Schülern und Schülerinnen, vom lieben Gott, vom Gewissen." Hieran reiht sich, vom zweiten Abschnitte an, der Leitfaden in Fragen und Antworten, und hier wird sofort so sehr in's Detail gegangen, daß die ganze traditionelle Kette bis auf die Abfasser des Talmuds - erwähnt, daß neben den zehn Geboten auch die dreizehn Glaubensartikel ausführlich erklärt Berlin, 9. August. (Privatmitth.) Der bekannte Erlaß des evangelischen Consistoriums der Mark Brandenburg und dessen Bestätigung durch den Oberkirchenrath hat wenig gefruchtet; denn genanntes Consistorium hat aus dem vergangenen Jahre doch wieder drei Uebertritte vom Christenthume zum Judenthume innerhalb der Provinz Brandenburg zu melden, in Berlin , Potsdam und Frankfurt an der Oder. — Das Counts für die rumänischen Juden hat eine dritte Liste veröffentlicht, welche wieder 2444 Thaler als eingegangen nachweist, zusammen 14,569 Thaler. Vom Rheine, 8. Aug. (Privatmitth.) Sie haben, wie es dem Charakter der A. Z. d. I. entspricht, die Entgegnung des Herrn Oberrabbiner Dr. Horowitz, sowie einen Bericht über den von ihm projectirtcn Verein ausgenommen , und so werden Sie auch noch ein Wort dem sich vertheidigenden Lehrerstande gestatten, da es ja hier um Sein, nicht um Schein sich handelt. Daß die Lehrerconferenz in Neuß das Recht gehabt habe, das Vorgehen des Dr. Horowitz in Schulangelegenheiten, fein Circular und seinen Statutenentwurf zu kritisiren, wird doch niemand in Abrede stellen wollen. Ich frage, wenn einem ganzen Stande öffentlich vorgeworfen wird, ohne Ueberwachung in der Erfüllung seiner Pflichten nachlässig und zu Versäumnissen geneigt zu werden, und daß dies auch bei dem gewissenhaftesten und eifrigsten Lehrer der Fall sei, ich frage, ob dieser Stand solchen Beschuldigungen gegenüber stillschweigen solle? Was würde wohl der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.