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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-13 · Heft 33 (13.8.1872) · p. Seite 652

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 33 (13.8.1872)
Date
1872-08-13
Page
Seite 652 (sequence 10)
Language
German
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Schullasten von sämmtlichen Inhabern von Reihestellen getragen würden, und zwar auch in solchen Fällen, wo sie die betreffenden Reihestellen nicht selbst bewohnen, oder wo sie zu einer anderen Confession oder Religion als der lutherischen sich bekennen. In Böfingfeld in Lippe-Detmold hat man unlängst in der Kirche eine Gedenktafel für einen an seinen Wunden gestorbenen Krieger aufgehangen, den Namen Hermann Goldmann jedoch, obwohl auch dieser während des Krieges an Strapazen in Frankreich gestorben ist, auf derselben anzubringen unterlassen und zwar-bloß, weil Goldmann Jude war. Dagegen hatte man es durchaus nicht verschmäht, bei den Juden Geld für die Gedenktafel zu sammeln. Ein ähnlicher Fall kam kurz vorher auch in Zierenberg vor. l Aachen, 5. August. (Privatmitth.) Wir Hütten nflch fast.25 Jahren wieder das Glück, den um unsere Glaubensgenossen so hochverdienten würdigen Sir Moses Montefiore in unfern Mauern zu begrüßen. Derselbe war auf seiner Rückreise von Petersburg am Freitag Mittag hier eingetroffen und verweilte bis Montag. In Petersburg hatte er dem Kaiser Alexander seine Glückwünsche zur 200-jährigen Jubelfeier des. Geburtstags Peters des Großen dargebracht und zugleich im Interesse der russischen Juden bittende Worte an hoher Stelle ausgesprochen, die, wie wir hören, ein williges Ohr gefunden haben. — Da der ehrenwerthe Sir Moses von der Reise sehr angegriffen war , so ließ er den sabbathlichen Gottesdienst in seinem Hotel durch einen Cultusbeamten unserer Gemeinde im Verein mit der gesetzlichen Zahl von zehn Männern abhalten. Am Sabbathnachmittag begrüßten ihn der Rabbiner und der Vorstand der hiesigen Gemeinde mit warmen, herzlichen Worten ehrender Anerkennung seiner großen Verdienste um die Juden unseres Jahrhunderts. Sir Moses, eine würdige, imponirende Greisengestalt, meinte in seiner großen Bescheidenheit, daß wir seine Verdienste allzu Hoch anschlügen, und freute sich sehr, hier wie überall, wohin er komme, warme theilnehmende Herzen in Israel für die leidenden Brüder im Morgen- und Abendlande zu finden. Mit Interesse ließ er sich von dem Stande der hiesigen Gemeinde, der er ja nicht fremd ist, berichten und besichtigte am darauf folgenden Tage unsere schöne Synagoge. Wir schieden von dem feltenen, hochbetagten ^Greise mit dem innigen Wunsche, daß Gott noch viele Tage'füge zu den btshep vörleWn-Tagendes um das Wohl seiner unglücklichen Glaubensbrüder unablässig besorgten und noch so rastlos thätigen Mannes. Oeffcrrcichischungarische Monarchie. Wien, im Juli. (Privatmitth.) Zur Ergänzung der statistischen Notizen in Nr. 30 theile ich Ihnen folgende Vergleichung aus der Bevölkerung der im Reichstage vertretenen Kronländer nach den Religionsbekenntnissen aus den Zählungen von 1857 und 1869 mit. Unter je tausend fanden sich nämlich: 1857 1869 Katholiken lateinischen Ritus 808.71 803.70 „ griechischen „; 116.03 115.27 „ armenischen „ 0,19 0.15 Griechisch-orientalische 24.00 22.66 Armenischorientalische O.u 0.05 Evangelische augsburger Confession, 10.77 12.23 Evangelisch-Helvetische „ 5.47 5.14, Unitarier 0.01 O.01 Israeliten 34.52 40.57 Bekenner anderer nicht christlicher Glau I 0.2» bensbekenntnisse 0.19 1 VvUvvlUUUVUl||v Andere nicht christliche Glaubensgenossen \ O.oa Bei den Israeliten fand daher eine Zunahme um 0.60 Procent, und bei den Evangelischen augsbupger Confession um O.15 Procent statt. Dagegen nahmen ab die Armenisch-orientalischen um 0.01 Procent, die Evangelischen helvetischer Confession um 0.0s, die Katholiken griechischen Ritus um ö.os, die Griechischorientalischen um O.1.3 und die Katholiken, lateinischen Ritus um O.50 Procent. Haben also die Israeliten die stärkste Vermehrung erfahren, so muß ein kleiner Bruchtheil davon auf die Einwanderung in Wien aus Ungarn und seinen Nebenländern gerechnet werden- Uebrigens haben sie sich in Böhmen vermindert, und zwar um 0.06. Frankreich. Paris, 1. Aug. In der Sitzung vom 15. Juli hat der Municipalrath von Paris im Princip dienöthigen Credite zur Vollendung der Synagogen in der Rue de la Victoire und der" Place royale,' zusammen

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