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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-06 · Heft 32 (6.8.1872) · p. Seite 633

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 32 (6.8.1872)
Date
1872-08-06
Page
Seite 633 (sequence 11)
Language
German
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solche-Meise -würden. Vereine zu ,hlqßm Assecuranzcassen, -und dem.muß eifrigst entgegengestrebt.werden. Wien--" 24: IM Bei den vielseitigen .Verbind .düngen der hiesigen Geschäftswelt mit den israelitischen. Handelsleuten in Rumänien-hat-sich-die niederöstreichische' Handels - und- Gewerbekamwer für berufen gehalten, Schritte zu thun, daß gegen die sowohl das Gesetz als die-Hümamtät schwer verletzenden Judenverfolgungen in Rumänien von kompetenter und mächtiger Stelle aus ernste Einsprache erhoben werde. Sie bittet deshalb im Wege des Handelsministeriums die k. k. Regierung um geeignete Einflußnahme, damit in dem genannten Nachbarlande die israelitischen Kaufleute von dem für andere Einwohner dort bestehenden Rechtsschutze nicht weiter ausgeschlossen seien. Krakau, 24. Juli. Die Läge der Gesetzgebung im östreichischen Kaiserstaate ist so verworren, daß man alles für möglich halten muß. So eignet sich der hiesige städtische Gemeinderath das Recht an, die Neuwahlen, die zu seiner Ergänzung stattfinden, zu beurteilen , zu bestätigen; oder zu, verwerfen. Erst jetzt wieder hat derselbe in seiner Plenarsitzung den Antrag der Verificationscommission, dessen ich in meiner jüngsten Correfpondenz Erwähnung that, mit großer Majorität seinem ganzen Inhalte nach , angenommen.. In Folge dieses Beschlusses wurde die Wahl von zwölf Gemeinderäthen — darunter acht Juden und ein Confessionsloser — für ungültig erklärt-und der Bürgermeister gleichzeitig ermächtigt, ehestens Neuwahlen anzuordnen. Der Kampf war ein ziemlich heftiger, aber von Anfang an ein undankbarer. Hatte sich einmal der Gemeinderath in seiner dermaligen Zusammensetzung für kompetent erklärt, über die Neugewählten zu Gericht zu sitzen, so war das Resultat leicht voraüsznsehen. Bei den bevorstehenden Neuwahlen dürste es aber zu Scenen kommen, wie sie bis jetzt nur jenseits der Leitha an der Tagesordnung waren. Lemberg, im Juli, Anläßlich der krakauer Gemeindewahlen denuncirte ein. polnisches Blatt einen daselbst neugewählten Gemeinder.ath israelitischer Confession, daß er seine Kinder in Deutschland erziehen lasse. Der Betreffende erklärt nun in den krakauer Blättern,, daß ex wirklich, einen seiyer Angehörigen in Deutschland fiudiren lasse und „daß er Mitleid empfinde mit denen, welche es angesichts'der riesigen CMM Überlegenheit Deutschlands für unstatthaft halten, ' d äß' jemand seine Kinder' inDeutschland bilden läßt".' Bei der hochgradigen Eitelkeit der polnisches Nation und bei dem Terrorismus, der daselbst gegen'Andersdenkende ausgeübt wird, gehört wahrer Manneswuth dazu, in dieser Weise öffentlich für seine Ueberzeugüng' einzustehen. - - -- Pest, im Juli. (P. L.) Die Gründung eines israelitischen Spitals im Curorte Gleichenberg, welche während der vorjährigen Badesaison von einigen Curgästen angeregt wurde, scheint sich bald realisiren zu wollen. Die erste von den Herren M. Steiner, H. Kobler, Gustav Eisler, Sigmund Neu-' stadtl aus Wien für diesen Zweck veranstaltete Sammlung hat einen Betrag von mehr als tausend Gulden' ergeben. Frau Charlotte Kuffner hat die vollständige Einrichtung eines Krankenzimmers zugesagt. Ist der diesbezüglichen Saison haben die Herren Jakob Kaufmann, Mäher Bskessh, Ignaz Nagel aus Pest, Karl Friedmann aus Miskolcz die Angelegenheit in die Hand genommen. Eine wiederholte Sammlung Lei ' den anwesenden Curgästen und eine durch die'genannten Herren veranlaßt Theatervorstellung ergab»' eine Summe, durch welche der Spitalfonds Am mehr als die Hälfte vergrößert wurde. Nicht geringe Ermutigung und Anregung fand der Wohltätigkeitssinn der Spender und der Eifer des aus den genannten Herren bestehenden provisorischen Spitalcömitss, durch die beifällige Aufnahme der Angelegenheit' von' Seiten Sr. Excellenz des Grafen Wickenbürg, welcher bezüglich des bevorstehenden SpitalbaueS die fteuM lichsten Zusagen gemacht hat. Weitere Spenden werden dankend angenommen und sind an das provisorische gleichenberger Spitalcomits zu richten. DonaufüOenchümer« Fokschani, 21. Juli. Am 21. Juli a. St. hat vor dem hiesigen Schwurgerichte eine Verhandlung stattgefunden, die auf der einen Seite zeigt, welch gesunder Kern in unserm Bauernstände steckt, und^M alle Excesse, die auf politischem sowohl als auch auf religiösem Gebiete sich bei uns leider nur allzu oft

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