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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-08-06 · Heft 32 (6.8.1872) · p. Seite 632

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 32 (6.8.1872)
Date
1872-08-06
Page
Seite 632 (sequence 10)
Language
German
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i hat,,, die. nach eingelaufener Bestätigung seitens der Regierung auch bereits ausgezahlt wurden. im Juli. (Privatmitth.) Wenn jüngst in d. Bl. nach der Prager „Wahrheit" über den pr!ojectirten Bau einer'neuen großartigen Synagoge sowie über Reformen des Gottesdienstes berichtet worden fft, so muß zur Ergänzung hinzugefügt werden, daß 'es "mit diesem Bau noch lange nicht so weit gediehen, derselbe vielmehr'sehr zweifelhaft geworden ist. "T ie in die Verwaltung neü' eingetretenen Persönlichkeit m fürchten nämlich, daß über kurz oder lang der ß tzt bestehende Zwang für die Zugehörigkeit zur Gemeir de aufgehoben, und dann eine zu'große "Schulden!rst den Einzelnen aufgebürdet werde. ' Der ’ religiöse S ndifferentismus ist hier so groß , daß man auf fr nwillige Beiträge zum Synagoge'nbau verhältnißmä ng nur sehr wenig rechnen darf. Richtig ist, daß )ie Orgelfrage zu Gunsten der Einführung dieses Jnsti uinentes entschieden worden ist. Auch unser gegenwärtiger Rabbiner Herr vr. Perles hat seine Zustirnmr ng gegeben, durch welche Concesston seine Stellung in '»er Gemeinde sehr gebessert worden ist, da in ihr die ndicale Richtung vorherrscht. Im Uebrigen wird dieser ebenso gelehrte wie besonnene Mann, der bei etvas schwachem Organe eine große Rednergabe besitzt, l ier sehr gewürdigt. Colmar, 9. Juli. Am 30. Juni fanden die ..Wahlen für, das Consistorium des Sprengels von Colmar statt. Auf 285 4 eingeschriebene Wähler wr rde die Liste der für gemäßigten Fortschritt gesinnten Mitglieder mit durchschnittlich 1200 Stimmen gewählt. Nur eine geringe Zahl von Stimmen vereinigte eine entgegengesetzte Liste streng orthodoxer Mitglieder, W -bei es sich factisch um die Wiedereinführung einiger .abgeschafften Piutim handelte. — Am 6. Juni hielt der bisherige Großrabbiner Herr I. Levy seine Äb- . schiedsred^ da er Colmar verläßt und in Besoül!das neugeschaffene Großrabbinat antritt. Es versiehtjsich .von selhst, daß die Rede eine Verherrlichung ‘ Frankreichs enthielt, die dem Redner um so weniger verdacht werden kann als er aus derarttgen Motiven seinen bisherigen Wirkungskreis verläßt. \ Wien, int Juli: Die M Z. v. I. hat»sich.zur Aufgabe gestelli,' alle' HMaMM'tt'Bestrebungen'innerhalb des Jüdenthums möglichst zu unterstützen/'und so gestatten Sie mir/eine kleine Lüfle auszufüllendie ich von hier aus bemerkt habe. ''Schon im'Februar d. I. gab der „Verein zurKrankeNpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten^ seinen 26. Jahresbericht heraus/ ' und sicherlich gehört ^dieser Verein zu den wöhlthätrgsten hieWr Gemeinde, i so daß er des Vorbildes wegen an dieser Stelle wohl erwähnt werden mußte. "Der Verein besteht mach dem Berichte aus 773 Mitgliedern/ und Befaß am Ende des Jahres '132,317 fl. an'Fonds. Seine Einnahmenbetrugen 12,474 fl./seine Ausgaben 8531 st/> Ansechs Mitglieder wurden als Pension 1449 st., und für Krankenpflege von 118 Mitgliedern 3539 fl. , außerdem noch 1250 ff. ast das' ärztliche Personal gezahlt.- Aus diesen Angaben ersieht' man den' Umfang dessen, was der Verein für seine'' Mitglieder leistet, und es - kann daher nur gewünscht'werden/ daß die Mitteldesselben sich bedeutend vermehren, um hinsichtlich der-Aufnahme neuer Mitglieder nicht so streng sein'MMüssen, wre es jetzt gehandhäbt wird,' um den/Verein-nicht zum Wanken zu bringend Man' befürchtet--Nämlich, daß die Zahl her Pensionäre mit dem Laufe der Zeit immer größer werden,1 und der - Verein-' dann'- nicht Mittel genug besitzen ' werde'/ üm der'Krankenpflege vollständig genügen 'zu können.' Da die'Einnahmen noch immer die'Ausgaben übersteigen-undeinem Drittel an den Fonds übergehen,'so'scheint uns jene Befürchtung doch aus zü großer AenMchkeitchervorzugehen und her Wohlthätigkeit" Abbruch'tzu ' thun, welche doch die' Seele des ' Vereins ist.'' - Einer Rüge, die her Vorsitzende in der Generdlversümmlung aussprach, ist uns ausgefallen, und wirfteitleü"; Schatten auf die Mitglieder 'des Vereins: Es finden sich nämlich bei den Leichenbe'gängnissen vdn "Mitgliedern trotz der Einladung des Vorstandes 1 tn der"'Regel keine Mitglieder ein, so daß immer nur der Vorstand allein dabei vertreten ist. ' Dies ^eigt weM^THeilnahme und Hietät Mitglieöer für einander -,- Md'das. bloße Zahlen eines Beitrages /' wofür man'l-im'Nothfalle reichliche' Leistungen' beansprucht,' ist zwarkaufmännisch, nicht aber die Eigenschaft einer Brüderfchcvft.' Auf

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