Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1872)
- Date
- 1872-07-30
- Page
- Seite 613 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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OHerrch-iDkamsaüsche Mo»srMe^. - -Krakau, .4. Zuli. -:(Privaztmstth.), Meden-ist Silber, Schweigen- Gold , - geben: wir denjenigen als Antwort , -welche uns etwa des, Zndifferentismus zeihen, daß wir mehr als durch.zwei Jahre mit unseren Gerichten in dieser Zeitung innehielten. Ja! Jedem seine Nation liebenden Glaubensgenossen in Galizien bleibt, wenn er keine Lust in sich verspürt, C h i l l u l Hasch e m zu machen, gegenüber den sich - vor seinen Augen abspielenden Vorkommnissen,' nichts übrig, als Alles todt zu'schweigen; er würde übrigens sonst auch tauben Ohren predigen. . Denn es will einmal in Galizien nicht besser:,werden. Wir wollen damit nicht sagen, daß die Strahlen des Zeitgeistes ' sich noch nirgends Bahn gebrochenchätten.Das..-sei ferne von.uns! Wir gestehen vielmehr mit Freude ein, daß das Bildungsbedürfniß in vielen Schichten des Volkes bereits eingedrungen ist, wo das Streben vorherrscht, aus dem Ahgrunde, in.welchen die mittelalterlichen Institutionen sie hineingestürzt haben, sich womöglich herauszuarbeiten.; Ein großes Theil der Stadtbewohner läßt bereits, seinen! Kindern einen wenn auch nicht öffentlichen und des-; halb auch nicht gründlichen, aber immerhin wen nochj wendigsten Elementarunterricht ertheilen. Aber was Hilst dies. alles.? Der, Fortschritt ist noch nicht ein- ' getreten.. Es fehlt uns an Männern,- welche denselben würdig repiräsentiren könnten. Wohl haben.. wir be-; reits eine sogenannte. Intelligenz. Aber leider ist diese; zum größten Theile dem Judenthume entfremdet und j anstatt dem Volke ejn aufmunterndes Beispiel zu ge-: ben daß sich Bildung und Religion ganz gut vereimgeu könnte, geben sie in letzterer Beziehung das abi schreckendste - Beispiel, so daß manchen Vater, bei. dem i Gedanken, daß sein/Sohn .etwa ein solcher Mensch! werhen könnte, ein Grauen exgreift-.und in ihm den - Entschluß.: wachruft.^ von seinem Sohye das. Gift dep \ Bildung Mpn zuhalten. Deshalb M,es,gar,nicht,zu l verwundern,, wenn-es mitAblegung . tzer sogenannten; polnischen. Trachti. so langsgm -wie,m Schn^ckengang \ vor sich^geht,: Denn eh ist ^as MaB,HigenLhümliches, \ was wir uns selbst'nicht enträthseln können. Wenn \ KMn Mit Mm. Moderr .neu MH pertauscht, so,.glaH^M^^sich,sin<Wenanhexn! Gesichtskreis versetztwnw giebt Mn^Mchen^Maß; seinen Glaubensgenossen öffentliches Aergerniß^ wodurch l ^r dem,zFortschrftte wehr schadet M Mt. .Seffstverstäudlich hat.jede Regel, ihre Ausnahme, iyrd namentlich in jüngster Zeit haben sich einige achtbare Herren modernisirt, ohne ihren ftühern religiösen Gesinnungen untreu geworden zu sein. . Aber leider sinh dies nur Ausnahmen,, und wir müssen es der Zeit überlassen , daß . diese Ausnahmen zur Regel werde^. Denn , von diesen Herren hängt unserer Ansicht nach eigentlich die. weitere'Entwicklung des Fortschrittes;;itt Galizien ab. Denjenigen, die noch in der slavjschen Tracht stecken, fehlt es an der nöthigen Energie und Consequenz, um eine That zu vollenden.' .Und Helhenthaten müssen vollzogen werden, . um. Galizien.aus h^er mehr als. hundertjährigen Lethargie aufzurütteln. Was wir am meistssn entbehren, ist em Blatt, das den.jüdischen Interessen gewidmet wäre und . sich speciell. wit her Hebung der socialen und sittlichen Zustände Galiziens befaßte, da die in Lemberg und Brodh erscheinenden. Blätter mehr .locale Jntexessey vertreten.. Wir können Lei dieser Gelegenheit nicht Unterlasten, unserem Bedauern über das Eingehen des seiner Zpit cvon Herrn Rabbiner Joseph Kohen Zedek pedigirren Blattes Hammewasser Ausdruck zu verleihen. Denn obwohl diese Zeitschrift mehr eine conservative Richtung .verfolgte, schlug, sie doch, nie, gleich andern hebräischen Blättern, dem Fortschritt Ws Gesicht, sondern nDte demselben indirect in so fern, als durch denselben .ein großer Theil der Bewohner.Galiziens von der Existenz von .Männern wie Dr. Jesiinek^ Adler,^Mljppsou, Schmidt, und andern Zierden des JpdpnthMs Mt Kenntniß erhielt und dadurch zu der EinsichWlgng^e, daß das. Judenthum außerhalb der Gränzpm GÄjzwus zu existiren noch nicht 'aufgehört hgt.. WW. unsere Politische- Gleichstellung betrifft, so ist dieselbeMhl durch die Versaffung garantirt, wird jedoch pon. den,städtischen .Gemeinden in den .kteiußrn^ PröviunalWtM^sechr verkümmert, unddas wird sp lange stortdMpn, bis> die ,Dden sich durch Bildung,mnd Intelligenz rM verschaff^ haben werdexr. , Mp sie, Äe.r dazu .gelangen jxii lji$r ei ne. andere. FrM , ^s wird Wohl .jetzt, im Lande..Held^, das, uehhnbei.gesagt sohr Kärlich,'einjkyWrqt ZM.ZwErd^Mbpng der IoMchMil^M^scMgljett,.... Mer hiM.-Md Wirb Ileider bejt Juden nicht zu Gute kommen, dg.Kp fie der. Msuch d'orx ^DhöH^n.MivMchjrkn, '..Die HHe pnzr"VW -HeiL,sei^dürfte7. Hwr HMe nur hKÄ. ^ernberg ........... —^