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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-07-23 · Heft 30 (23.7.1872) · p. Seite 593

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 30 (23.7.1872)
Date
1872-07-23
Page
Seite 593 (sequence 11)
Language
German
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Bonn, 14.Juli. (Privatmitth.) Im Junihefte des „Centralblattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen" werden die aus jüngster Zeit stammenden „Zuwendungen im Ressort der Unterrichtsverwaltung, zu welchen die landesherrliche Genehmigung ertheilt ist ," aufgeführt. Wir bemerken aus diesen folgende, die uns hier interessiren: „Der Kaufmann Lach ma n n (Israelit) zu G r a uden z hat der dortigen Stadtgemeinde ein Capital von 25,000 Thlrn. zum Baue eines Gymnasialgebäudes zugesichert." „Der Director des jüdisch-theologischen Seminars in Breslau, Dr. Frankel, hat diesem Seminar die Summe von 5173 Thlrn. 12 Sgr. 10. Pf., von welcher 4673 Thlr. 12 Sgr. 10 Pf. durch eine Sammlung aufgebracht und 500 Thlr. von ihm aus eigenen Mitteln hergegeben worden sind, zu Stipendien für aus dem Seminar hervorgegangene Rabbiner resp. zu Unterstützungen für Studirende desselben geschenkt." „Die Witwe Salom Zurkann geb. Wolf in Bonn hat dem jüdischen Waisenhause für Westphalen und Rheinland in Paderborn ein Capital von 15,000 Thlrn. vermacht." In demselben Hefte ist S. 463 ein Regierungserlaß über die Stellung des Lehrers enthalten, der in einer Schule gemischter Confession für eine Confession den Religionsunterricht ertheilt, ohne den anderweitigen Unterricht zu ertheilen. Wie in Preußen gegenwärtig die Verhältnisse liegen, hat dies für die jüdischen Lehrer noch kein praktisches Interesse, vielleicht später. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 7. Juli. (Privatm.) Der Zweck dieser Zeilen ist blos Ihnen einige statistische Notizen über die Zahl der Juden in den verschiedenen Orten Niederöstreichs, wo bekanntlich bis zum Jahre 1848, außer in Wien und in Baden, keine wohnen durften, zu geben. Wie bereits früher bemerkt wurde , wohnen in Wien 40,230, und auf dem Lande in Niederöstreich 11,650 Juden. Von diesen letzteren bewohnen Hernals 1857, Sechshaus 1632, Schwechat 245, Hietzing 297, Korneuburg 376, St. Pölten 403, Baden 311, Wölkersdorf 261, Matzen 259, Großenzersdorf 240, Klosterneuburg 206, Zistersdorf und Krems je 205, Oberhollabrunn 199, Feldsberg 195 und Stockerau 182. Ihre „Vertraulichen Briefe über die Redekunst" wären unfern angehenden Predigern sehr zu empfehlen. Es dürfte im Interesse der Sache sein, wenn sie vollständig gedruckt vorlägen, sie auch selbstständig erscheinen zu lassen. Prag, 10. Juli. Die Details, welche über die neueste Büberei bekannt werden, mit welcher der czechische Pöbel sein Müthchen an den Häusern zweier melniker jüdischer Kaufleute abkühlte, liefern abermals eine Illustration zu den hinlänglich bekannten Segnungen czechischer Gemeindeautonomie. Viermal wiederholten die würdigen Rivalen der Nagelschmiede von Hyrowitz und Hostomitz ihren heldenmüthigen Angriff auf unschuldige Fensterscheiben, ohne daß die melniker Gemeindepolizei eine Hand rührte, um dem Unsuge zu steuern. Daß die Staatsbehörden sich um so energischer der gefährdeten Sicherheit der Person und des Eigenthums annehmen, ist daher dringende Notwendigkeit, und unter dem strammen Regiment des Baron Koller ist auch nicht zu zweifeln, daß dies geschehen wird. Unghvär, Ende Juni. (Privatm.) Wie in den meisten Gemeinden Ungarns haben sich die dem Fortschritt Huldigenden von den sogenannten Orthodoxen getrennt. Die hiesige Fortschrirtsgemeinde, welche sich durch Opferwilligkeit rühmlichst hervorthut, hat nun vor einigen Tagen den Grundstein zu einem neuen Tempel unter zahlreicher Betheiligung des Publicums gelegt. Bei dieser Gelegenheit hielt unser Prediger, Herr vr. Klein, eine schöne ungarische Rede. Nicht unerwähnt dürfen wir lassen, daß ein Christ, Herr Joseph Özvegyi, den Tempelbaufonds mit einer ansehnlichen Summe vermehrte. Ho l l a n d. Aus dem Haag, 1. Juli.' Gestern kam im Haag eine Versammlung zusammen, um gegen die Verfolgung der Juden in Rumänien zu protestiren; Advocat H. Tels präsidirte. Die Versammlung war sehr zahlreich besucht. Mehrere Christen, darunter zwei angesehene, Geistliche, waren gegenwärtig. .Die Versammlung dauerte, zwei Stunden. Professor Goudsmit beantragte eine Resolution, in. welcher ein. Protest der Versammlung gegen die an den rumänischen Juden

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