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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-07-16 · Heft 29 (16.7.1872) · p. Seite 566

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 29 (16.7.1872)
Date
1872-07-16
Page
Seite 566 (sequence 4)
Language
German
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zu Breslam ' Breslau , Julius Hainäuer." Von dem pietätvollen Streben'geleitet, das alte „Chasonus" mit neuem, frischem Geiste erfüllt dem Cultus der Gegenwart anzupaffen, unternahm Herr Obercantor Deutsch die sehr schätzenswerthe Arbeit, die altjüdischen Melodien zu sammeln und in einer bisher nicht vorhanden gewesenen Vollständigkeit herauszugeben. Wie es von dem anerkannten Meister zu erwarten steht, war er bestrebt, „den traditionellen Gesang nach Kunstgesetzen zu ordnen, mög-, lichst zu vereinfachen und mit dem Texte zu verbinden, ihn aber nichts desto weniger in seiner Originalität zu erhalten." Die Intonationen sind nicht allein für den vierstimmigen Chorgesang, sondern auch einstimmig notirt und geben dadurch dem Vorbeter in kleinern Gemeinden volle Gelegenheit, sich mit dem Ritualgesang vertraut zu machen. Der Verfasser, welcher seit 15 Jahren an dem „Musikinstitut für -jüdische Cantoren und Lehrer" rühmlichst wirkt, war in hohem Grade berufen, die „Vorbeterschule" herauszugeben und dadurch zur Geschichte der Musik überhaupt einen sehr dankenswerthen Beitrag zu liefern. Ein klar geschriebenes Vorwort, das über den Ursprung des Ritualgesanges anregende Mittheilungen macht, sowie eine schöne Ausstattung des Werkes verdienen besondere Erwähnung. Bonn, im Juni. Unsere Zeit hat das große Verdienst , ebenso sehr die allgemeinen Gesichtspuncte und den großartigen Zusammenhang zu erörtern, innerhalb welcher auch die einzelnsten Gegenstände der Wissenschaft zu betrachten sind, wie die wiffenschaftlichen Details selbst mit äußerster Sorgfalt zu verfolgen. Es kann daher nicht auffallen, daß auch der Text der heiligen Schrift einer neuen Durcharbeitung unterzogen wird, nicht mit der Absicht, ihn nach Conjecturen und Hypothesen ümzugestalten, sondern seine masorethische Gestalt auf's Genaueste herzustellen, ihn nach den masorethischen Grundsätzen zu rectificiren. Diese Arbeit hat mit einer seltenen Hingebung seit vielen Jahren Herr S. Baer in Biberich unternommen, und wir haben jetzt aus der Officin des Herrn Bernhard Tauchnitz, unter der Mitwirkung des Professor Delitzsch, herausgegeben das erste Buch Mosis vorliegen, und zwar unter dem Titel: *ibö Liber Genesis. Textum naasoreticum accuratissime expressit, e fontibus Masorae varie illustravit, nötig criticis confirmavit S. Baer. Praefatus est edendi operis adjutor F r. Delit z s C h. Ex officina Bernhardi Tauchnitz. Lipsiae 1869.“ Ebenso der Titel des Buches Jesaias vom Jahre 1872.' Wie es sich von selbst versteht, ist die Auslese der Verbesserungen im ersten Buche Mosis geringer, als im Buche Jesaias, das noch an manchen Vernachlässigungen litt.. Von den mühevollen Arbeiten des Herrn Baer geben die Vorreden und die Noten hinlängliche Kunde. Alle Freunde des Schrifttextes machen wir daher auf diese werthvollen Arbeiten aufmerksam und ersuchen sie um möglichste Förderung des Unternehmens. — „Der jüdische Calender, historisch und astronomisch untersucht von vr. Adolph Schwarz. Breslau, Schlettersche Buchhandlung. 1872 Es ist dies eine gediegene wissenschaftliche Arbeit, welche den vom geschichtlichen, wie vom astronomischen Standpunkte aus schwierigen Gegenstand des jüdischen Calenders in helles Licht stellt und zu seiner richtigen Beurtheilung vielfachen Anfschluß bringt. —„bet-ita1’ ■’mb tno-cV’-Dn a»b*m V pbn .ps p*>rn« pn£‘> Vai qo-p bd<i?2D •p"ab N'b'tn rdiü" Es soll dies eine Geschichte der Juden und des Judenthums vom Exil in Babel bis zum heutigen Tage werden. Der vorliegende erste Theil enthält die Geschichte von der Wegführung Jojachins bis zum Tode Alexanders des Großen. Dieses Unternehmen ist jeder Unterstützung werth. Denn in einem flüssigen correcten Hebräisch geschrieben, benutzt es die Resultate aller neueren Forscher, namentlich Herzfelds, und stützt sich auch auf eigene Ergebnisse im Geiste einer besonnenen Kritik. -Der Nutzen, den das Werk in den östlichen Ländern Europas zu schaffen vermag, ist nicht gering anzuschlagen. Der Preis des Bandes ist 1 Thlr. Vom Rhein, im Juni. „Lelio della Torre, Pensieri sulle lezioni sabbatiche del Pentateuco. Padova 1872.“ Wir erhalten hier von dem trefflichen, allen Guten zu früh verstorbenen Della Torre noch ein Werk, das allen Freunden der Homiletik auf das wärmste zu empfehlen ist. Della Torre hatte die Gewohnheit,- den Studenten des paduaner Rabbinerseminars allsabbathlich einen kurzen Vortrag in Bezug auf den jedesmaligen Thoraabschnitt zu halten. Diese Vorträge, zuerst im „Corriere Jsraelitico" abgedruckt, erscheinen nun hier gesammelt, verbessert und weiter ausgeführt. Der Gegenstand ist stets ein moralischer oder geschichtlicher, oder beides zusammen, doch immer mit moralischem Endzweck. Auch über einige wichtige sociale Fragen sind die Ansichten des biblischen und traditionellen Judenthums entwickelt. Aus dem Abschnitt rpraa-n — um einige Beispiele anzusühren - — ist Gen, 5, l zum Texte erwählt,

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