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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-07-16 · Heft 29 (16.7.1872) · p. Seite 567

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 29 (16.7.1872)
Date
1872-07-16
Page
Seite 567 (sequence 5)
Language
German
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um auf Grund desselben von der Bibel als „Buch der Menschheit" zu sprechen. Aus N2 wurden Gen. 6, 9— 21 rc. ausgesucht,, um daran eine Betrachtung über die „Ideen des Judenthums in Betreff der Thiere" zu knüpfen. In dienen Exod. 7, 8—29. 8, 1—15 zur Unterlage für eine Abhandlung über „das Studium der äußern Erscheinung." Die Beredsamkeit Della Torre's ist nirgends zündend, fortreißend; aber jedes seiner Worte ist durchleuchtet und erwärmt von seinem milden, idealen, eben so humanen wie gottesfürchtigen Geiste. Wir glauben, es wirkt das auf die Länge eindringlicher und überzeugender auf Hörer und Leser, als feurige leidenschaftlich bewegte Reden. Jedermann wird sich gestärkt, gehoben und gebessert fühlen, wenn er diesen milden und doch so überzeugungsvollen Betrachtungen aufmerksam gefolgt ist. Die Sprache an sich ist, wie wir dies bei Della Torre gewöhnt waren, abgerundet und fließend, harmonisch und angenehm berührend: auch gerade in dieser Hinsicht möchten die „Pensieri" unsern jüngern Canzelrednern auf's dringendste zu empfehlen sein. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 27. Juni. (Privatmitth.) Das berliner Localcomits der Alliance israölite universelle hat soeben einen Bericht „für die Zeit vom 1. Oktober 1869 bis 18. Mai 1872" veröffentlicht, aus welchem wir das Wichtigste hervorheben wollen. Die Thätigkeit des Vereins hat sich hauptsächlich mit der Hülfe für die westrussischen Juden beschäftigt, neuerdings auch mit der rumänischen Angelegenheit, über welche das Nähere später zu erwarten steht. Es heißt nun, indem wir die Hauptsätze zusammenstellen: „Von der Gesammtausgabe — 9483 Thlrn. 5 Sgr. 6 Pf. — entfällt über die Hälfte, nämlich 5442 Thlr. 15 Sgr., auf die Unterstützung „Studirender und Handwerker." „Als „Studirende", d. h. in ihrer Vorbereitung zu einem wissenschaftlichen oder künstlerischen Berufe oder auch zur Aneignung der nothwendigsten Elementarkenntnisse sind überhaupt unterstützt worden 39 Personen. Von denselben widmeten resp. bereiteten sich vor zum Studium der Medicin oder Philosophie 16, zum Lehrfache 7, zur Technologie3, zum Kaufmannsstande 3, zur Gesangkunst I, zur Bildhauerei 1. 3 Frauen wurden als Hebammen ausgebildet und 1 junges Mädchen als Zahntechnikerin. Zu ihrem Unterhalt wurden diese 39 Personen im Ganzen mit 1464 Thlrn. unterstützt, während 263 Thlr. als Lehrgeld — fast ganz für die 4 Frauen — verwendet worden sind. Außerdem wurden 130 Thlr. dem Studienbeförderungsverein, welcher die elementare Vorbereitung eines großen' Theils unserer „studirenden" Pfleglinge leitete und überwachte, zugewiesen. „Behufs der Erlernung eines Handwerks sind im Ganzen untergebracht resp. unterstützt worden 80 Personen. Von denselben haben gelernt als Seifensieder 19, Destillateure 10, Cigarrenarbeiter 9, Hefenmacher 6, Vergolder 5, Kunststepper 4, Hutmacher 3, Färber 3, Handschuhmacher 3, Maler 3, Photographen 2, Steindrucker 2, Maschinenbauer 2, Tapezierer 1, Uhrmacher 1, Lackirer 1, Klempner 1, Schriftsetzer 1, Buchbinder 1, Streichholzfabrikanten 1, und endlich 1 Mädchen als Haararbeiterin und 1 Frau als Kleidermacherin. „Die aus diesem Nachweise ersichtliche Vorliebe für einzelne Professionen ist keine zufällige, sie steht vielmehr mit unserer Aufgabe im engsten Zusammenhänge und ist eben darin begründet, daß unsere „Handwerkspfleglinge", fast durchweg dem gewöhnlichen Lehrlingsalter längst entwachsen, zu einem guten Theile sogar schon Familienväter in mehr oder weniger vorgeschrittenem Alter standen und hier her gekommen waren, um so bald als möglich in ihre Heimath und zu ihrer Familie erwerbsfähig zurückkehren zu können. Daher wählten sie vorzugsweise Professionen, welche eines Theils nach den Erwerbsverhältnissen ihrer westrussischen Heimath die praktische Aussicht eines besseren Fortkommens darbieten, andern Theils in kürzerer Zeit und im vorgerückteren Alter noch leichter zu erlernen sind. Bei dieser Sachlage war vielfach die Zahlung von Lehrgeld unvermeidlich. Solches ist überhaupt in 36 Fällen und zwar im Gesammtbetrage von 954 Thlrn. geleistet worden, vorzugsweise in der ersten Zeit unserer Thätigkeit, in welcher einerseits'die hohe Altersklasse unter unseren Pfleglingen vorherrschend war und die hiesigen Meister diese neue Art von Lehrlingen noch mit etwas Mißtrauen — welches vor der Praxis immer mehr verschwand — empfingen. Für den Unterhalt unserer „Handwerkspfleglinge" entstand ein Aufwand von 2631 Thlrn. 15 Sgr., so

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