Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 28 (9.7.1872)
- Date
- 1872-07-09
- Page
- Seite 560 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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und auch des Buchs Titul genugsam auSweiset, darinnen es genannt wird ein „Maase-buch", das ist ein G eschichtbuch. „Maaseh", versichert er, „heißt ja keine Fabel, sondern eine Geschicht." Und nun zeigt sich der „Hebräischen Sprach prokegsor" in seiner ganzen Gelahrtheit: „auch wenn die Rabbinen," sagt er, „in ihren Auslegungen ein Gleichnuß oder Fabel anführen, so nennen sie das allzeit deutlich ein Mascha! und nicht eine Maase wie in Bereschith Rabba, Schemoth Rabba rc. , Echa Rabbethi, Midrasch Koheleth, Midrasch Ruth, Midrasch Schirhaschinm rc. hin und wieder zu sehen." \ Der „Titul", aus welchem der Profeffor herausliest, daß die Iüden die Fabeln ernsthaft nehmen, ist nun weiter nichts als eine Buchhändlerreclame, und es gehört die ganze Bornirtheit eines verstockten Judenfeindes dazu, dies nicht herauszufinden. Der Titul, „von Iüden selbsten gemacht" „in Teutsche Reime" vom Profeffor gebracht ist so ergötzlich, daß wir ihn zu allgemeiner Belustigung hier mittheilen wollen: „Kompt her ihr lieben Mannen und Frauen Und thut das schön Maasebuch anschauen Das noch nie, weil der Olam steht, in Druck ist , worden gebracht Mit dreihundert und etlichen Maasim, die da sein all aus der Gemora gemacht, c Und auch aus den Rabsa und Bachai und auch Rabbi Jehuda Hachasid Historien wird euch auch keines thun fehlen. Und auch aus dem Sepher Chasidim und Sepher Musar und aus dem Jalkut, wie ihr werd hinten in meinen Simanim (Register) thun sehen. Darum ihr lieben Frauen! ihr habt nun die deutsche Bücher all vor, Ietzund habt ihr auch die Teutsche Gemora Also werd ihr haben Kol Hatthora kulla ganz und gar Aus Anordnung Jacob bar Abraham, seliger Gedächtnuß, aus der Stadt Messeritsch in der Littau. Gott, deß Nam sey gelobt, allein die Ehr Der mir hat geholfen mein Begehr Welches ich mir Hab lang vorgenommen Zu dienen die Weiber die frommen. . Ich Hab nun viel Sepharim aufgericht Noch ist doch gegen diesem Werk aller nicht. Denn daraus wird lainen Rabbi und Rebzin und jedermann Trutz einem der da viel Gemora kan. . Wird er Medraschim, Maasim und Haggadoth heraus werfen Daß sich Kol olam über ihn wird vergaffen Und jedermann sagen muß Ich glaub er kann Kol hattorah auf einem Fuß. Wie er kann Bekius aus der Gemora Ich glaub er könn Kol Hattorah. Wer hat seines Gleichen gesehen? Zu allen Sachen sagt er ein Hallacha lemaase, was da ist geschehen. Zu Zeiten werd sich mancher an einem Maaseh stoßen Sein böse Machschabos und böse Werk loosen; Denn manches Maschal und Maaseh thut manchem viel Guts lehren Erhält manchen bey Gott und bey Ehren. Darumb ihr lieben Mannen und Frauen Leynt ihr oft draus, so werd ihr drinnen behauen, Und nicht zu leynen aus dem Bücher von Kühen Und von Dietrich von Bern und Meister Hildebrand sollt ihr auch nit Euch thun mühen. Nun es sein werlich eytel Schnitz Sie geben euch nir noch Wärm noch Hitz. Auch sehn sie nicht göttlich darbei Ähr bedarft wohl, daß Euch Gott verzeih. Unsere Sophrim schreiben: es ist ein Sünd as ein . , Haus Zu leynen an den heyligen Schabbas daraus. Wollet ihr aber euer Zeit mit Leynen vertreiben Also wil ich ein schön Maasebuch schreiben. Drumb ihr lieben Frauen kauft ihr sie behend, Eh sie werden kommen in fremde Länd. In Böhmen und in Reußen und in Polen Also wird man sie auch thun weidlich holen, und andern Ländern mehr — darumb kauft ihr sie sehr — darnach werd ihr sagen, warumb Hab ich keins gekauft, da sie seynd gewesen im Land Jetzunder will ich gern eines zahlen, wenn ich nur könnt eins bekommen bald. Drumb laßt Euch umb einen Thaler nicht sein zu theuer — also werd Euch Gott behüten vor bösem Ungeheuer. Amen Sela!" — „Fürwahr eine schöne Heyligung des Sabbats!" ruft unser Professor, „wenn diese Bücher auf die Sabbath- und Festtage sollen von ihnen gelesen werden. Gleichwie auch dieses, daß sie meynen sie können den Sabbat nicht besser heyligen, als mit Wolleben, pancketiren, retschen, spielen, tratzen und weiß nicht was mehr, davon hier nicht zu schreiben ist." Der gute Profeffor scheint die Sabbathfeier mit einer Kirchweih in Oberbayern verwechselt zu haben, und in seiner Ignoranz fügt er noch hinzu: „und darumb (?) stellen sie auch oftmals am Sabbat' ihre Hochzeiten an (!) wie solches aus dem Buch Minhagim kvl. 12 (!) und andern, auch Zeugnuß der getaufften Iüden (!!) offenbar ist." Nachdem er nun dieser Weise sich gerechtfertigt und die Tendenz seiner Arbeit klar gelegt hat, beginnt er mit dem Text der Maasim, deren er im 1. Theil 46 zusammenstellt. Der zweite Theil des Büchleins, welcher 57 Fabeln enthält, ist wieder mit einer Vorrede versehen, und in dieser speit der Profeffor Gift und Galle, alles wegen des unschuldigen Maasebuchs. „Was nur die Rabbinen sagen, das müssen sie glauben," meint er, „wenn sie auch schon sprächen, die Rechte wäre die Linke und die Linke wäre die Rechte. Allermaffen wie auch noch, heutiges Tages die Iüden an ihren Rabbinen hangen nnb