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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-07-09 · Heft 28 (9.7.1872) · p. Seite 549

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 28 (9.7.1872)
Date
1872-07-09
Page
Seite 549 (sequence 7)
Language
German
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Zeit gemäß eingerichtet und auf einen verhältnißmäßig hohen Stand gebracht, der Gemeinde selbst aber hierdurch und durch die höchst beifällig aufgenommenen Vorträge reges Interesse für ihre Angelegenheiten eingeflößt. Dies zeigt sich nicht nur in der sehr regen Theilnahme am Gottesdienste, sondern auch in der Liberalität der Einzelnen bei Einrichtung und Ausschmückung des Gotteshauses. Erst jüngst hat ein Gemeindemitglied ein kostbares, geschmackvoll gearbeitetes nsns gestiftet, und die Frauen sind eben im Begriffe, für schöne Bodenteppiche zu sorgen. Ebenso findet die ersprießliche Thätigkeit des allgemein beliebten Dr. Maier allseitig nicht nur lobende, sondern thatsächliche Anerkennung. Schon im letzten Winter wurde ihm, da ihn eine größere Gemeinde zum Rabbiner gewählt hatte, eine ansehnliche Gehaltserhöhung zuerkannt, und vor kurzem ehrte ihn die Gemeinde, zunächst veranlaßt durch einige höchst gelungene Festpredigten, durch Ueberreichung eines prachtvollen silbernen Pocals mit entsprechender Widmung, begleitet von einer baaren Remuneration. Wir wünschen dem Rabbiner und der Gemeinde von Herzen Glück zu diesem herrlichen gegenseitigen Verhältniß. bb^n ban bb^by 'n! Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 14. Juni. (Privatmitth.) Es sind jetzt zwanzig Jahre verflossen, seitdem ich die Ehre habe Mitarbeiter dieses Blattes zu sein. Ich weiß selbst am besten, daß ich keinen Grund habe, mich der Correspondenzen und der selbstständigen Artikel, die ich veröffentlicht habe, besonders zu rühmen. Es ist der Form und dem Inhalte nach. Besseres und Vortrefflicheres geleistet worden; indessen bin ich mir doch bewußt, daß ich mich stets bestrebte, der Wahrheit zu dienen. Es mag geschehen sein, daß ich vielleicht etwas lobte, was nicht ganz des Lobes würdig war, da ich den Grundsatz beherzige ms* tpb rnnn bb n«'yj *nm; nie jedoch habe ich getadelt, wenn ich nicht glaubte die vollste Berechtigung dazu zu haben. Ich habe auch nie mich gegen jemanden erhoben, weil er zu dieser oder jener Partei gehörte, da ich stets den Satz für wahr hielt «in rnnb«b vvDvn *»b. Ich habe mir nie angemaßt zu entscheiden, ob man, um selig zu werden, etwa die Tefillin des Rabbenu Tarn anlegen müsse, oder ob auch diejenigen, welche heute wie in dem Orte Josefs des Galiläers, Kuchen mit Butter essen, in das Himmelreich einkehren werden. Ich kämpfte gegen jene, welche gegen andere unduldsam waren, und zwar ganz einfach aus dem Grunde, west wir Juden Jahrhunderte lang von der Unduldsamkeit Andersgläubiger zu dulden hatten. Es schien mir nun ungerecht, daß wir jetzt, wo unsere Verhältnisse nach außen hin besser werden, gegen einander unduldsam sein sollen. - Wenn der geehrte Leser fragt, wozu ich dies nieder geschrieben habe, so'antworte ich hierauf, es geschah aus doppeltem Grunde. Der Schriftsteller steht seinen Lesern wohl nicht wie ein Abgeordneter seinen Wählern gegenüber; aber ich halte nach einem solchen Zeiträume ein vowpte-renäu am Platze; dann wollte ich mich entschuldigen, wenn ich wieder von dem Gebühren der orthodoxen Fraction hier spreche. Ich sagte jüngst, daß unter den Führern dieser Fraction nicht Ein Mann sei, der auf irgend einem Gebiete von hervorragender Bedeutung wäre. Die Namen der Männer, welche auf dem Gesuche an die Statthalterei behufs der Bildung einer selbstständigen orthodoxen Gemeinde in Wien unterschrieben sind, bringen den Beweis für obige Behauptung. Daß die Reformen nicht weittragender Natur sind, geht schon daraus hervor, daß weder die Orthodoxen in der Schönlaterngasse, noch die polnische Synagoge, noch die Vorsteher der Chassidimsynagoge sich dagegen erhoben haben. Nehmen wir jedoch an, es wäre geschehen bbit nrayn bsMb. Haben die Männer, die auf den Schulchan Aruch pochen, die sinnige Deutung der alten Weisen vergessen ibnsir 'o’h&s ‘rinn wenn Efraim ein Bund von Götzendienern ist (wenn die Einigkeit besteht), so lasse es nur." Doch genug davon. So viel aber ist gewiß, wenn die Herren nicht das Geld zur Erhaltung Ihrer Gemeinde von den 'Trephaessern, Sabbathschändern u. dgl. bekommen, so können sie nicht bestehen. Wien, im Juni. (Privatm.) Der Kampf, den gegenwärtig insbesandere die Schule gegen die Beherrschung durch die Kirche in Deutschland und Oestreich mit so vielem Nachdruck, in Frankreich mit merkwürdiger Schlaffheit führt , macht bei uns sehr verschiedene Chancen durch. Jedermann weiß, daß es nur ein erster Sieg ist, wenn Gesetze errungen werden, welche die Schule selbstständig und dem Staate,

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