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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-06-25 · Heft 26 (25.6.1872) · p. Seite 511

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 26 (25.6.1872)
Date
1872-06-25
Page
Seite 511 (sequence 11)
Language
German
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wieder vier Personen aus Czaki, nämlich die Familie Edelmann. Die Leser dieser Blätter mögen aus obigen Zahlen nicht nur die Unrichtigkeit der in der Correspondenz gemachten Angaben entnehmen, sondern auch aus denselben die Ueberzeugung gewinnen, daß die vom Hauptgränzcomits unter erschwerenden Umständen bis zur Stunde fortgesetzte Thätigkeit keineswegs eine so verschwindende ist, ganz abgesehen von der Ausbildung von Handwerkern, Waisenadoption u. s. w., daß aber viel günstigere Resultate erzielt werden müßten und erzielt werden könnten, wenn wir thatkräftiger unterstützt würden, der Ruf um Hilfe, den namentlich diese Blätter seit Jahren so beharrlich wiederholen und in beredter Weise den Glaubensgenossen an das Herz legen, mehr beherzigt würde und die von fast allen Sachverständigen verfochtene Ansicht endlich Eingang fände, daß 1) in Polen ein für deutsche Verhältnisse kaum begreifliches Elend herrscht, daß die Zahl der hungernden, darbenden Menschen, die vollständig verlassen, heimaths- und obdachlos im traurigsten Zustande umherirrenden Waisen, die unausgesetzt die Gränze überschreiten, täglich wächst, daß 2) es aber neben der Fürsorge für diese letzteren (und in wie vielen Häusern und Gemeinden fände sich, wenn man wollte, ein Plätzchen für diese Aermsten der Armen), daß es für die Familien, denen der Brodstab ist zerbrochen in ihrer Hand, nur ein Mittel giebt: Auswanderung nach Amerika. Was Jahrhunderte gesündigt haben, kann nicht in einem Jahre und nicht in zehn Jahren ausgeglichen und geheilt werden. Aber in jedem einzelnen Menschen , den die Comitss befördern, mindert sich die Zahl der Elenden, wird die Zahl derer vergrößert, die nicht nur selbst einer glücklicheren Zukunft entgegensehen, sondern auch den Zurückgebliebenen zu Erlösern werden. Genehmigen Sie, Herr, Redacteur, den Ausdruck meiner Hochachtung und Ergebenheit. Für das Hauptgränzcomits Dr. Bamberg er. Oesterreichischungarische Monarchie. Pest, 28. Mau Bekanntlich hat die Versammlung der israelischen Districtspräsidenten, um einem lange gehegten Wunsche der vaterländischen Judenheit Rechnung zu tragen, die Auflösung der israelitischen Musterhauptschulen beschlossen, welche den israelitischen Landesschulfonds jährlich mit ungefähr 30,000 fl. belasten, und somit es unmöglich machen, den Subventionsbedürfnissen armer israelitischer Gemeinden vollauf Rechnung zu tragen. Se. Excellenz der Cultusminister hat nun in Würdigung der Motive diesen Beschluß der Districtspräsidenten gutgeheißen und bezüglich der Durchführung dieser Auflösung an die israelitische Landescanzlei folgenden Erlaß gerichtet: „Z. 8162. Der königlich ungarische Minister für Cultus und Unterricht. Herrn Martin Schweiger, Präsidenten der israelitischen Landescanzlei. Die in Folge allergnädigster Entschließung Sr. k. und apost. königl. Majestät vom 29. März 1856 zu Pest,Demesvar, Fünfkirchen und S.-A.-Ujhelh errichteten und aus dem israelitischen Landesschulfonds erhaltenen Musterhauptschulen werden aufgelöst und deren Wirken bereits mit Ende des gegenwärtigen Schuljahres 1871/72 eingestellt. Hiervon werden Euer Wohlgeboren — auf Grund des 25. Protokollbeschlusses der diesjährigen Versammlung der Districtspräsidenten und mit Bezugnahme auf Ihre Unterbreitung d. d. 28. März d. I. — mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt, daß die Aufsicht über die genannten Schulen bis zu deren Auflösung; den betreffenden königlichen Oberschuldirectoren belassen wurde. — Zugleich werden Euer Wohlgeboren aufgefordert, sich — bei Bekanntmachung dieser Verordnung in ihrem Wirkungskreise — ohne Verzug im Wege der respectiven Districtspräsidenten mit den israelitischen Cultusgemeinden zu Pest, Tewesvür, Fünfkirchen und S.-A.-Ujhely darüber in's Einvernehmen zu setzen, ob genannte Gemeinden geneigt wären, die israelitischen Musterhauptschulen zu israelitischen Gemeindeelementarschulen umzugestalten, und in diesem Falle die gegenwärtig fungirenden Lehrer anzustellen? Vom Resultate Ihrer diesbezüglichen Schritte mögen Sie — bei Unterbreitung der Erklärungen der aufzufordernden Gemeinden — hierher längstens bis Ende Juni d. I. Bericht erstatten, damit — insoferne die Gemeinden die erwähnte Umgestaltung nicht wün- : schen, oder einige der Muperhauptschullehrer anzustellen sich weigern — die Documente der solchermaßen ihrer ■ Stelle verlustig gewordenen Musterhauptschullehrer, zum Behufe ihrer Penstonirung ober gänzlichen

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