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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-06-18 · Heft 25 (18.6.1872) · p. Seite 498

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 25 (18.6.1872)
Date
1872-06-18
Page
Seite 498 (sequence 18)
Language
German
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Griechen rückten nun unter Alexander dem.Großen unmittelbar in Judäa ein, und legten dem jüdischen Volke, ihre Herrschaft stattdev. bisherigen persischen auf. Alexander selbst benahm sich großmüthig gegen sie, und als er 100,000 Juden nach der von ihm gegründeten und nach ihm benannten Stadt Alexandrien verpflanztekonnten sie sich nicht darüber beklagen: hg er ihyen aMrücksich dieselben Rechte wie den daselbst niedergelassenen Griechen verlieh. Freilich änderte sich nach Alexanders Tode rasch - die Lage der Dinge; die Kriege der Ptoleptqer untz Seleuciden spielten vielfach in Palästina, und dev Besitz dieses Landes war der Kampfpreis. Unter diesen Umständen fand eine vielfache Wanderung der Bepöstexung statt ) auch in'syrischen Städten, in denen wie in alten, ließen sich große jüdische Colonjen nieder, Md umgekehrt drang dje griechische Bevölkerung zahlreich in Palästina ein. Ausden Büchern der Makkabäer und auS 3o.seph.ug ergiebj sich dieses massenhafte Untereinanherwohne» deutlich, wie es andrerseits für spätere ZK die Apostelgeschichte und andere. Schriften des neuen Testamentes er- Wisen. . Das Verhältniß zwischen Juden und Griechen war nun ein friedliches, bis die syrischen Könige jene unselige Postik eiyschlugen, alle ihre asiatischen Nasionen, besynders aber die Juden, zum griechischen Cnltus zwingen zu wollen, , um so ein Volk uyd einen Staat aus.ihnen zu machen. .Zum ersten Male trat hier nicht Nation wider Nation, Staat wider Stqat auf, sondern Religion wider Religion mit Men Waffen des Krieges, mit allen Geißeln der Herrschsucht, mit Men Martern des. religiösen Fanatismus. Man kennt den erbitterten, und langen Kampf, der daraus, entstand, dje Ströme Blutes, die dadurch flößen. So haben die Juden den ersten blutigen Kampf um die freie Uebuyg ihrer Religion den Griechen zu verdanken. Ein solcher Kampf ist mit dem äußerlich ein getretenen Frieden nicht beendet; er spann sich in den Colonien, in den Städten gemischter Bevölkerung fort; er . wurde zu unzähligen blusigen Raufereien und Aufständen, welche den. Geist der Zwietracht zwischen den, beiden Völkern verewigten. Es. war überall dieselbe Erscheinung: befand sich die jüdisch?. Colonje in blühendem Zustande, besaß sie Ansehen unh Macht, sp suchten die Griechen guf. jede mögliche Weise sie herqbzubringen und all dieser Gsiter zu berauhen; waren hingegen die Juden in Pesitz. und Stellung gesunken, so behandelten hie Griechen sie als Gegenstände der Verhöhnung und des pöbeGaftev Muthwillens uyd kühlten den traditlonellen Nationylhaff NN ihnen.. Ays derselben Queye floß namentlich .in Alexandrien zum ersten Male eine ganze polemische,. d. h^ vexläuwherische Literatur von Schmähschriften. g^gtzn dje Juyen aus her Feder von Griechen, sich anlehvend an den absichtlich gefälschten Manxtho. Siehe hwxÜberBibliythes der griechischen, und römischen Schriftsteller über Judersihupi und Jchen Bd. II S. 89 ff. ' Dieses feindselige Verhältniß pflanzte sich auch bis unter die Herrschaft der römischen Kaiser.fort, wo derartige Zyiste pch schlMich uWr dem . MUmMen Elend, untch der Bedrückung aller-Völkerschaften Erhören. Aus dem früher freundlichen, später so überaus feindseligen Verhältnisse der Griechen zu den Juden, aus der früher mit offenbarer Neigung verbundenem Aufnahme griechischer LihratM und Sprache in den Kreis der jüdischen Geistesthätigkeit, wie aus dem späteren harten Kampfe gegen das Eindringen griechischer Sitte und griechischer Frivolität und Skepsis erklären sich die Widersprüche, welche sich im Talmud hinsichtlich der griechischen Sprache und Wiffenschaft vorfinden. An mehrfachen Stellen wird die Schönheit der griechischen Sprache gerühmt (Meg. 9, 2.) und ihr Erlernen empfohlen (Sota 49, 2.); eine Zeit sang billigte mqn sogar das Lesen der heiligen Schrift in dev griechischen Uebersetzung, was später theils auf die Thora reducirt,, theils gänzlich perhorrescirt ward, und sogar zu Klagen Md Anschuldigungen bis. zur Berufung ay dey Kaiser Veranlassung gab. Dann aber wurde, das ganze griechische Wesen den talmudischen Weisen ein GräuM und der ^luch ausgesprochen siber denjenigen, der seinen S-Hn die „griechische Weisheit" erlernen ließe.*) Mehr als in Rym war es ipr byzantinischen Reiche, wo die Gesetze zur Ausschließung her. Juden voy allen Staatsuyd Ehrenämtern, von der Militärpflicht u. f, w. erfloffen, wo.die christliche Geistlichkeit den Stachel ihres Fanatismus gegen die Juden richtete, und die Kaiser nicht müde wurden, die letzteren zu Plagen Md ihnen z. B. ihre Vesten Synagogen zu entziehen und jn. Kirchen, zu verwandeln, weshalb selbst bei den auswärtigen Juden die Byzantiner verhaßt waren. DieS geschah, mp '500 der gewöhnlichen Zeitrechnung. Ein. halbes Jahrtausend später fand man im byzansinjschen Reiche zahlreiche jüdische Gemejndeu besonders in. TheffalieN/MncedonM und Thracien , die sich mit Fahijkaljyn, Handwerk ynd Handel beschäftigten. Die Verhältnisse hatten stch aber nicht verändert, penn, nicht zum Schlechteren. Der Staat hielt seine feindlichen. Gesetze gegen die Juden conseqyent aufrecht, das Bost haßte sie auf's tiefste; sie wurden beschimpft und mißhandelt., ohne daß die Thäter zur Rechenschaft gezogen öder gar bestraft lyurdK; vielmehr würhen jene mit unerhörten Steuern belastete So yär es im eigentlichen Griechenland. In Klein asten, Syrien und. Palästina, wo di? Griechen mit den Bekennern/ des Jslarys. M Herrschaft und Dasein. rangM, duldetey die ersteren dje Juden gar nicht, urch BenWin voy TMela konnte an dein 'Aufenthalte von Juden in bjn verschiedenen Städten die Herrschaft der Griechen öher der Muham? medgyer erkennen. ' Dies ist es, was wir in flüchtigen Skizre.n über dM -natioMle VerMnjß zn den alten^Griechenbis zu öer Zeit, wo ihr Reich, völlig vor. derft Schwerte der.Mrken zusamMenhrach, zu sagen hatten. Unter den furchtbaren *)B.Kaina 82,2:n^rii nfcsmsa m b*wrr

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