Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1872)
- Date
- 1872-06-18
- Page
- Seite 488 (sequence 8)
- Language
- German
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Rabbinern Baierns hat - er allein beim bäurischen Landtage und bei. allerhöchster Stelle eine Beihülfe, aus Staatsmitteln zur Aufbesserung der gering besoldeten Rabbinatsstellen beantragt, und ist es seinen Bemühungen gelungen, daß nach dem von--beiden Kammern gemeinsam eingebrachten Wunsche von Sr. Maj. dem Könige 5500 fl. als Theurungszulage für die Rabbiner pro 1872 und 1873 allerhuldvollst bewilligt worden find. Die Trauer und die Theilnahme, welche bei der am 20. v. M. Nachmittags 2 Uhr stattgefundenen Beerdigung sich kund gaben, legten Zeugniß ab von dem großen Ansehen, in welchem der Selige gestanden hat. Eine Sülle und ein tiefer Ernst herrschten im. ganzen Orte, als der Leichenzug sich hindurch bewegte. Nicht nur die Vorstände und Gemeindeglieder des Rabbinatsbezirks, sondern auch viele Theilnehmer aus andern benachbarten Orten hatten sich eingefunden. Auch die christlichen Geistlichen von hier und aus der Umgegend, sowie die Ortsverwaltungen haben sich dem Zuge angeschlossen. Herr Districtsrabbiner Grünbaum von Ansbach, ein intimer Freund des Entschlafenen, hielt die Leichenrede. Bescheiden, still und geräuschlos war das Wirken des zur ewigen Ruhe Heimgekehrten, aber er war ein Mann von untadelhastem Charakter, er hat sein gut Theil beigetragen., in seinem Kreise Humanität und lichtvolle Religiosität zu fördern. ri s £ 3 ri Oesteneichischungarische Monarchie. Wien, 5. Juni. Bei dem Reichsrathe sind massenhafte Petitionen der ruthenischen und der jüdischen Bevölkerung gegen den beabsichtigten galizischen Ausgleich angelangt, und der Verfassungsausschuß beschäftigt sich eingehend mit ihnen. Es ist dies immerhin eine erfreuliche Erscheinung, daß die Juden und die Ruthenen zum Bewußtsein ihrer Lage und zu der Thatkraft gekommen sind, sich nicht blindlings den Polen in die Hände zu liefern. Wenn . es nur nicht zu spät geschehen ist! Pest, 4. Mai. (Eingesandt.) In Ihrem geschätzten Blatte vom 30. v. M. bringen Sie ein. Schreiben aus Posen, das eine betrübende Schilderung des sittlichen Zustandes unserer Glaubensgenossen daselbst enthält, und ein Mittel zur Abhilfe vorschlägt,, welches der. Verfasser selbst für schwer; realisirbarund einigermaßen bedenklich erklärt. - Bevor Sie sich über, dessen. Inhalt zu äußern belieben, wünschen Sie erst die Ansichten erfahrener Männer aus dieser Provinz über denselben zu vernehmen. Ich gehöre eigentlich nicht in die Kategorie der. Befragten; doch kenne ich so ziemlich die Verhältnisse in den benachbarten Staaten aus eigener Erfahrung, die zwar nicht zu ähnlichen Klagen Veranlassung geben, doch die Entstehung derselben leicht begreiflich machen. Ich erlaube mir daher Ihnen ein paar kurze Bemerkungen über diesen Gegenstand mitzutheilen, . die zum Zwecke , haben das Gehässige der erwähnten Erscheinungen einigermaßen zu mildern und, ohne ihrem competenten Urtheile vorzugreifen, zur Beseitigung der gerügten Mißstände einige Anhaltspunkte zu bieten. . . Das Nebel muß große Dimensionen angenommen haben, daß es dem Verfasser einen solchen Nothschrei und Hilferuf entriß, und man muß ihm dafür Dank wissen, daß et ungescheut den inneren Schaden bloß gelegt, und die öffentliche Aufmerksamkeit auf denselben hingelenkt hat. Erkenntniß der Krankheit ist die erste - wesentliche Bedingung eines richtigen. Heilverfahrens.; Eine zweite -besteht in der Erforschung der unmittelbaren Quelle des Nebels,, die man.'zu j verstopfen: oder; unschädlich zu machen hat, will man demselbensteuern, und seinem weiteren Umsichgreifen Einhalt thün. Um ein Nebel zu heilen muß man auf den Ursprung desselben zurückgehen. Die Hauptquelle der schrankenlosen Gewinnsucht, welche unseren Glaubensgenossen in allen Ländern, deren Bevölkerung überhaupt in der Cultur noch weit zurück ist, zum Borwurfe gemacht wird, liegt meines 'Erachtens hauptsächlich darin, daß die Neichen daselbst zu Ansehen und Ehren gelangen, das wahre Verdienst aber unbeachtet bleibt , und zurückgesetzt wird.. Die 'Schuld daran kann nicht den Juden allein zur Last gelegt werden. Denn 1) Wurden von jeher, und werden denselben zum Theil noch jetzt die Mittel zu einem ehrlichen Erwerbe j äußerst erschwert uyd beschränkt, wahrend die Abgaben -erhöht und übermäßig gesteigert werden. Hat auch dieser doppelte Druck, der auf ihnen lastete und sie gewissermaßen.der bürgerlichen Gesellschaft gegenüber in den.- ZupaMdex-.PochNHrversetzte,, in . mchrerelh- -t\