Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-06-18 · Heft 25 (18.6.1872) · p. Seite 487

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 25 (18.6.1872)
Date
1872-06-18
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226878--30711-3253600
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

ist niederschlagend. - Kurz/ man hätte besser gethan zu schweigenals so zu reden. Der einzige Redner daher , der über die Linie der Schwache hinaus ging, war diesmal der aus dem Centrum, Windthorst (Meppen), der doch sonst unsere Sympathie nicht besitzt. Es liegt eben darin, daß diese Partei doch Unabhängigkeit und Selbstständigkeit besitzt. Von liberaler Sette sucht man den Nachdruck, mit welchem der Redner des CentrumS sich aussprach, dadurch abzuschwächen, daß man ihm die Absicht unterschiebt, die Intervention in Rumänien hervorzürufen, um sie dadurch später in Italien fordern zu können. Dies liegt aber doch so weit von einander, daß ein solches Motiv zu weit hergeholt ist. Vielmehr kam es ihm darauf an, seine Unabhängigkeit und Vorurtheilslosigkeit zu erweisen. Sicherlich hätte eine kühne, muthige, auf die Forde-' rungen der Humanität, auf die Solidarität der Völker' in Sachen des Rechts hinweisende Sprache den Reichstag geehrt und der Sache genützt. Die Schwäche und Muthlosigkeit des Reichstages hat das Gegentheil bewirkt. — Es war eine irrige Nachricht, die in allen hiesigen Zeitungen zu lesen stand, daß das reichettheimsche Waisenhaus bereits eingeweiht worden sei. Dies konnte noch nicht geschehen, weil die Stiftungsurkunde von der Regierung noch nicht bestätigt worden ist. Eröffnet ist es allerdings schon und zwar mit 34 Zöglingen. Das Haus ist jedoch auf 100 Waisen beiderlei Geschlechts eingerichtet. — Gegen die Hochschule, die ihren Weg rüstig verfolgt, hat sich das Gekläff' der jüdischen Blättchen, wie vorauszusehen war, erhoben,, und die Meute derer, welche „ihre Carriäre verfehlt habend und in jüdischer PuMistik machen, läßt e& an; Bellen nicht fehlen. Es' versteht sich, daß wederEuratorium, noch Lehrerkollegium,, noch Publicum davon Notiz nimmt. Leipzig, 3. Juni. An den Vorstand der hiesigen-' israelitischen Religionsgemeinde ist aus An-' laß der Feier ihres 25-jährigen Bestehens nachstehendes Beglückwünschungsschreiben seitens des Raths.der Stadt ^ipzig gelangt: - „Die. hiesige, israelitische^ Religionsgemeinde zählt'- zu.. ihqMMttgliederrru nichtwerttge^der achtbarsten:üt&' serer Mitbürger,. welche zum stetigen Gedeihest stützt Empovblühen.durchxihöe^Jntelligenzl,- OPferfreudiMit^ und Mastonaleno Sinn- Handels- - Üstd^ Gewerbfleiß \ ein> gutes WeilrHishex. Mtt cheigchragettchäbdn;--die!P i Meinde selbst hat sich durch Wöhlthun in reichem Maße ^ausgezeichnet Und mit wahrer Humanität und Libera- - lität sich als ein wichtiges Glied in das größere Ganze unserer Stadtgemeinde einzufügett gewußt, so daß sie von allen Seiten gern und willig als mit letzterer zu gemeinschaftlichem Streben verbunden anerkannt und geachtet wird. Wir können daher nicht unterlassen, int Namen der Stadt Leipzig der israelitischen Religionsgemeinde heute an dem Tage, an welchem dieselbe ihr 25-jähriges Bestehen festlich begeht, unseren Glückwunsch darzubringen. Möge dieselbe zu ihrer eigenen Ehre und zum Wohle unserer Stadt mehr und mehr wachsen und erstatten. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichne« Der Rath der Stadt Leipzig. . - Stephani, i Leipzig, 2. Juni 1872." (Wer die Stimmung in der Stadt Leipzig vor 25 ) Jahren betreffs der Juden gekannt hat und mit der in obigem Schreiben sich kund thuenden vergleicht — der muß den Mitgliederst der Gemeinde, besonders deren Führern wahrhaften Dank wissen, aber auch den Bewohnern Leipzigs, die willig eine bessere Gesinnung -angenommen. Red. d. A. Z. d. I.)! Bonn, 11. Juni. Wieder sind'zwei Privatdöj centen jüdischer Religion zu außerordentlichen Professoren an preußischen Universitäten ernannt worden: jDr. Moritz Jaffs in Königsberg und vr. Leop. Aueribach in Breslau, beide in der Medicin.! ■' Schopfloch, 6. Juni. (Privatm.) Der Heimgang seines BiederMäststs in' unserer'' Geöieinde dürste in j den Annalen dieses Blattes wohl registrirt werden. ^AM 19. v. M. Morgens' ist' unser' ehrwürdiger Di- ) strictsrabbiner, Herr Nathan-Ehrlich nach siebentägiger? Krankheit verstorM. Die Gdmeindest Schopfloch Festchtwangen und Wittelshöfeststeträuern den Hintritt ihres' Mtlichen Führers, dest^fie lieblest und ehrten^ eiste Wittwe und fünf Kinder beklagest den Vetlstst 'des besten Gatten * stüd Väters. Ber Selige hätte vier Wochen vor seinem Scheiden das 65. LebensW' zürückgelegt und ist 31 Jahre im Amte gewesen, .däHk er Mtt Müe-«nd-HinßMstEM^^/ 'HnM E hstlditzte - dem gemäßigten' Fortschritte und war für' allÄ' WM lstM-Me-' begWth' ünd-' wNstttni' Von"aM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.