Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 25 (18.6.1872)
- Date
- 1872-06-18
- Page
- Seite 486 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sicherheit des Eigenthums und deS Lebens, von der Rechtsgleichheit und den internationalen Verhältnissen Abhängen. Wir.erhielten in diesen Tagen aus Paris: „£,88 persecutions contre les Isradlites Roumains par un ami t de son pays, de. son peüple .et de la Uderts (Paris, 11872.)'- Aus London kamen uns zu: „vebate in the house ok commons., 19th April 187-2, on the Condition and treatment of the Jews;in Roumania and .Servia“ (London, .187 2). Ferner: „The Jews in Roumania; a short Statement of their recent history and; present Situation. By Israel Davis , B. A.“ (London, Trübner u. Comp.) Endlich von Berlin: „Die Judenverfolgungen in Rumänien von H. B. Oppenheim." (Berlin bei, Stille 1872). Alle diese Broschüren geben eine geschichtliche Darstellung der Vorgänge und verlangen dringend. Garantien Kr die Zukunft, Von der letztgedachten Schrift haben wir in Nr. 19 einige Stellen, aus der „Gegenwart", in welcher Zeitschrift sie zuerst erschien, gegeben. Herr Oppenheim hat sich Mer wohl von dem überzeugt, was wir seinem Vorschläge wegen eines Entschädigungsparagraphen im rumänischen Gemeindeverfaffungsgesetze entgegneten , und dringt fttzt auch, auf eine thatkrästige Intervention der Schutzmächte. Alle diese Schriften werden gratis versandt und wünschen wir nur, daß dies weniger unter unfern Glaubensgenossen , die bereits genug von der traurigen Geschichte wissen, als-in außerjüdischen Kreisen geschehe. Zugleich empfingen wir ein Circular aus Berlin von einem aus den achtbarsten Mitgliedern aller Stände bestehenden Comits Geldsammlungen zu Gunsten der rumänischen Juden zu veranstalten. Da wir bereits vor zwei Monaten eine solche Sammlung exöffneten, wenn auch bis jetzt mit keinem großen Erfolge,, so haben wir dieses Verlangen erfüllt, ehe es noch gestellt worden war. In Berlin hat das Comits bereits 3270 Thaler erhalten. Desgleichen langte von einem in London unter dem Vorsitze des- Sir Francis H. Goldsmid Bart.' PM.; gebildeten Comits ein Circulär an uns, welches auch ein Rundschreiben aus Newyork vom 28. Februar seitens des „Board ofDelegates of American IsraelitesH enthält, und das, mittheilt, daß um dem amerikanischen- Generalconful Peixvtto eine nachhaltige. Wirksamkeit zu ermöglichendie amerikanischen Israeliten ihm jährlich 10,0 0.0. Dollars zu Gebote gestellt haben, daß dies aber^ namentlich - um das Schul- und. Erziehungswesen unter den. rumänischen» Juden. zu befördern, nicht genüge, und ergehs daher die,.AuAordernsig an die festländischen Glau--? bensgenoffenhierzu beizutragen. -Die Adresse deS Sir Francis H. Goldsmid ist: „St. John's Lodge, Regents Park, London, N. W/' . Aus Rom erhalten wir Nr. 148 des „Journal de Rorne^ vom 31. Mai, worin ein lesenswerther Artikel: i,Israsl!tes et > Crecs a Smyrne“ enthalten ist. Er bringt vor allem eine Schilderung, wie der 'griechische Bischof Meletios und die-gebildete griechische Jugend sich Mühe gegeben haben, die bedrohten JSraeliten zu vertheidigen, und der Bischof selbst sein Leben gewagt habe, um Herrn Ventura vor der den bischöflichen Palast stürmenden Menge zu schützen. Ganz besonders chätig war auch ded italienische Bieeeonsul Revest, sein Attachs und sein Dragoman Saman. Erfreulich» ist es, daß die italienische Regierung diesen Männern sofort ihre Anerkennung aussprach und sie zu weiteren Anstrengungen aufforderte, 0 s ' Alle diese Bemühungen sindan. sich erfreulich — die Hauptsache aber bleibt,. ob. die europäischen Finanzmänner der an sie ergangenen Aufforderung Folge leistem Zeitungsuachrichteu. Deutschland. Berlin, 7. Juni, (Privatmitth.) Die Vorwürfe,', welche in dem Leitartikel Nr. 23 dem Reichstage betreffs der Verhandlungen über Rumänien gemacht worden, find hier nicht ausgefallen^ In der That brauchte man nur die Debatten über denselben Gegen- , stand..im englischen, amerikayischen unditalienischen Parlament zu vergleichen, um zu erkennen, daßin diesen Mannhaftigkeit und unumwundener Offenmuth' das Wart führten, während bei uns eine schwächliche Rücksichtsnahme vorherrschte, die doch sonstr dem-deutschen Charakter nicht eigen.;ist. Herr vomBunsenj und Herr Miquelmachten sich geradezu lächerlich mit ihren Befürchtungen, daß - die - edlen Rumänen durchs irgend welche heftige Auslassungen im deutschen- Reichstage noch Mer gestimmt.werdenwürden- und nichd minder hatte es. etwas Komisches, weitläufig auseinandersetzen zuWrendaß der Reichstag, competentl sei, im auswärtigem Angelegenheiten ein Wörtchen: mit. zu redern Diese Scheu, auch nur^ die schwächste. Aeußerungizn; thün, welche dem auswärtigen.Amte mißfallen! könnte^