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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-21 · Heft 21 (21.5.1872) · p. Seite 409

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 21 (21.5.1872)
Date
1872-05-21
Page
Seite 409 (sequence 5)
Language
German
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daher zu einem solchen Maße von Energie entschließen, welches der Verbreitung jener Pest Schranken zu setzen vermag. Ist es doch am Ende die Straflosigkeit, welche ihr den größten Nahrungsstoff zuführt, und diese fand ja leider in Rumänien, dem Ursprungslands der gegenwärtigen Epidemie, statt. Literarischer Wochenbericht. Gr. Becskerek, 8^ April. tn-mta -nan Sb nnae* 100-. . b^-D btrm b- -iivrb . ndr^s-bdri^dr ■nbir .»b'Sn "n Das Erscheinen des angezeigten Werkes steht merkwürdiger Weise im innigen Zusammenhänge mit den großen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit, und mit vollem Rechte läßt sich darauf das bekannte Wort anwenden: et sua fatä habent libelli. Der Herausgeber, Herr Iechiel Bril in Paris, welcher den Druck dieses wichtigen und lehrreichen für und wider Maimuni geführten Briefwechsels vor dem französischdeutschen Kriege begonnen hatte und sistiren mußte, faßte während der Belagerung von Paris den heroischen Entschluß den Druck desselben wieder aufzunehmen, und so wurde dasselbe von ihm ganz allein ohne irgend eine Mithilfe unter dem furchtbarsten Donner der Kanonen und unter den schwersten und härtesten Entbehrungen gesetzt, gedruckt und corrigirt. Es ist dies vielleicht das einzige' wissenschaftliche Werk, das in Paris während der Belagerung mat», wie' es auf dem Titelblatt heißt, erschienen, ist, und schon dieser Umstand verleiht dem Buche ein besonderes Interesse. In der Vorrede gibt überdieß Herr Bril einige interessante Notizen über die Leidens¬ und Schreckenszeit in Paris, die er in einem eigenen Werke, ü*p "ab"p, zu veröffentlichen gedenkt. Was den Inhalt des Werkes , das' bisher handschriftlich in der Bibliothek' des Herrn Günsburg gelegen hat, betrifft, so gehört dasselbe zu den schönsten, durch einen. clasfischen Musivstil qusgezeichneten Streitschriften, die- Maimuni's Iad Hachasaka hervorgerufen. hat. Rabbi Meir Äbülafia, einer der heftigsten Gegner Maimuni's, sammelte den Briefwechsel und : sendete denselben an, die Rabbiner und Gelehrten in i Frankreich, •»iüi, um dieselben zur Theil- - nähme am Kampfe gegen Maimuni aufzufordertt. Das' j Schristchen enthält die Anklageschrift und Kritik des j Rabbi Meir Abuläfia an Rabbi Jonathan Kohen \rt j Lunel, die Vertheidigung des Maimuni von Rabbi j Aaron ben Meschullam, nebst Mittheilung der Antj Worten Maimuni's auf die Anfragen der Weisen von \ Lunel b^tb ■»täit;' die Replik des Abuläfia an Aaron j b'en Meschullam; endlich zwei Episteln an Rabbi Sim-!son aus Sens, dem der Streit zur Begutachtung vor-! gelegt wurde, und dessen Antwortschreiben. Viele dieser - Briefe sind wohl theilweise durch den maimunischen : Briefwechsel, so wie durch die Anführungen bei dessen j Commentatoren, Schem-Tob ben'Abraham, Vidal de' l Tolosa, Josef Karo bekannt; aber in ihrer Vollständig- I fett sind sie hier zum ersten Male erschienen. Es ist \ hier nicht der Ort auf die Controverspuncte und kritischen Bemerkungen näher einzugehen, die Graetz,! Geschichte der Juden VII, S. 38, ausführlich behan- I beite; obschon die Darstellung des Herrn Graetz durch'! die Veröffentlichung des Briefwechsels von Rabbi Meir? Abulafia zu vielfachen Berichtigungen und Ergänzungen' -Anlaß gibt. Die Widerlegungen Abulasia's sind oft sehr schlagend, und an vielen Püncten sind seine An-' sichten viel toleranter als' die Maimuni's, z. B. Maimuni, Akkum 4, 6; Sabbath 2, 21 u. s. w. Sehr interessant ist das Schreiben von Rabbi Simson aus Sens, dem gelehrtesten Repräsentanten der „Weisem Frankreichs", das, fern von aller Verketzerungssucht, mit Ernst und Würde seinen Gegenstand behandelt. \ Wir können Herrn Bril nicht genug für die Herj ausgabe dieses lehrreichen Briefwechsels danken und -wünschen demselben, daß er für seine Arbeit und Mühd j reichen Lohn finden möge. Herr Bril, der Paris! verlassen mußte um in Deutschland ein Asyl zu suchen, -verdient für seine Aufopferung und Hingebung für l bte hebräffche Literatur alle Unterstützung, j Wir ergreifen zugleich die Gelegenheit um die Aufl merksämkest der Leser auf ein leider unterbrochenes literarisches Unternehmen' des' Herrn' Bril zu lenken:! Herr Bril beabsichtigte int Vereine mit Or. Derenbourg : in Paris, welcher den eigentlichen gelehrten und wissensschaftlichen Theill der Arbeit übernommen Hütte, die' iarabische Uebersetz'ung des PenMuchs vonRabbi! Saadia' Gaon nach einet' vom Jakob' Saphir aus"' Arabien' mitgebrachten' Handschrift cherauszugebeN. Dev

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