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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-14 · Heft 20 (14.5.1872) · p. Seite 402

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 20 (14.5.1872)
Date
1872-05-14
Page
Seite 402 (sequence 18)
Language
German
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402 In solchen Gärten §t>'\ A' ft*- Legraben (2 Kön. 21, 18. 26.). standen Gartenhäuser (2 Kön. 9, 27.),-und sie hatten. Umzäunungen (Klagel/2,' 6.); Die EigenthÜmer" mosten' daher oftWreMärKn 'verschlossen halten, - waOünliebsam wärfHohesl. ' 4, 'll). Mer auch gemißbraucht wurden^ die Gärten zu mannichfachen Ceremonieu und Opfern des Götzendienstes (Iesaias 65, 3., 66, 17.). — Was Wunder, daß daher Jeremiass,: ħa er wieMachDabylon. geführten Israeliten ermahnt, Pchdaselbsihäussich nieder-' zulasten, sie auffordert, „Fruchtgärten zu pflanzen" (29, 5. 28.), und Amos bei Schilderung-, der Meder- ] Herstellung sagt: „Sie legen Gärten an und verzehren ihre Frucht" -(9, 14.). — Dass Ahasverus bei seinem Palaste einen Garten hat, Ln dessen Porhof er den Großen seines Reiches ein üppiges Mahl, giebt (Esth. 1, h>, fallt uns nicht auf. Aber /es heimelt uns. doch au, wenn (7,^ 7. 8.) erzählt wird, daß dieser König, als ihm Esther den Haman als .ihren und ihres Volkes Verräther geuanM hat^ voll Zornes aus. dem-Speisesaal in. 5 Pen Garten, des. Palastes geht, um.fernen Grimm zu beschwichtigen,.und alsdann wieder/zurückkehrt, wo er freilich ein noch , größeres- Aergerniß andem Benehmen, seines Großvezirs fand. ... - - r,utl Durch diese Anführungen haben, wir, wohl genügend unseren Ausspruch belegt, daß unsere Vorvordern wackere Ggrtenfreunde .und Gartenkünstler gewesen, sind, und es . darin durch Fleiß und Sinnigkeit weit genug gebracht ' Haben.. Sie zogen ihren Nutzen daraus, sie gingen dahin', /UM sich. zu. erfreuen, und Feste darin zu feiern,, ihxe .Freunde -sammelten sich daselbst, und mancherlei Scherz mnd Spiel wurde - darin getrieben.?•- Und dies ist es, was wir unseren Freunden zur Nachahmung empfehlen. Dch8 Gewühl; des Lebens, das vielbewegliche../und vielgestaltige Treiben unserer Zeit, führt gar zu^sehr.davon ab. 7 Aber. vergebens glaubst. Du-- durch den Luxus Deiner häuslichen Einrichtung Dichbafürzuentschädigen. An-/alles dies gewöhnst Du j Dich gar zu bald; aber der Wechsel in der Natur laßt/ uns immerfortden Kelch des Genuffes Anden und uns,.daraus/7schlürfen, wie nur. sie ihn. uns. darbietet. Wenn das Auge, des Eigenthümers , die ersten Blätter und Blüthen., anseinen Gewächsen hervorsprießen sieht, oder die Fülle-der- Früchte gewahrt, und ihr allmäligeS Reifen^ beobachtet; wenn sich seine Äeete mit Blumen füllen , und manch Vögelpaar sich in diesem und jenem seiner .Gebüsche ein heimliches Nest baut.— wie wacht da die -unschuldige - Freude in ^seinem Herzen,auf und sührtihn uuvermerktj. vöndest Sorgen und,Lasten weg,- dieihndrüchnl- . - a ,« Freilich, der höchste Genuß/wird, ihmauchnur gespendet, wenn die Sonne vomblauen^HünmelAeuchtet und, einen goldneuHberzug über Laust Ä Blüthen unv Äümen^^t. , WÄnwn znit grauen Wolken Ne^og. und em kalter' Wind durch, wen Gerten streicht/^die^Müthenzerstreut - unddas.-noch zarteLruh ^an^marzder schlägt^-ist es minder ergötzlich. Und^hebst.Du erst die-Deckevoy wer Äberflächeschsnweg 3 f!? I K und schauest darunter und was daselbst vorgeht, wird es Dir bang umHHerz. Wo das Leven erficht, im Augenblicks selbst, /wo es erstayden^isty:kommt der ^Feind^und bekämest Ä -Md will es ^vernichten.AEs iH dies die Oekonomie der Natur, weise,aberoft sehr unfreundlich. In den Fruchtknoten schon sticht sich der Wurm ein; in den zarten Blättern stecken schon die Larven und bald umspinnt die. Raupet den, ganzen Fruchtbaum. Wie sind die Rosentnos^en won zahlreichen Thierchen bedeckt, die sie verzehren und welk machen, ehe sie sich entfaltet haben. * Dort auf dem Aste sitzt ein anmuthigeS buntes Vögelchen, das eben üdch seine liebliche Melodie gepfiffen hatte; da stößt es hinunter und verschlingt mit seinenrSchnabel den Wurm, der sich im Staube wand — aber wehe ihm, ein Raubvogel folgt ihm nach, und wiederholt an ihm, was es eben am WurmoKthan/. <. Man nennt dies in unserer Zeit den Kampf um das Dasein. Aber so wenig wie das Menschenleben, wvn diesem Kampfeum das Dasein ausgefüllt wird, so gewiß, sich .über ihm noch ein höheres Verlangen, Streben und Erringen für den Menschengeist erhebt, und der Kampf um das Dasein nur den. Boden dafür abgiebt und die Mittel, bte; Kräfte; des Geistes zu üben und zu entfalten : so auch in der Natur, denn die Blüthen blühen doch ,, unddie Thierwelt ist voll und reich, und der Genuß ves 'Daseins ist uzcht versagt. Freuen wir uns daher darüber, öffnen wir die Hand, um die Gaben des gütigm Gottes zu empfangen. Was wir mitbringen müssen, ist der Sinn für das Schöne, die Empfindung für das einfach Hohe. Damit öffnet sich uns ein reicher Schatz ungetrübter Freude. Im jüngsten Hefte der Zeitschrift „Äm neuen Reich" befindet sich ein -sehr beachtenswerther Aufsatz „die religiöse Politik- Heinrichs IV. von Frankreich" von Dr. Martin Philippffom Es wird darin gezeigt, wie Heinrich IV. zum ersten Male versuchte, die bürgerliche Berechtigung für alle Confesiionen, wenn auch nur noch für die christlichengleichartig zu machenjeder derselben staatliche und bürgerliche Bevorzugungen zu entziehen und sie dem Staate gleichmäßigeinzuordnen^benStaaL also confeffivnslos zu machen und jedem-. Bürger des Staates die Religionsfreiheit zu sichern. Dass dje Conseguenz auch für die Juden sich ergeben mußte,--hatte damals schon, wie Philippson bemerkt. und inunserer Zeitungfrüher - schon - ausführlich documentirt. hat, ein ^erleuchteter Geist erkannt und ausgesprochen,.,.nämlich d.er berühmte - Jurist und, StaatsrechtSlehrer-Z Jean Bvdrn. Allein hieran war bei Heinrich, IV. noch, nicht zu denken. Dieses hatte nicht allein,.die,/ebengezeichnete pMisch-religiöse^ Anschauung-.sondern 1 er.versuchte, sitz auch-durch dqs-Edict'rvon-Naytesz^i598).../praktisch durchzuMren.... Jndess wqr.stas .Volk noch; wenig stazu

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