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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-14 · Heft 20 (14.5.1872) · p. Seite 390

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 20 (14.5.1872)
Date
1872-05-14
Page
Seite 390 (sequence 6)
Language
German
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Brüdervereins (unter den Linden 4 a) stattfinden und ihr ein Festmahl folgen. Die Localitäten, namentlich - die Hörsäle der Hochschule , befinden sich Spandauer Brücke Nr. 8. Die besten Wünsche des Gedeihens und einer dauerhaften segensreichen Wirksamkeit im ächten Geiste des wissenschaftlichen Judenthums gehen der Feier voran und knüpfen sich an sie. — Einiges Aufsehen hat hier ein Streit gemacht, der zwischen dem vr. H. B. Oppen heim und dem Professor der Nationalökonomie an der hiesigen Universität, Dr. A. Wagner, entbrannt ist. Oppenheim hatte Wagnern „kathedersocialistischer" Aeußerungen beschuldigt, und Wagner weist sie in einem „offnen Briefe" zurück. So weit ginge die Sache uns nichts an, und mögen die Herren ihren Streit mit einander ausfechten. Unter den Argumenten aber, die der Professor gegen Oppenheim schleudert, kehrt wiederholentlich das Wort wieder: Oppenheim sei ein Jude, was ihm gleichbedeutend mir Freihandelspolitiker ist. Daß ein deutscher Professor noch immer in'dem Vorurtheil befangen ist, einem Gegner seine Religion als einen Tadel zu insinuiren und durch die Bezeichnung als Juden ihn herabzuwürdigen vermeint, nimmt uns nicht Wunder, da wir dergleichen Individuen auf den akademischen Lehrstühlen nicht wenigen begegnen. .Für den „Kalbsocialistischen" Professor ist dies aber um so. mehr eine Lächerlichkeit, als die bedeutendsten deutschen Socialisten, Karl Marx und Lassalle, derselben Religion angehörten. Uebrigens wird es Hern Oppenheim nicht schwer werden, Herrn Professor Wagner zurecht zu weisen, da dieser in seinem offnen Briefe sich große Schwächen zu Schulden kommen läßt. — Wie man vernimmt, will die Reichsregierung gegen die rumänische Vergewaltigung aller Rechtsgrundsätze nachdrücklich einschreiten. Hoffen wir, daß dies nicht abermals bloße Phrase bleibe. Berlin, 5. Mai. (Privatmitth.) Ich habe Ihnen heute eine Nachricht von großer Tragweite witzutheilen. Das zur Unterstützung der rumänischen Juden zusammengetretene Comits, in welchem außer Professor Lazarus mehrere an der Börse angesehene Männer sich befinden, hat ein Circular an die Börsen von Berlin, Wien, Frankfurt am Main, Paris/'Amsterdam und London gerichtet, worin die Aufforderung enthalten ist, an der bevorstehenden rumänischen Anleihe sich nicht zu betcheiligen,. weil dieses Land ebenso der Civilisatiön wie allen Rechtsgrundsätzen wiederholt entgegen gehandelt hat. Di e B ö x.s.e von B e-vl-in hat bereits diesen Entschluß gefaßt, und zwar nicht blos oon Seiten jüdischer Firmen, sondern auch seitens solcher Bankinstitute , deren Leitung in christlichen Händen ruht. Sobald die Antwort der anderen Börsen -eingetrofseu sein wird, gebe ich Ihnen Nachricht davon. Weitere Bemerkungen über diese wichtige Thatsache werde ich meinem nächsten Schreiben hinzufügen. Berlin, 5. Mai. (Privatmitth.) Der Gedanke einer größeren Reconsttuirung der Alliance istoorläusig bis auf spätere Zeit verschoben worden. Dagegen ffand -vorgestern eine Versammlung unter dem Vorsitze des Professor Lazarus statt , aus welcher ffich ein Comits zur Unterstützung der unglücklichen Juden in Jsmail rc. bildete. Heute gehen bereits 1600 Thaler an den amerikanischen'Generalconsul Peixotto nach Bukarest ab, und Man hofft eine noch viel größere Sumwh zu erzielen. Man hat beschlossen bis zu 5000 -Thalern zur Abhülfe der augenblicklichen Noch hin zu.senden, den etwaigen■ größeren.Ertrag der Sammlung .aber zu einer mit dauernderen 'Erfolgen verknüpften Verwendungzu bringen. Wie der erste Anstoß zu dieser .abermaligen Hülfe für verfolgte schuldlose Glaubensgenoffen in dieser Zeitung gegeben worden ist, möchten wir -hier auch den Gedanken aussprechen, daßvon diesem Mehrbeträge eine Darlehnscaffe gebildet.werde. Denn da die ausgeplünderten Juden -keine Bettler, .sondern nur durch den an ihnen begangenen Raub .erwerblos geworden sind , so bestände die beste Aufhülfe für sie in einem größeren oder kleineren zinslosen Darlchn, um ihren Erwerb wieder beginnen zu können. Seesen, 30. April. (Privatmitth.) Dem Rittergutsbesitzer, Herrn M. Jacohson auf.Schulzendorf-hei Berlin, ist am 25. d. M,, dem! Geburtstage Sr. Hoheit des Herzogs Wilhelm, in .Anerkennung seiner vielfachen Verdienste um-die -Stadt Seesen, -insbesondere um die daselbst bestehenden jacobsonschm -Anstalten , das Ritterk re uz vom Orden Heinrichs d e s 'L ö w en verliehen worden. Aus Würtemberg, im Mai. (Privatmitth.) - Der Schwäbische Merkur bringt folgenden Bericht:

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