Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1872)
- Date
- 1872-05-07
- Page
- Seite 375 (sequence 11)
- Language
- German
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Ducalen von dem gestohlenen Gelde unter dun Bette gefunden, und daß er seine Tochter mit Sllbermcmn verlobt habe; daß.Gold,schlägt SiLbermanu. Mf der Straße gettoffen und Hn.ermnnMt Habe den Diebstahl zu begehen, indem er ihm versicherte^ daß ,in diesem 'Falle sein Name unter den Juden heilig werden und der Rabbiner ihn .in allen jüdischen Zeitungen preisen würde. Der . Rabbiner wurde schließlich beschuldigt, daß .Goldschläger vor ihm gesagt Habe, er werde den Dieb in allen jüdischen Zeitungen preisen, daß man einen Theil der gestohlenen Gegenstände in einem Abtritte des Hauses gefunden Habe, wo neben 40 Familien auch zufällig der Rabbiner wohnte, x und daß er in dem Augenblicke verhaftet worden sei, als ex im Begriff war nach Tultscha zu flüchten. Obiges .sind die Anklagegründe. Sie stützen sich alle auf die Aussage Sidermanns, welcher Dieselbe nachträglich widerrief. Das Verhör dreier Zeugen ergiebt, daß Herr Goldschläger an dem Tage, wo er Silbermann gesprochen haben soll, sein Haus nicht verlassen habe. Das Mbi wird also festgestellt, und damit fällt aller Anklagegrund.gegen.Goldschläger und somit auch den .Rabbiner weg. Der Dieb Silbermann legt nun ein vollständiges Geständniß >ab. Gr erzählt, wie er den Diebstahl begMgen habe , ohne jemand zu coysultiren und ohne von jemand dazu ermuntert worden zu sein. Daß er -den Rabbiner nnd Goldschläger nie gesehen habe, daß er vom Polizeichef entsetzlich mißhandelt und gezwungen worden sei, die anderen fünf Israeliten , der Mitschuld zu zeihen; daß er in Rußland zum Ehriftenthume übergetreten, und dann sich wieder als Jude, gerirt . habe, damit er VaKmanns Tochter, in die er sich verliebt habe , heirathen könne; dH er das Geld nur deshalb entwendet habe, um seinem zukünWen Schwiegervater zu. zeigen, daß er Capital besitze; daß er diesem 80 Ducaten mit dem Bemerken zur Aufbewahrung gegeben habe., er habe es ,aus dex Straße gefunden. Er erklärt ferner, daß er die,entsendeten Gegenstände Werst im Boden.eines verlassenen alten Hauses verstech, dann aber in die batrinen desHauses,wo der RaWner wohne, selbst geworfen habe. Er hetheuert förmlich, daß die 'MftaMschnldjgteu Mnz ^unschuldig feien, «yd er allem die Mast , , ,D;e WMy aus, daß sie von dem Diebstahl nicht die leiseste Ahnung gehabt hätten; He Mldern, vor dem GerMsh^wie sie gezwungen worden seien, falsche , MeWühnjsst abzulegen, und welchen entsetzlichen Martern "sie nnterworfen worden seiest. '' - - / Der Staatsanwalt Borsch beschuldigtSilbermann als' Autor des Verbrechens, erklärt aber, daß er, obschon öffentlicher Ankläger, die anderen Israeliten vollständig freisprechen, daß er die Arrtlage fallen lassen müsse. Er erklärt beschämt zu sein, daß die Richter in Ismail und Fokschani es wagen konnten, die Unglücklichen auf solche nichtssagende Gründe hm zu verhaften und in den Anklagezustand zu versetzen. Er fordert die Geschworenen auf, -der Gerechtigkeit Geuugthuung' zu geben, das Unrecht durch, ein ^„Nichtschuldig" zu sühnen. Er könne, sein Gewissen nicht tödten, er könne , die offenbare Unschuld nicht.verdammen, obschon er öffentlicher Ankläger .fei.. Die Menschlichkeit, die Gerechtigkeit ford.emj die sofoxtjge völlige Freisprechung der Jsraelitm, Er betonte, dgß alle Welt Rumänien den Vorwurf mache, es sei die PflaiHschule religiöser Unduldsamkeit und Barbarei — die Geschworenen Müssen jetzt der Welt zeigen, daß diese Beschuldigungen unbegründet seien, daß in Rumänien Gerechtigkeit exipire. i ,; Der Peptheidiger, RechtsanwaltSchina, gppeüstt in beredten Worten -an hje Mschwprenerki Er sagt, daß er kaum etwas sagen .könne —. Pie Unschuld der fünf Israeliten, die seit drei Monaten .in einem schrecklichen Kerker schmachten. und unmenschliche Martern erlitten haben, sei eine zu offenbare, um noch der Bepcheidigung zu.bedüxfen. / . / ' Herr oküoio, empfiehlt diesen der Nachsicht der Geschworenen.; er wiederholt in Bezug aus dst, .yWMn, Worte .des Generalstaatsanwaltes Barsch Md ' des VeMßidigers Schina. .Er exyMntchie Geschworenen .durch ihr Urtheil zu zeigen, hast , die der Rumänen nicht erloschen .sei. ^. Nutz ziehen sich 'die Geschworenen in. thupgssgal zurück. .Im- Hditorium^ macht sich ^ern ,Murren. Mltend; .plan ist von her. Fpeisprechnng.per Juhew nbepzeM/ Stunden .Men. Pst HMchöreuenM. M wMey..^Hre VerlegeMst, ist. Mß, hineinzusenden,"damit er ihr' Mstzc 19* ' .