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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-07 · Heft 19 (7.5.1872) · p. Seite 374

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 19 (7.5.1872)
Date
1872-05-07
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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SU Sammlung aller bfe Stöbert betreffenden ftanzösischen Gesetze, und Verordnungen. Dr. Michel Levy, Leopold MW4W GÜstav Halphen waren alle drei^M Elsaß $b0xl ' Z''J,Großbritannien. London, tm April. (Privatmitth.) Das Board öf fieptities of the British jews hat einen halbjährigen Bericht ferner Thätigkeit veröffentlicht und versandt. Den Hauptgegenstand bildet die Hungersnoth in Persiens ' Durch die Freundlichkeit des Secretärs des CMits's vermochten wir aber bereits in Nummer 16 unserer Zeitung die desfaÜsigen Mitcheilungen zu bringend In der Anfzählüng der eingelaufenen Gaben sind' Mehrfache Irrungen, untergelaüfenj. so bezeichnet der Deport'- Herrn-HlldeWinier^ äls' -MeMbbiner" 'von Berlin, während er bekanntlich doch gar keine aMtliche Stellung hat, sondern Rabbiner eines Pribatvererns ist; die von uns als Redactiön gesam- Äelten Beiträge werden als die der Gemeinde Bonn, die gesammelten Gelder des Großrabbiner Astruc als Spenden der Gemeinde Brüssel bezeichnet u. s. w. Da die bisherigen .Veröffentlichungen im Jewish Cltfofiicle das Richtige angaben, so muß man sich Über diese und andere Mängel des officiellen Reports wundern.;l[ Donaufürstenthümer. Bukarest, 19. April. Die „Rumänische Post" bringt näheres über die schmachvolle Schwurgerichtssttzüng in der Judenverfolgungsangelegenheit zu Ismail, Kahul und Bilkov. Wir theilen hierüber folgendes Mit : 'n ' "7 '' Das schwurgerichtliche Marionettenspiel zu Buzeu bildet die blutigste Illustration zu der Rechtspflege unseres Landes; es hat die öffenbarste Unschuld verdammt und dadurch den' beffarabier Mäüelfcenen die gesetzliche SaNctiongegeben, es war eine Spielhölle, auf deren grürtem TischeMitWem Leben, der Ehre und der Freiheit von' fünf unschuldigen., ehrbaren, richtsaMeN Bürgern vawaagne gespielt würde/ .'Zwölf'Bauern ziWn die' Bänke der''Geschworenen, bildeten das Tribunal, das sich über Schuld und Unschuld aussprechen sollte; zwölf'Bauern, die man den PflÜgeU und deck AtArbäu' entriffen hätte um sie Mit' dem Mchteräm^ . ztr bekleiden; zwöff iSrmern, die Meder lesen noch schreiben konMn, noch' dkeMrräche .so in ihrer Gewalt hätten, üm zu begrasen, uck Msi es sich Handle, um zu wissen, was gesprochen Wirdum zu verstehen , worüber und wie sie ihr Urtheil zu fällen haben. Doch genügte es ihnen zu wissen, daß es W darum handle, Juden zu richten, und der Jude mußte quand m6me verdammt werden. Die guten Bürger von Buzeu hatten sich zahlreich eingefünden, sie kamen in das Heiligthum der Justiz, bewaffnet mit Stöcken, Peitschen , Knitteln. Dicht gedrängt war der Saal, und auch auf dem Corridor Und den Treppen standen sie Kopf an Kopf, erwartungsvoll der Dinge, die da kommen sollten. Einige DorobänzeN bildeten die Sicherheitswehr, welche dem drohenden Pöbel Respeck einflößen sollte. ' Da erschienen auf Befehl des Präsidenten Wie fünf Angeklagten, die Opfer des Fanatismus und Wer Lynchjustiz. Welch ein schauerlicher Anblick! Verwittert, abgemagert und siech, blickten sie stier uw sich, staunten sie die Richter in den Bauerkitteln an. Apathisch hörten sie die Verlesung der Anklageacte an. Da stand es drin, auf welche Weise die Richter von Ismail und die Anklagekammer von Foffchan es herausgekünstelt hatten, daß sie an dem in der ismailer Kathedrale begangenen Diebstahle mitschuldig seien. Der Dieb Silbermann erschien, ein Bursche von 24 Jahren, Mit trockenen, steifen Zügen und Verworfenheit in den Augen. / Die Anklageacte beschuldigte Silbermann, sich am Abend des 25. zum 26. December Heimlich in die Kirche geschlichen und sich dort die ganze Nacht versteckt zu haben, daß er die Summe von 112 Ducaten aus einer Kiste durch Erbrechung derselben, und außerdem ein Löffelchen, ein kleines Kreuz und noch ein dem Gottesdienste geweihtes Gefäß entwendet, daß er die Kirche in der Nacht verunreinigt, und früh morgens, als der Kirchendiener die Thür öffnete, sich mit den gestohlenen Gegenständen aus wem Staube gemacht habe. Dem Schneidermeister A. Preißmann wurde zur Last gelegt, daß er Silbermann, der bei ihm arbeitete, durch Versprechungen ermuntert habe , den Diebstahl 'zu begehen; dasselbe wurde den übrigen vier' Angeklagten zur Last gelegt. Es wird angeführt, daß man bei Baißmann 80

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