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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-05-07 · Heft 19 (7.5.1872) · p. Seite 367

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 19 (7.5.1872)
Date
1872-05-07
Page
Seite 367 (sequence 3)
Language
German
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Verweise und Geldbußen,. welche letztere, in: die Kirchengemeindecaffe fließen, und zwar in Gemeinden dritter Classe bis zu 3 fl. , in Gemeinden zweiter. Classe bis zu 5 fl. und in Gemeinden erster Classe bis zu 7 fl., zu erkennen." Soweit der Gesetzesentwurf. Der Entwurf des Verfassungsstatuts nun, wie er von der Oberkirchenbehörde den Vorsteherämtern zur Begutachtung zugegangen ist, enthält zwar viele gewünschte Abänderungen, doch aber dürfte das Land uuch gegen diesen neuen Entwurf noch manche Wünsche zu äußern haben. In der That beschäsügt sich denn auch die heimische Presse viel mit . dieser Frage, und die früheren Delegirten der einzelnen Bezirke veranstalten Versammlungen der Kirchenvorsteher zu gemeinsamer Besprechung resp.■; Bekämpfung der unliebsamen Bestimmungen, so in Mergentheim, Heilbronn, Ulm u. s. w. Groß ist z. B. der Einfluß der Rabbiner auf alle Angelegenheiten der israelitischen Kirche nach dem Statut. Nicht allein hat der Rabbiner durch § 11 in Religions-, Gottesdienst- und Stiftungsangelegenheiten im Kirchenvorsteheramte zählende und entscheidende Stimme; seinen Haupteinfluß macht er durch die israelitische Oberkirchenbehörde geltend. Im engeren Rache derselben (7 Mitglieder) sitzt ein fltabbiner, und im weiteren Rache (noch 8 Mitglieder) noch 2 solche. Letztere werden auch nur von ihren Collegen gewählt. Man sollte erwarten kön-' nen, daß es dem Lande überlassen bleibe , deren zu ' wählen, so viele es ihm beliebt, wenn es sie für nochwendig hält. Ueber diese und andere Fragen haben sich die Kirchenvorsteherämter nun schlüssig zu machen und ihre Ansicht unumwunden zur Kenntniß der israelitischen Oberkirchenbehörde resp. des königlichen Ministeriums zu bringen. Ich bin bereit, wenn Sie es wünschen, Sie von dem Verlaufe der nun in Gang gesetzten allwärts brennenden Agitation und deren Resultaten in Kenntniß zu setzen.*) X. *) Wir ersuchen darum., Redact. Ei» Lericht an den Weiten-rntsch israklUische» Grmeindetag. Der geschäftsführende Ausschuß hatte uns, als den vom; ersten Gemeindetage erwählten ' Vorsitzenden der- Commission für die Angelegenheit der westrussischen Jagden, ersucht, dem zweiten Gemeindetage einen desfallsigen Bericht, abzustatten. Allein die Verhandlungen des letzteren nahmen eine solche Zeit. in. Anspruch y, daß -. es > bedenklich erschien, die Versammlung um eine so vorgerückte Zeit noch mit einem neuen und so wichtigen Gegenstände beschäftigen zu sollen. Wir haben daher einen derartigen Bericht, wie wir ihn ungefähr vor der Versammlung abzustatten gedachten t an den Gemeindebund schriftlich gerichtet, und bei dem allgemeinen Interesse der Sache stehen wir nicht an, ihn auch an dieser Stelle wiederzugeben. Die verehrliche Versammlung hat in ihrer Morgensitzung auf den Antrag ihres - Vorsitzenden Beschlüsse gefaßt, welche darauf Hinzielen, dem Eindringen bettelnder Personen aus den Gränzprovinzen im Osten Schranken zu setzen. Je mehr man die Hoffnung hegt, daß hiermit die Absicht erreicht-wird, desto eher wird man die Pflicht fühlen, für die dortigen, in so, tiefes Elend gesunkenen Glaubensgenossen auch positive, auf die Besserung ihrer Lage wirkende Maßnahmen zu ergreifen. Allerdings war man mit solchen eine Zeit lang eifrig beschäftigt. Sie werden sich erinnern, wie einige. Jahre des Mißwachses den ganzen Jammer und die Verkommenheit zu Tage'brachten, welchen die Juden der westrussischen Provinzen durch politische, sociale, religiöse und Culturgründe anheimgefallen waren. Es freut mich, hier der ungewöhnlichen Verdienste zu erwähnen, welche sich der Prediger Di*. Rülf in Memel durch möglichste Abhülfe der augenblicklichen Nothstände erworben hat. Aber schon damals ließ sich leicht erkennen, daß die unglückseligen Verhältnisse dieser Volksmasse einer gründlichen Heilung bedürfen, um sie aus ihrer Versunkenheit zu erheben. In diesem Sinne stellte ich bei dem ersten Gemeindetage den Antrag, daß derselbe sich dieser wichtigen Angelegenheit annehme. Dieser Antrag wurde mit Begeisterung ausgenommen und eine Commission erwählt, welche die Mittel und Wege berathen und betreiben sollte, die zu diesem freilich schwer und nur allmälig zu erreichenden Ziele führen, könnten. Die Commission ernannte mich zu ihrem Obmann. Nach Hause zurückgekehrt,, war es meine erste Sorge, mit den Mitgliedern der Kommission in Correspondenz zu treten, um einen, desfallsigen Aufruf zu verbreiten, damit sich überall Subcomits's bilden und vor allem Geld gesammelt werde. Diese Schritte hatten einen theilweisen Erfolg, und gerade dieser mußte die Ueberzeugung Hervorrufen , daß die Bewegung eine allgemeine werden müsse, um einige Resultate zu .ermöglichen. Damals hatte Herr Alb e rt C oh n in Paris 19*

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