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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-30 · Heft 18 (30.4.1872) · p. Seite 362

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 18 (30.4.1872)
Date
1872-04-30
Page
Seite 362 (sequence 20)
Language
German
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viel ventilirten Lehrerfrage, so weiß jedermann, daß mit einigen glücklichenMuSncchvchr hreMLnnsBier. KitÄMr schlechter AHMMAerAU NsADc HuWllHD WufmHnnsöieKH DO Äei^Mnk^Z^gMisättßriRW BuHL Handels und die geringen, verhältnißmäßig verschwindend kleinen Mittel, welche selbst die Begüterten auf den Ankauf von Büchern u. s. w. verwenden, diejenigen selbst, die nicht anstehen, Tausends auf Mobilien- Kleider u. dgl. zu verausgaben — diese beiden Ursachen erklären jene Erscheinung genugsam. Hierzu kam nun, daß bis vor wenigen Jahrzehnten die Erzeugnisse des Geistes als freies, herrenloses Gut der ganzen Welt, angesehen und dem Nachdruck und der Uebersetzung preisgegeben waren, ohne daß der Autor in den Meisten Fällen auch nur erfuhr, welche, Ehre seinem Werke zugestoßett fei. Dadurch kam der Autor noch um das kleine Honorar, das er hätte erlangen können. Die Nachtheile dieses Zustaüdes liegen zu Tage. Jedermann erkennt an, daß der Bestand einer Nation vorzugsweise auf ihrer Geistesthätigkeit beruht; ja, daß auch ihre materiellen Interessen durch eine. Stockung der GeistesderyeDng in ihr, durch den Verfall der geistigen Bildung gefährdet sind. Wird aber die geistige Thärigkeit der Armuth, der Entbehrung, dem Mangel, in die Arme geworfen , so wird die Zahl deL. Geistesarbeiter abnehmen. Man gehe jetzt einmal durch dre Lehrs.äle der Gymnasien, und befrage die Schüler,,welchen .Lebensberuf sie wählen wollen; nur ein geringer Bruchtheil bestimmt sich jetzt noch für die wissenschaftliche Carriere, die Mehrzahl geht zu anderer, besonders industrieller Thätigkeit über. Mit Erschrecken liest man die Veröffentlichungen der Schiller- und Tiedgessiftungen; die in der deutschen Literatur und Kunst gefeiertsten Namen Md die Wittwen der gerühmtestetr OchrWeller und Künstler finden sich da als Empfänger von. ein'maÜgen Gaben und kleinen Renten; für die Verdieniesten, wird außerdem Lei Lebzeiten /oder für ihre Hinterlassenen gesammelt, oas heißt gebettelt. Daß es in anderen Ländern nicht besser steht, ersieht man aus den ähnlichen Anstalten in Lyndon und Paris. Solche Zustande Wirken zwar nur nach und nach, und diese Wirkung kommt erst, wie z, B. jetzt der Lehrermangel, später^. zum Gefühl und Bewußtsein., aber ausbleiben tan,n.sie nicht, am wenigsten innerhalb der großartigen BeWewegung,- tzie .A -unserer Zeit vorwalteL.. / Man. hat viel gestritten - ob für deü Urheber ein Eigenthumsrecht an seinem Geisteserzeugnisse bestehe, und oh aus diesem Rechte gewisse Mschränküngett für vO Verwendung des . geistigen Werkes zu Gunsten des Autors gezogen, werden/dürfen. Man hat mit wohiklingenden Phrasen behauptetdaß in einer gesellschaftlichen Welt,' wo dm. kleinste, technische..Arbeit chezahlt werden Müß^ die Schöpfungen ,bes Geistes,mt .dem WgDÜcke, wo sie hiyäus, gegebenwerhen, das freie Eigenthum aller seien, und,, daß. lKrm^nu.^WOHachen könne, Ms Ä wolle. Aln Satz, /.Druck "und IapiM^ eines Buches hat der Herausgeber ein 'unbestreitbares RechthaberÄn^ deck MW soll der Autor gar kein Recht haben. Ja, man brüstete sich Mt ejnemMoch höheren Rechte, indem manK sagte, daß^Äk'MMDst wejt^ unIKsMO wohlfeilste V'erbreitung^ ÄnsK Mtzbarem GePeswirKs eine Pflicht, gegen das Volk, gegen die' Menschheit sei, vor welcher das Recht dessen, der mit Aufwendung aller seiner geistigen Kräfte, einer langen Vorbildung und seiner besten Lebenszeit das Werk geschaffen hat, in nichts zerfließe. Von diesem und dem entgegengesetzten Extrem, welches ein Geisteswerk für ewige Zeiten zum Privateigenthum der Nachkommenschaft des Autors machen wollte, und hierbei vergaß, daß die Nation auch ein gutes Stück Anrecht auf ein Geisteserzeugniß dadurch hat, daß dasselbe doch nur mit Hülfe und auf dem Boden der nationalen Bildung-, -also, hör gauzen voraufgegangenen Geistesarbeit der Nation geschaffen worben iss —. von beiden Extrem men ist man glücklicher Wü'O zürückgekommen, und die Gesetzgebung der meisten Culturländer hat dem Autor und dem Künstlerauf einen gewissen'Zeitraum ein bestimmtes Privatrecht' auf seine Erzeugnisse zugesicherl// nach dessen Ablauf das Werk ein freies Gut wird. Bemerken wir, daß auch von äußerlicher Seite ein solches Gesetz durchaus nothwenvig ist, denn wenn'ein Verleger nicht weiß, daß das von ihm herausgegebene Werk'einen längeren Zeitraum hindurch vor Nachdruck gesichert sei, wenn er vielmehr fürchten muß, daß ihm gerade ein gutes Buch alsbald nachgedruckt werde, wird er sich auf kostspielige Unternehmungen nicht einlaffen, am wenigsten dem Autor ein nur irgend beträchtliches Honorar zahlen. Die Staaten sind aber noch, weiter gegangen und haben internationale Verträge. geschlossen, welche jedes geistige Erzeugmß vor Nachdruck und Uebersetzung schützen, selbstverständlich auf den, angedeuteten bestimmten Zeitraum. Sie geben die Nachbildung eines Werkes nur dann zu, wenn der Autor'.'seiue" «Ertaubmß dazu gegeben hat. Diese Verträge beruhen auf Gegenseitigkeit. Sicher ist es/ daß dürch diese Beschränkungen der literarische Verkehr' irrster den Völkern, durchaus nicht gelitten, daß 'derselbe sich vielmehr seitdem bedeutend erhöht hat. Es ist dies erklärlich, weil eben hierdurch dieLuchhändlerifchrn Unternehmungen von einerNatiönalliterätUr zur atideren gesicherter geworden sind. .Wir' können.hier Deutschland rühmend yervorhebdn; denn es ist bekanntdaß ungleich wenigere deutsche Schriften z, B. ms FrüÜzöstsche ' und Englische übersetzt werden,-als französische und englische ins Deutsche, so daß Deutschland durch-diese internationalen Verträge das grüße Opfer brachte, aber Mehr im Interesse der Gesämmtheit handelte. Nur Holland und Amerika machen hiervon eine Ausnahme/ und wenn es 'in Holland, doch 'iibch einen Weg giebt/ äuf welchem eine' Sicheriing erlangtwerden kann , so 'ist in Amerika die -literarische FrAbmterei Heimischauch'- keine Aussicht vorhanden, / ihr Gränzen -zss setzen. In 'Amerikas lebt der größte Thnl der Tägespresse Ukrdlglich'' von den Erzeugnissen ^des deutschen Geistes. 'Wir''haben deuIfch^BlMer z. B?riuS Chicago'in Händen PMt/mo dM-, Err-,

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