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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-30 · Heft 18 (30.4.1872) · p. Seite 355

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 18 (30.4.1872)
Date
1872-04-30
Page
Seite 355 (sequence 13)
Language
German
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darf aber nicht vergessen Werden, daß die allgemeinen Aufgaben auf jedem, Gebiete des staatlichen, Lebens, die der obersten Leitung obliegen , zu gewaltige sind, und daß speciell die jüdischen Angelegenheiten am allerwenigsten dazu angethan sind, um so ohne weiteres mittelst Cabinetsordre geregelt werden zu können. Man denke nur an dix aller Beschreibung spottenden, in jeder Hinsicht höchst traurigen Zustände, in welche die namentlich auf dem platten Lande der überfültteren Provinzen des Reiches lebenden Juden durch fremde und durch eigene Schuld allmälig verfallen sind, um eine entfernte Ahnung von der Größe und der Mannichfaltigkeit derjenigen Aufgaben zu bekommen, die nach dieser Richtung gelöst werden müssen. Am e x i k a. New-Wrk, im März. (Privatmittheil.) Die hiesige Tempetemanuelgemeinde hat voriges Jahr für eine namhafte Summe von der müllerschen Buchhandlung in Amsterdam eine etwa 4000 Bände umfassende hebräische Bibliothek, in der sich seltene Ausgaben und auch-manche Manuscripte befinden, angekaust. Die Bibliothek ist in einer geeigneten Räumlichkeit des prachtvollen Tempels aufgestellt, und steht an gewissen Tagen in der Woche zur allgemeinen Benutzung offen. Ein gelehrter Literat, Herr Heilprin, ist als Bibliothekar angestellt. Die Gemeinde beabsichtigt, die Bibliothek durch weitere Ankäufe zu erweitern. Die Zahl der prachtvollen jüdischen Gotteshäuser in hiesiger Stadt ist wieder um eines vermehrt worden, indem die böhmische Gemeinde Ahavath Chesed einen großen Tempel mit einem Kostenaufwand von 250,000 Dollars erbaut hat, die in kurzem eingeweiht werden soll. . Auch die Gemeinde Anshe Chesed, die erst vor einigen Jahren ihr Gotteshaus prachtvoll renovirt hat, steht im Begriffe einen neuen Tempel in dem oberen Stadttheile zu erbauen. Am 11. nächsten Monats feiert die hiesige Hebrew Benevolent Society ihren 50-jährigen Stiftungstag. Die Feier wird voraussichtlich eine großartige werden. Der Gouverneur unsres Staates wird einer der Festredner sein. Die Gesellschaft ist eine der ersten und größten jüdischen Wohlthätigkeitsvereine in den vereinigten Staaten. Sie zählt gegen 3000 Mitglieder. Äußer der Unterstützung, die sie armen und Roth leidenden gewährt, unterhält sie auch das jüdische Waisenhaus für 160 Waisenkinder. it ß 4M * ft g. So eben ist noch die Antwort des Fürsten Bismarck auf "die an ihn gerichtete Adresse eingegangen. Dieselbe lautet: * Berlin, den 23. April 1872. Ewr. Wohlgeboren und Ihren Herren Auftraggebern unterlasse ich nicht für die mir in der geehrten Zuschrift 6. d. Leipzig, den 14. d. M. ausgedrückten Gesinnungen des Vertrauens und der Ergebenheit meinen verbindlichen Dank auszusprechen. gez. von Bismarck. An den Vorsitzenden der constituirenden Versammlung des deutsch - israelitischen Gemeindebundes Herrn Moritz Kohner Wohlgeboren 2067 St. M. Leipzig. Antwort auf das Telegramm an Herrn Präsidenten Adv. Crsmieux. (Uebersetzt aus dem Französischen.) Die Alliance isra&ite universelle dankt dem Gemeindebund für den Ausdrück der Sympathie für sie und ihren Präsidenten. Treu ihren Statuten hat sie nicht und wird sie nicht unterlassen zu arbeiten mit den Israeliten, welchen Landes immer, die sich betheiligen an der Beschützung unterdrückter Israeliten und an der Vertheidigung der allgemeinen Interessen des Judenthuws. Ihre Mitwirkung wird eine neue Kräftigung dieses Wirkens sein. Das Centralcomit6. der Alliance isra&ite universelle. Die Antwort des Sir Moses Montefiore Bart, lautet telegraphisch und brieflich wiederholt in deutscher Sprache abgeschickt: An den wohllöblichen Ausschuß des deutsch-israelitischen Gemeindebundes in Leipzig. Hochgeehrte Herren! Empfangen Sie hiermit meinen herzlichen Dank für die fröhliche Nachricht, die Sie so freundlich wären, mir mittelst eines Telegramms heute mitzutheiten.

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