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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-30 · Heft 18 (30.4.1872) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 18 (30.4.1872)
Date
1872-04-30
Page
Seite 348 (sequence 6)
Language
German
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allg em ei ne deutsche Lehrer versammln n g erhebt die Zeitschrift >,Der israelitische Lehrer" deshalb Protest, weil - als Berathungsthema „Der Protestantenverein in Beziehung zur Schule" aufgestellt ist. Der Protest versagt dem Protestantenvereine seine Sympathien und seine Achtung nicht , er glaubt aber eine Besprechung desselben auf'der allgemeinen deutschen Lehrerversammlung nicht als berechtigt gelten lassen zu dürfen. Diese ist eine „Vereinigung aller deutschen Lehrer" ohne Unterschied der Confession; es darf mithin ein confessioneller Verein, wenn er eine freisinnige Richtung befolgt, hier nicht in den Vordergrund treten. Der Protest schließt mit folgenden Worten: „Wir protestiren als deutsche Lehrer gegen jede tendenciöse Verrückung des Standpunctes, den die deutsche Lehrerversammlung einnimmt; wir protestiren gegen die Einschmuggelung alles particularistischen, konfessionellen, exclusiven, welcher Art und welcher Farbe es auch sei. Wir bleiben treu der deutschen Schule und der allgemeinen deutschen Lehrerversammlung." Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, 18. April. (Privatmitth.) Herr M. E. Stern, der viel bekannte hebräische Schriftsteller, welcher auch mehrere Werke in Versen und in Prosa in deutscher Sprache veröffentlichte, feiert heuer sein vierzigjähriges Jubiläum als Schriftsteller. Wir zweifeln nicht daran, daß diesem verdienstvollen Manne bei dieser Gelegenheit jene Anerkennung gezollt wird, die er in vollem Maße verdient. Wie ich höre, schlagen noch einige Journale aus der hiesigen Orthodoxenbewegung Capital. Mögen Sie versichert sein, daß kein Mensch sich hier wegen derselben, außer diejenigen, welche gern die Männer von Namen und Ruf spielen möchten, Kummer macht. Etwa dreihundert Personen/ worunter beiläufig hundert sind, die gar nicht zur Gemeinde gehören und auch nie Steuer bezahlten, sind um die Bewilligung eingeschritten, eine orthodoxe Gemeinde zu bilden. Möge es ihnen wohl bekommen! Großbritannien. Bonn, 20. April. (Privatw.) Bon Sir Moses Montefiore wird uns freundlichst die Copie eines Schreibens mitgetheilt, welches im Aufträge des Grafen Granville, des englischen Mnisters des Auswärtigen, ^Herr E. Hammond cm ihn richtete. Die Bemühungen des Grafen um das Heil bedrohter unglücklicher sind um so rühmlicher, als er sie freiwillig, ohne Aufforderung von jüdischer Seite her, hat eintreten lassen. Das Schreiben lautet: „Aeußeres Amt, 12. April 1872. „Mein Herr! Da Graf Granville von den Befürchtungen unterrichtet worden ist, die man hier > zu Lande wegen der Sicherheit der Juden in den Donaufürstenthümern während des nahen Peßachfestes hegt, so hat mir Se. Herrlichkeit aufgetragen, Sie zu benachrichtigen, daß er Ihrer Majestät Agenten und Generalconsul in den Fürstenthümern telegraphisch instruirt hat, unverzüglich die Aufmerksamkeit der Regierung auf diese Angelegenheit zu lenken und ihr die Nothwendigkeit klar zu machen, daß die wirksamsten Maßregeln zum Schutze der Juden ergriffen und die Localbehörden zu solchen gezwungen werden. „Ihrer Majestät Vertreter in Paris, Berlin, St. Petersburg, Wien und Rom sind angewiesen worden, die respectiven Regierungen, bei denen sie beglaubigt sind, auf die Nützlichkeit, einen ähnlichen Weg einzuschlagen, aufmerksam zu machen. „Ich bin rc. gez. E. Hammond. „An Sir Moses Montefiore, Bart." Italien. Aus Oberitalien, 8. April. (Privatmitth.) Seit ungefähr zwei Jahren ist der Bau des Tempels der turiner Gemeinde im Stocken, da bereits 600,000 Francs, weit mehr als anfänglich die Baukosten veranschlagt waren, ausgegeben wurden, und das Gebäude erst etwa zu drei Viertel des kühnen Bauplanes hergestellt ist. Eine so lange Unterbrechung, deren Ausgang nicht abzusehen war, bestimmte endlich die Gemeindeverwaltung eine Generalversammlung der steuernden Gemeindeglieder zu berufen, in welcher der Vorstand über den Antrag berathen ließ, daß in Anbetracht der mannichfachen vergeblichen Versuche, die noch bedeutende zur Beendigung des Tempelbäues nothwendige Summe (wenigstens noch 200,000 Frcs.) aufzubringen, und bei dem Umstande, daß das unvollendete Gebäude durch längere Unterbrechung einem

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