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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-16 · Heft 16 (16.4.1872) · p. Seite 312

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 16 (16.4.1872)
Date
1872-04-16
Page
Seite 312 (sequence 12)
Language
German
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verschiedenartige Gegenstände enthält.UEs i ist diesem neuen Unternehmen, der beste Erfolg zu wünschen. ' Frankreich. . Paris, 28. März. Bei Eröffnung der heutigen Sitzung kündigte der Präsident den Tod des Herrn Leopold Javal, Deputaten der Ionne, an. Javal war ein hervorragendes Mitglied der jüdischen Gemeinde zu Paris und gehörte seit einer langen Reihe von Jahren dem gesetzgebenden Körper und der jetzigen französischen Nationalversammlung an, und zwar der Linken; denn er stand unter dem bonapartistischem Regime auf Seiten der entschiedenen Opposition. Er war auch Mitglied des Centralconsistoriums und einer der Vicepräsidenten der Alliance isra61ite universelle. Paris, 31. März. (Privatmitth.) Ein hiesiger Deutscher hat in der Rue de la boulle rouge Nr. 1 eine kleine, aber höchst angenehme und geschmackvoll verzierte Synagoge eingerichtet/ in welcher Morgens und Abends Gottesdienst stattfindet, und die für deutsche Israeliten, die hierher kommen, zur Uebung ihrer religiösen Andacht sehr geeignet ist. Gern bemerke ich, daß, obschon der Stifter ein wahrer Deutscher ist, recht viele Franzosen, auch Rabbiner, diese kleine Synagoge besuchen. Mag sie ein Mittelpunct werden, wo die nationalen Eifersüchteleien im jüdischen Bewußtsein schwinden. Italien. Aus Piemont, im März. (Privatmitth.) ist leider eine Thatsache, die nicht verschwiegen werden kann, noch soll, daß die von ihrem schweren politischen Joche befreiten Israeliten Italiens in religiöser Beziehung eine Lauheit, ja eine stumpfe Gleichgültigkeit' erweisen , die auf ihren innern Charakter keinen rühmenswerthen Schluß ziehen läßt. Es ist in d. Bl. hinlänglich das Aufhören des Rabbinerseminars in Padua besprochen worden, für welches, sobald der staatliche Zwang aufhörte, nicht blos in den lombardischvenezianischen, sondern in sämmtlichen Gemeinden Italiens die Mittel des-Unterhalts nicht mehr gefunden wurden. Ebenso ist von dem ^Ende der Talmudthora in-Rom die Rede gewesen, die jetzt aus Mangel an Mitteln leer steht. Hierzu kommt ein in piemontesischen Blättern und nun auch im Educatore Jsraelitico berichteter Vorgang. Ihr - Correspondent. aus Oberitalien sprach schon'von dem im Bau begriffenen ausgezeichneten Tempel zu Turin, der ebenso durch Kunst wie Pracht merkwürdig werden sollte. Noch ist der Bau nicht vollendet, und die Gemeinde der ehemaligen Hauptstadt Italiens, die sich in der jüngsten Zeit eher vermindert als vermehrt hat, kann die Mittel nicht aufbringen, die zur Vollendung des Baues erfordert werden. Jetzt soll nlln der Gemeindevorstand bei dem — Erzbischof Schritte gethan haben, das ganze Gebäude diesem zu verkaufen! Es ist dies gewiß in den Annalen des Judenthums unerhört.*) Persien. Bonn, 7. April. (Privatmitth.) . Der Secretär des Comits's für die nothleidenden Juden in Persien, Herr Lewis Emanuel, hat uns die folgende Zuschrift zukommen Wen. London, 4. April 1872. Herrn Dr. Philippson, Redacteur der Allg. Zeitung d. Judenthums, Bonn. Ich bin eben damit beschäftigt einen Bericht über die Verwendung der eingelaufenen Gaben abzufassen, und kann Ihnen daher heute die gewünschten Mittheilungen machen. Im ganzen erhielt unser Comits ungefähr 13,600 Pfd. Sterling, wovon 10,850 Pfd. Sterling nach Persien zur Vertheilung gesandt wurden und sich also der jetzt bestehende Saldo auf 2750 Pfd. Sterling beläuft. *) Die Arch. isr. klagen ebenso, daß die projectirten neuen Synagogen in Paris gar nicht vorwärts kommen wollen, und die Beiträge für den Theil der Kosten, welchen die jüdische Gemeinde selbst zu tragen hat, nicht fließen. Wir glauben nicht, nationaler Ueberschätzung beschuldigt werden zu können, wenn wir hierbei auf die deutschen Gemeinden Hinweisen, die, obschon sie alle Kosten des Cultus- und Gemeindewesens selbst tragen müssen, in großen und kleinen Städten die würdigsten Synagogen erbauen. So ersteht jetzt in Breslau ein Prachttempel; jüngst wurde der dritte Theil der Sitze in demselben verkauft, und dieser trug schon über 200,000 Thaler ein, mit welcher Summe die Kosten des ganzen Baues fast gedeckt sind. Die Red actio n.

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