Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1872)
- Date
- 1872-04-16
- Page
- Seite 311 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Ministerium will - die Angelegenheit lieber > >,aufsich beruhen lassen"- -esu -hat > 'kein i Wort ^dev Eütvüstüng ühev die Kränkung/i welche der-Familie Arons wider-' fahren, kein Wort der- Mißbilligung gegen die Herren Simonis und Dabelstein, welche das zü Lübz Jahre läng bestandene gute Einvernehmen zwischen Christen und Juden.; zerstört haben. Die Angelegenheit soll nunmehr auf dem Wege der Petition an den deutschen Bundesrath und an den Reichstag gelangen. - Königsberg, 3- April. Heute Vormittag um 11 Uhr fand. unter äußerst zahlreicher Betheiligung der hiesigen . Einwohnerschaft aus allen Ständen und Bekenntnissen das feierliche Leichenbegängniß des Abgeordneten Dr. med. R. Kosch statt. Nach vollendetem Trauergottesdienst in der Hauptshnagoge, wo eine Psalmodie unter Mgelbegl^itung ertönte und der Rabbiner Dr. I. Bamberger die Gedächtnißrede hielt, setzte sich vom'Trauerhause auf dem Paradeplatze aus ein' langer unabsehbarer Leichenzug in Bewegung, welcher, aus Mitgliedern des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung, der Universitätsfacultäten, der Kaufmannschaft und - der hiesigen israelitischen Gemeinde, wie aus vielen Collegen und Freunden des Verstorbenen bestehend, das Ehrengeleit hinter dem Sarge bildete, an das sich eine Reihe von etwa 30 Equipagen angeschlossen hatte. Auf dem jüdischen Friedhofe angelangt, woselbst sich Tausende von Menschen eingefunden hatten, wurde die.-Leiche unter den üblichen religiösen Feierlichkeiten zur Erde bestattet. Außer der kurzen Einsegnungsrede des Gemeindegeistlichen sprach noch am Grabe der christliche Abgeordnete Dr. Bend er-Katharinenhof, während der Königsberger Sängerverein zwei erhebende Lieder anstimmte. Rufen wir dem verewigten Menschenfreunde auch von dieser Stelle aus zu,: Itequiesvag in pace! (K. H. Z.) Oesterreichischungarische Monarchie. Preßburg, 19, März, In Folge des Verfahrens, des alten, eigentlich schon seit einem Jahre illegitimen Vorstandes bei der octrohirten Rabbinerwahl desjungen Sofer hat sich, wie wir bereits gemeldet, eine ziemliche Anzahl angesehener Gemeindemitglieder als Gemeinde;, constituirt, r, Diese, „israelitische . Religionsgemeinde Preßburg'^ beläuft sich gegenwärtig schon auf 112 Mitglieder uüd hat am IV^d/ ihre-Repräsentanz > und nuNMhr auch-' Wn- ' Vorstand - -gewählt- -i Eine Correspondenz der „Ung. jüd. W." besagt: „Ich theile Ihnen mit, daß unsere neuconstituirte Gemeinde auf inbirectc Steuern, also auch auf die Gabella vernichtet, dafür, aber, eine Classensteuer in 4 Classen ein- - geführt hat, deren niedrigste jährlich 10 fl. zahlt. Es steht jedem Mitgliede frei, sich in eine dieser Classen einzutragen; durch seine Unterschrift verpflichtet sich jeder vorläufig für 3 Jahre. Die derartig gezeichneten Beiträge machen eine so bedeutende Summe aus, -daß die Erhaltungskosten der Gemeinde reichlich gedeckt sind. Außerdem wird für Gründung eines Gemeindefon'ds^ reichlich gespendet. Gelegentlich der in Meinem vorigen Berichte erwähnten Wahlen eröffnete;Herr Bunz.l, der sich nebenbei noch zu einer jährlichen -Classensteuer von 200 fl. verpflichtet hat, mit einer Spende, von, 300 fl. den Reigen, die anderen folgten, -so daß noch während .derWahl der Gemeindefonds bereits die Höhe von 2300. fl. erreicht hat. Ueber die Beamten und Functionäre , welche die. Gemeinde an-! zustellen gedenkt, ist zur Stunde noch nichts endgiltig festgesetzt. . . Przemysl (Galizien), 3. April. (Privatmittheil.) -Hier ist die Probenummer eines neuen jüdischen Blattes : unter dem Titel „Die neue jüdische Presse" ausgegeben Morden. Sie ist in reinem deutsch, aber in hebräischen s Quadratlettern abgefaßt, und vorzugsweise den Tages-? ereignissen gewidmet. In dem Leitartikel wird zuerst die : Trauer über den Untergang des polnischen Reiches l ausgesprochen, dessen Wiedethetstellung jetzt auch durch die Franzosen undenkbar sei; für die polnische Nationalität fei eine freie Entwickelung NM in Oestreich Möglich; die bekannten polnischen Resolutionen aber! seien nur von der Herrschsucht und dem Eigennutz , einer Anzahl polnischer Wortführer erflossen, und b'e- - zweckten nichts, > als die übrige Bevölkerung, Ruthei nen, Juden und Deutsche, zu unterdrücken, /während 'doch von den fünf Millionen der galizifchen Bevölkerung nur anderthalb ' Millionen Polen seien, und - das polnische Landvolk selbst nichts von der Oberherr- . schaft der polnischen Aristokratie wissen wolle. Dieses politische Programm des neuen Blattes ist sehr klar und' einfach geschrieben. Dem Blatte ist auch ein , „Literaturblatt" in - hebräischer Sprache betzegebeN,- l welches Gedichte, Abhandlungen Und - Briefe über. 16*