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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-16 · Heft 16 (16.4.1872) · p. Seite 313

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 16 (16.4.1872)
Date
1872-04-16
Page
Seite 313 (sequence 13)
Language
German
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313 Die Rimessen wurden an den englischen Gesandten in Teheran , Herrn Charles Alison, durch Sir Moses Montefiore gesandt, und zwar mit dem ausdrücklichen Ersuchen weder rückständige Abgaben damit 'zu zahlen noch den Armen baares Geld zu geben, sondern lediglich durch die Rabbiner in den betreffenden Städten Nahrungsmittel zu vertheilen. Für die Flüchtlinge in Bagdad wurden 300 Pfd. Sterling gesandt, Pfd. Sterl. 1783. 6. 8. für Teheran und Umgegend Pfd. Sterl. 1483. 6. 8. für Shiraz und Umgegend, Pfd. Sterl. 933. 6. 8. für Buchire und Umgegend, Pfd. Sterl. 1083. 6. 8. für Jspahcm und Umgegend, Pfd. Sterl. 933. 6. 8. für Hamadatt und Umgegend, Pfd. Sterl. 933. 6. 8. für Oroomiah u. Umgegend, Pfd. Sterl. 850. für Galpadgan und -Umgegend, Pfd. Sterl. 850. für Uezd und Umgegend, Pfd. Sterl. 850. für Cashan und Umgegend, Pfd. Sterl. 850. für Demavend und Umgegend. Pfd.- Sterl. 10,850. " Die „V. Z." bringt Folgendes: „Die Hungersnoth in Persien dauert nicht nur fort, sondern nimmt immer grausigere Dimensionen an. . Von der in ihrem Gefolge nothwendig auftretenden Verwilderung giebt eine uns zur Benutzung mitgetheilte Meldung des Vertreters der indisch-europäischen Telegraphenlinie in Persien Zeugniß, welche besagt: Heute (das Datum ist nicht angegeben) wurden in Kendjon (zwischen Tauris und Teheran) 12 Mann ergriffen, die einen Menschen verzehrten. Sie haben gestanden, schon acht Menschen gegessen zu haben. Der Berichterstatter knüpft an diese Nachricht den Antrag an das Directorium der genannten Telegraphengesellschaft in London, in jener Gegend Brod an die Hungernden zu vertheilen. Auch aus anderen Theilen Persiens sind haarsträubende Nachrichten über die herrschende Noch eingelaufen. In England wird bereits seit einem halben Jahre zu einem persischen Hungersnöthfonds gesammelt und es sind viele tausend Pfd. Sterl. durch Vermittlung jener Telegraphengesellschaft vertheilt worden. Auch unsere jüdischen Mitbürger sammeln bekanntlich für ihre hungernden Glaubensgenossen in Persien. Sollte es nicht an der Zeit sein, daß jetzt hier in größerem und allgemeinerem Umfange , etwas geschähe? Vielleicht zieht die Publicirung obiger Thatsache den Anlaß und Anstoß dazu.; - Donausürstenthümer. Bukarest, 21. März. Aus Ruwänisch-Bessarabien langen massenweise Deputationen und Petitionen um Vertreibung der Juden aus jenen Landestheilen an. Die Presse unterstützt diese Agitation; die Regierung verhält sich reservirt. (D. Z.) Bukarest, 22. März. Der griechische Viceconsul Epaminondas Mauromwatts hat unter dem 27. Februar an die „Rum. Post" ein Schreiben erlassen, in welchem er jedwede Betheiligung irgend eines Mitgliedes der ^griechischen Colonie in Ismail an den Mißhandlungen der Juden in Abrede stellt, sondern den Abscheu derselben gegen solche inhumane Handlung zum Ausdruck bringt. Nach der „Rum. Post" ist gleiches aus der Mitte der dortigen jüdischen Gemeinde gemeldet worden. Wir wollen hiervon Act nehmen. Bekanntlich wurde anfangs behauptet, daß nur die russischen und griechischen Einwohner an der Judenhetze betheiligt gewesen seien, die rumänische sich aber still verhalten hätte; jetzt ergiebt sich das gerade Gegentheil. —. Während die jüngsten Nachrichten, wenigstens nach der „Rum. Post" vom 22. d. — Telegramme anderer Blätter besagen nicht dasselbe — aus Ismail u. s. w. beruhigend lauten und die Regierung die compromittirten Beamten durch andere ersetzt hat, erfahren wir mit Entrüstung einen neuen Willküract, dessen sich gewisse Gerichtsbeamte von Fokschan schuldig gemacht haben. Bekanntlich waren es die nachmals ausdrücklich wieder zurückgenommenen Aussagen des Diebes Silber, auf welche hin der Rabbiner und der Vorsteher in Ismail verhaftet wurden. Nach dreiwöchentlicher Untersuchung sprach der Untersuchungsrichter sie von jeder Schuld frei, und der aus Bukarest hingesandte Generalstaatsanwalt Borsch , der die Untersuchung noch einmal sorgfältig prüfte, bestätigte dieses Urtheil. Trotzdem, und obschon sich durchaus keine neuen Jndicien ergeben haben, ist von den fokschaner Gerichtsbeamten eine abermalige Verhaftung dieser schuldlosen Personen anbefohlen worden. Man erwartet, daß die Regierung eine solche offenbare Verhöhnung der Rechtspflege nicht gestatten wird. — Für die Unglücklichen in Ismail, Cahul und Vulkow beträgt die Sammlung in Bukarest. bereits 7438 Francs.

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