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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-02 · Heft 14 (2.4.1872) · p. Seite 276

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 14 (2.4.1872)
Date
1872-04-02
Page
Seite 276 (sequence 14)
Language
German
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' Hemd entkleidet^ und selbst im Innern der, Stadtwird' dort/ wonoch irgend?etwas^ zu'räuben' üst) 'ruhig fortlgirauLt, ohne dass eine GegenmaßreM die Rebelthat'er dävdn abhältl -Ist' doch die PlÄnderungswüth'fo weit gegangen, daß- 'sekbMer-- jüdische Friedhof nicht verschont blieb. Die Grabsteine würden' 'ausgerissen - und zertrümmert)'ünd-die Gkäber kdetartverwüstet, daßbteeinzelnen Ruhestätten von den betreffenden Familien gar' nicht mehr erkannt werden. - - Die-' Regierung hat - neue Maßregeln ergriffen,- um die' Ruhe gänzlich -herzustellen, neue' Truppen sollen nach Ismail abgesandt/und selbst ein neuer Prüftet' für diese Stadt in Aussicht genommen worden sein." Dieses „sollen" sieht mehr nach den Wünschen der Redacti'ov) MlsjiÄch Idtztz "Absichten- und Thaten der Regierung aus. 24 Dorfschaften um Ismail herum sind '-im - 'Zustande'' der -Insutrection, und - die Regierung sieht'ruhig zu: - Fürwahr-' dieses' Land und diese Regierung sind ‘ einander Werth! Wir, die wir keine Rumänen, söndern Menschen find, fragen: Wannwerden' diel Schutzmächte den 'Mgenblick gekommen glauben, diesem Treiben ein Ende zu -machen? Doch um aufrichtig'-zu sein:!Wirhalten von dem Eingreifen der Schutzmächtegerade so Vieh wie von dem der Türkei. Däs unglückliche- Land scheint bestimmt, -den Taumel-' kelchder gesellschaftlichen Auflösung bis auf die Neige zu trinken. Nach neuesten Nachrichten ist die Aufregung noch' immer - im Zunehmen und-sind bereits 52 Ortschaften insürgirk. Die Parteiblätterschreiben es den Wühlereien - russischer Agenten -zu: In Belgrad hat man dem' Rabbiner die Ohren abgeschnitten. Die rumänische Regierung - behärrt in ihrer Thatlosigkeit,. Und weder sie, noch Fürst Karl sind -der Pflichten ein-' gedenk, welche sie, wir sagen nicht der Menschheit, sondern Rumänien und Europa gegenüber übernommen haben. -' ’ Rußland. Auö Rußland, im März. Die „Ostsee-Zeitung" veröffentlicht eine Correspondenz, welche offenbar ten-- dentiösist^ und dabei' -eine craffe Unkenntniß' bezeugt,' wennsie berichtet daß die JudmUin Wilna „längere Zeit sich der kostbaren Sabbathfeier enthaltenhätten?-!! Sie liaüM: > hM Juden' in--'den russisch^ i polnischen Provinzen - wachen alle Anstrengungen, um l ihre Glaubensgenossen nngeachtet l-'des " bedeutend > er-! höhten Loskaufstzeldes in möglichst großer Zahl vom Militärdienst loszukaufen. Sie schrecken zu . diesem Zweck vor keinem Opfer zurück, undHaben in fast'allen Städten eine Verbindung unter einander dahin getroffendaß; einzelne Maaren nur von - ein und demi selben Kaufmann verkauft werden dürfen, der zugleich -Mit diesem Monopol die Verpflichtung übernimmt, j von dem dadurch erzielten größeren Gewinn einen be- ' jstimmten Procentsatz andengeMeinschastlicheWRestutenj loskäufungsfonds abzügeben: In Wilna. haben die- - reicheren Juden, um die Mittel zum Loskauf ihrer ärmeren Glaubensgenossen zu gewinnen, sich längere! Zeit freiwillig der kostspieligen SaUathsfeier enthalten (und dadurch die Ersparniß von 8000 Silberrubeln 1erzielt/' ■-.iw..; § —; Nach Übereinkunft betf Minister des Innern) und der Reichsdomänen sollen in kurzer Zeit die allgemeinen Gesetze für die Landbevölkerung auf die Acker-- ■- bau treibenden In denausgedehnt werden: - ' " - A g ch t r a g? Wien, 22. 'März. (Privätm.) Nach der letzten. Volkszählung vom 31. December 1869 befinden sich - hier, bekanntlich 40)230 jüdische Seelen. Diese sind.! folgendermaßen vertheilt: I. Bezirk (innere Stadt)? 9256; Ü. Bezirk (Leopoldstadps l'9^59) III. Bezirk; (Landstraße) 3641; IV, Bezirk. (Wieden) 1054; V. ' Bezirk (Margarethen) 994; Vl. Bezirk (Mariahilf) 1638; VII. Bez. (Neubau) 1270; Vffli Bez. (Josephstadt) 777. und IX. Bez. (Alsergrund) 1943. Die ' meisten Juden wohnen daher in der Leopoldstadt, und i in der innern Stadt. Für letztere besteht jedoch ein; Gotteshaus, welches zur Zeit seiner Erbauung für i 108 tolerirte Familien berechnet war. Es erinnert i das b'-mnb an das hiesige Hofburgtheater, welches j ursprünglich das Privattheaters-des Hofes war und - seit Kaiser. Joseph II. provisorisch dem .Publicum erj öffnet wurde. Der Vorstand wird wichlÄ Läufe der. j Zeit, daran denken müssen, deck. bestehenden Uebelstande,; daß zahlreiche Familien, die um Sitze" im Gotteshause -in der Stadt ersuchen, zurückgewiesen werden müssen,.. abzuhelfen. ' ' . , ' ' . '' . "

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