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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-04-02 · Heft 14 (2.4.1872) · p. Seite 272

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 14 (2.4.1872)
Date
1872-04-02
Page
Seite 272 (sequence 10)
Language
German
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Schulen/ Voü H.: Le e s er, israelitischem Leser. .Erste Obtheilungt 'HMäischtzr - Text. Zweite Abcheilrmg: deuitsche Uebersetzung." ^Oeynhausen, Eßmcmn, 1871.) DaS'Wrrkchenenthält in schöner typographischer- Aus- Wtüntz eine 'Mswahl 'der leichteren und.ffür -die Jugend interessanteren Stücke desersten Buches Mosis / sowie MS dem M. und .20. Eapitel des zweiten. Buches, in der ersten Abtheilung den Text, bei welchem die zusammengehörigen Wörter überall durch einen Gedankenstrich .von ' den -folgenden getrennt -sind, in der zweiten die deutsche -Uebersetzung. Die Auswahl ist mit richtigem Tacte getroffen und daher für den ersten Unterricht sehr brauchbar. -'Indessen hat der Verfasser nicht recht gethan, 'im Vorwort über den Plan, und die methodische Behandlung sich nicht, wenn auch gedrängt, auszulassen, sondern sich -auf einen Aufsatz 'im /,Israelitischen Lehrer" zu berufen, da die betreffende Nummer dieses Blattes nicht jedermann zu Händen-ist; namentlich leuchtet uns die Hinzufügung der wörtlichen 'Uebersetzung, wenn auch in Mem gesonderten Hefte, nicht recht ein, da diese dem Schüler die Sache zu bequem macht. — „Hebräisches -Sprach- und Lesebuch für den ersten Unterricht in israelitischen' Volksschulen. 5.' Aust. Neu umgearbeitet von I. Redlich. Wien, k. k. --Schulbücherverlag, ' 1871.0" r Die ausgezeichnete typographische Ausstattung dieser Fibel, welcher nach dem Lesetheil ausgewählte Gebststücke hinzugefügt sind, überflüssiger Weise auch'Mitdeutscher Uebersetzung , und - eine angemessene methodische Ordnung machen das Schriftchen sehr empfehlenswertst „Praktischer Lehrgang zur schnellen Erlernung der hebräischen Sprache nach Ahns Lehrmethode. Von Ä o se pH ® o ld b e r g e x,. Lehrer in Fünfkirchen. 1. Curs. Preßburg, H. Siebers Erben. 1871." Die "Lehrmethode, welche diese Schrift auch für die hebräische Sprache in Anwendung bringt, ist bekannt, und hat für moderne Sprachen bereits eine, große Ausdehnung, gewonnen. Ob sie auch--für alte, abgeschlossene Sprachen zutrifft, ist uns zweifelhaft. Wenigstens billigen wir es 'nicht/ daß die Lesestücke nicht , aus den classischen -Büchern der heiligen Schrift genommen, sondern vom Verfasset selbst foLrivirt sind, der. sich sogar darauf capricirt zu haben scheint, moderne Begriffe und Gegenstände zum Ausdruck zu bringen. / Vieles erscheint, uns daher M denselben sprachlich 'von zweideutiger ' Natur. Für das Studium der hebräischen Sprache ist dies durchaus nicht angemeffeti.. ' .'\V , Zri t»«gs««ch ri chtrs. Deutschland. - Berlin, 14. März. (Privatmirth.) Gestatten Sie mir, mich mit wenigen Worten auszusprechen, wenn ich in den allgemeinen Jubel über den Sieg im Herrenhause und die Durchsetzung des Schulaufsichtsgesetzes nicht ganz einstimmen kann. Die erregte öffentliche Meinung, die sich in pompösen Zeitungsartikeln und zahllosen Zustimmungsadressen kundgiebt, glaubt bereits abermals eine neue Aera von jetzt an datiren zu können -—- und doch vermag ich einen principielbe n Sieg nicht zu gewahren, undein solcher allein wäre iw Stande, nachhaltige Hoffnungen in irns zu begründen. So weit - in den eben beendeten Vorgängen -ein Sieg des deutschen Reiches über den römischen Ultramontanismus enthalten ist, erkenne ich ihn mit vollem Herzen an. Es findet eben ein Nachspiel des großen mittelalterlichen Kampfes zwischen Reich und Curie, zwischen Kaiser und Papst statt. Daß bei aller Aufstachelung des katholischen Volkes, bei allem Lärmen und Treiben der Ultramontanen der Sieg des Reiches gewiß und nicht einmal schwer zu erringen sei, konnte nicht fraglich sein , und das Verdienst des Reichskanzlers bestehr vorzugsweise in der offnen und unumwundenen Art, mit welcher er zu diesem Kampfe hervortrat , in der Einsicht , mit welcher er den Kampf wicht zu vertuschen und durch Compromiffe auszugleichen suchte , sondern erkannte, daß dies nichts helfen würde und er den Stier bei den Hörnern fassen müsse. Wer -nun aber im preußischen Staate selbst von -einem pvincipiellen Siege träumt, der irrt meiner Meinung nach gänzlich, so vielen Anschein er auch haben möchte. Dies ergibt sich ganz besonders aus dem Umstande, daß die Kämpfenden aus ganz verschiedenen Principien stritten, also über ein Princip im wesentlichen nicht entschieden werden konnte. Das preußische Ministerium verfocht nichts als ein politisches Princip, die Conservativen im Abgeordneten - wie iw Herrenhäuse nur ein kir ch - li ch es Princip — von den Ulträmontanen abgesehen, dieim Herrenhause fast gar nicht vertreten sind/ Daß das - Ministerium .principiell die -Schule von der Kirche trennen wolle, davor haben sich ja die Minister immer wieder und wieder, verwahrt; nicht blos die Kirche,

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