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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-03-26 · Heft 13 (26.3.1872) · p. Seite 261

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 13 (26.3.1872)
Date
1872-03-26
Page
Seite 261 (sequence 19)
Language
German
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261 Lönig. Wohl also denn, du kennst sie nicht die Frau, Für die du sprichst, du lobtest sonst sie minder. Denn sie ist stolz. Esther. Auf dich. Lönig. Esther. Mb Ihr nichts zu rachen. Lönig. Eifersüchtig — Esther. Herr! Die Eifersucht der Frau'n ist Liebe stets, Die Männer nur sind's auch aus Eitelkeit. Lönig. Nun denn, sie liebt mich nicht. Esther (sieht ihn rasch an und dann zu Boden). Lönig. .Hörst du, Hadaffa! Sie liebt mich nicht und hat mich nie geliebt — Was schüttelst du dein Haupt und glaubst mir nicht? Esther. Das wäre freilich schlimm. Lönig. Es ist, es ist, Hadaffa. Esther. Sonst dächt' ich, Herr — Lönig. Wie nur? Esther. Was liebenswerth — Man liebt es wohl? Esther. , Wenn zu kühn ich sptach — Lönig. Nicht kühn, nur wahr. Auch was du nicht sprachst, hoff ich, Sei wahr. Esther. Ich weiß nicht, was du meinst. Und so Noch einmal, Herr, leb' wohl. ' Lönig. Auch du, Hadaffa. (Esther ab.) Lönig (an der Mittelthüre). Haman! Haman (eintretend). Gebieter! Lönig. Wer ist dieses Mädchen? Von woher kam sie? Wer sind ihre Aeltern? Haman. Wenn du befiehlst, forscht man mit Eifer, Herr — Laß nur! Lönig. Und zürnst du noch? Lönig (ihm die Hand zum Knffe reichend). Der Zufall führt. Wie denn so oft, des Unverstandes Sache. (Auf einen Wink des Königs entfernt sich Haman durch die Mittelthüre. Esther kommt zurück.) Esther. Hier ist kein Ausgang. Reiche, Prunkgemächer Verdoppeln sich in endlos langer Reihe, Und üb'rall Diener, deren stummes Neigen Nachahmt die Einsamkeit und all' ihr Schweigen. Hier ist kein Ausgang, Herr! Auch du? Esther. Die Fürstin eben. Lönig. Und . sagst das all' mit abgewandtem Blick? Esther. Was nützt es auch? War falsch, was ich gemeint, Dann ist denn nicht zu rachen noch zu helfen. Und also will ich geh'n. Mein Oheim harrt, Schon macht ihn etwa bange mein Verweilen. Weiß ich doch kaum die Thüre, wo ich eintrat. Lönig (auf die Seitenthüre rechts zeigend). Ich denke hier.. Esther So, Herr, denn, lebe wohl! Und wenn — Lönig. Was meinst du? Ein Eingang denn! Weißt du? du warst in meinen Zimmern? Esther. - Lönig. Dünkt dir das schlimm? Und wie nun, wenn's dein Los, In eben diesen Zimmern künftig etwa — Esther (auf die Mittelthüre zeigend und darauf hingehend). Hier ist die Thür, durch die ich kam, ich seh's. Lönig (sich vor die Thür stellend). Nicht eher, bis du Rede mir gestanden! Wie nun, wenn ich dir sagte: bleib', Hadaffa, Versuch', ob du mich findest wie ich dich. Esther. Du weißt wohl, ich muß geh'n. Lönig (den Weg vertretend). Nicht eh' du sprachst.

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