Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1872)
- Date
- 1872-03-26
- Page
- Seite 253 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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eines -Bibliothekars der reichhaltigen Bibliothek der Shnagogengemeinde, und war außerdem seit 1851 von Seiten des Magistrats' als Religionslehrer der mosaischen Schülerinnen an der städtischen höheren Töchterschule angestellt. J Neben all dem beschäftigten ihn seine archäologischen Studien ununterbrochen. Unterstützt und bei immer frohem Muthe erhalten durch den reichen Segen eines überaus glücklichen Familienlebens, fand er in seinem Studirzimmer die edelste und liebste und zugleich ausschließliche Verwendung aller seiner noch verfügbaren Zeit, und begründete von hier aus seinen hohen Ruf als Alterthumsforscher, der ihn in ununterbrochenen, wissenschaftlichen und freundschaftlichen Verkehr mit fast allen Gelehrten desselben Faches in ganz Europa . 'setzte! ' ti Er stand in lebhaftem brieflichen Verkehr mit Fleischer, Nöldeke, Renan, Derenbourg, Freiherrn > .von.Maltzan, Vogüs, Herzog de Luhnes, Waddington, Wright und vielen anderen, und wurde vom preußischen Cultusminister im Jahre,1865 zum Professor ernannt. Auch auf dem Gebiete der Alterthumskunde hat Professor vr. Levy eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entfaltet. Es erschienen von ihm nach und nach folgende Schriften: Phönrcische Studien. Vier Hefte. Don Joseph Nasi, Herzog von Naxos. Eine Biographie, nach neuen Quellen dargestellt. Geschichte der jüdischen Münzen. Phönicisches Wörterbuch. Die palmyrenischen Inschriften > mit Beiträgen aus dem handschriftlichen Nachlasse von E. I. F. Baer. Siegel und Gemmen mit aramäischen, phönicischen, althebräischen, nabathäischen und altshrischen Inschriften, erklärt. Das Mesadenkmal und seine Schrift. Eine Reihe' Abhandlungen in der Zeitschrift der deutschen myrgenländischen Gesellschaft, und endlich der erste Band seiner Uebersetzung und Neubearbeitung von Munks geographischer, historischer und a,rchäologischer Beschreibung von Palästina. Der zweite Theil dieses, seines letzten größeren Werkes ist fast vollendet in der Handschrift zurückgeblieben. Am letzten Abend seines Lebens hat Levh daran arbeitendmitten: %n einem Satze die Feder für immer aus-der Hand gelegt. Ebenfalls unvollendet geblieben ist-eine. Geschichte der Schrift, an der er seit langen Jahren gearbeitet hatte , und die sein bedeutendstes Werk zu werden bestimmt war. - Ein Herzleiden, das seit einigen Jahren sich eingefunden hatte, endete unversehens die fruchtreiche Thätigkeit des edlen Mannes. Die allgemeine Hochachtung, deren der leider zu früh Heimgegangene sich zu erfreuen hatte, und die bei verschiedenen Gelegenheiten in ausgezeichneter Weise hervortrat, gründete sich im vollen Sinne des Wortes ganz und gar auf seine eigenen Perdienste als Lehrer und Gelehrter. Rechnet man hierzu die Eigenschaften des Verstorbenen , die ihm das einstimmige Zeugniß eines zuverlässigen Freundes, sorgsamen Familienvaters, biedern Charakters, und schlichten einfachen Mannes verschafften, so kann mit Zuversicht die Ueberzeugung ausgesprochen werden, daß sein Andenken in vielen Herzen noch lange fortleben wird. F. Köln, 14. März. (Privatmitth.) Für die nothleidenden Israeliten in Persien wurden hier gesammelt 1489 Thlr. 17 Sgr. Unter den Gebern befinden sich auch zwei Christen, Math. Neven mit 25 Thlrn. und Georg Schätzler mit 20 Thlrn., was immerhin erwähnenswerth ist. Oesterreichischungarische Monarchie^ Wien, iS-.- März. (Privatmitth.) In der eben beendeten Debatte über den Etat des Unterrichtsministeriums ist vom Reichsrathe die Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät mit. fortschrittlich wissenschaftlicher Tendenz, gegenüber der orthodoxen Rabbinerschule zu Preßburg, kräftigbetont worden. Die gesetzgeberischen Factoren in Oestreich sind also einig für die Herstellung einer solchen Lehranstalt, und es fragt sich daher nur, ob der Unterrichtsminister Or. Siremaier endlich an die Ausführung geht. Berathen und beschlossen ist nun genug: es muß endlich auch gethan werden. — In Preßburg hat sich wirklich eine Separatgemeinde constituirt, welcher das in der Rabbinerwahl befolgte unbillige, jedem, Rechte der Gemeindemitglieder Hohn sprechende Verfahren des Vorstandes doch zu stark war. Sie hat sich auf dem Grunde der, Congreßstatuten constituirt, und wir wollen hoffendaß sie Leben - und Energie gewinnt.- . . .. ' ' . .;'.