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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-03-26 · Heft 13 (26.3.1872) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 13 (26.3.1872)
Date
1872-03-26
Page
Seite 254 (sequence 12)
Language
German
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TepliH, im März. - (Privatmitth.) - Zu den-wohl-' thättgsten Anstalten gehören' unstreitig die Ba^ehöspitäler.-an denjenigen Orten, welche mitwirksamen HeilquKen. gesegnet 'sind. Durch sie vermag der unbemittelte Kranke , für welchen sich der ArmuLh die Krankheit zur Genossin seines Elends macht, des ersehnen - Heilmittels sich zu erfreuen. Unser berühmter Badeplatz besitzt ein solches' Badehospitäl für in- und ausländische-kranke Israeliten bereits seit 41 Jahren^ und hat: in-' diesem - Zeiträume 3400 Kranke aufgenomrnen und - verpflegt. Es besteht nur durch die' während der Saison von den israelitischen Gästen gesammelten Beiträge, wozu sich in der neueren Zeit regelmäßige Beiträge von den Cultusgemeinden in Prag, Wienlsiaudnitz- Smichow, Jungbünzläü, Böhmisch-Leipa, Horitz und Czernowitz, so wie Spenden auswärtiger - menschenfreundlicher Glaubensgenossen gesellen, so. daß das Hospital bereits einett "Fond zu sammeln im Stande Mar. Nach dem soeben erschienenen Jahresbericht über 1871 bestand am Ende des Jahres 1870 das Vermögen aus 10,796 fl. und stieg mit den Einnahmen auf 18,340 fl., wovon die Ausgaben mit 3415 fl. in Abzug kamen, so daß das Jahr 1871 mit beinahe 15,000 fl. abschloß. Möge diese kurze Darlegung die Bereitwilligkeit steigern, diese wohlthätige Anstalt zu erhalten und zu fördern. Die Vorstellung, daß der leidende und dürftige Glaubensgenosse hier freie Wohnung, Beköstigung, ärztliche Behandlung und Bäder findet, muß jedes gefühlvolle Herz zu einer- Unterstützung geneigt wachen. Großbritannien. London, 10. März. (Privatmitth.) Nach seiner letzten Veröffentlichung vom 8. März d. I. hatte das Eornits für die noth leidenden Juden in Persien bereits' 10,800 Liv. Sterl. (über 72,000 Thaler) erhalten. Wir hoffen, daß auch bald eine Kundthuung über die Verwendung dieser Summe erfolgen werde, nicht als ob die beste Berwerthung für die Nothleidenden irgend bezweifelt werden könnte, wohl aber weil dies den zahlreichen Spendern zu großer Befriedigung gereichen würde. Rußland. , Wloelawek, l1. März. .(Privatmitth.) Aus der am 7. d. durch den Kreisschulinspector Staatsrath, Dopow vörgenommenen Jnspection der hiesigenihöheren wie Elementarschulenbfe: iSraelWsche^RegieryngS--" schule,''an welcher Herr Osser als Dirigent und erster >i Lehrer wirkt, mit besonderen Ehren hervorgegangen. Kinder wie Lehrer wurden von Herrn Popow wegen ihrer Leistungen rückhaltslos belobt; von jenen sogar . t|er — zwei Knaben und: zwei Mädchen — zu außerordentlicher Auszeichnung, die in werthvollen Prämien -. bdstehen wird, notirt. Herrn Osser gegenüber äußerte sich Herr Popow u. a. dahin, daß die Regierung dem ' jüdischen Schulwesen, ihre besondere. Sorgfalt zuwende, uüd namentlich unausgesetzt auf die Beseitigung der' ' „Chedorim" bedacht . sei, die-allerdings bei den noch ' immer mangelhaften wissenschaftlichen und materiellen' ' Kräften sich nur nach.und nach vollführenlasse. Was die jüdischen Lehrer anbetreffe, so werde er es -nie an kräftigster Unterstützung, derselben nach allen'Richtungen hin fehlen lassen; auch standen ihnen zu jeder Zeit' alle nur möglichen Hilfsquellen zu eigener Belehrung'" und Fortbildung auf Kosten.der Regierung zur Ber-"- fügung. — Charakteristisch sind - die Abschiedsworte; welche Herr Popow an die Schüler und Schülerinnen der Anstalt richtete. „Unter polnischer Herrschaft", so ungefähr lauteten dieselben, Find eure Aeltern wie eure Ahnen in . der ägyptischen Sclaperei gewesen und ' aufs unwürdigste behandelt worden. Erst die russische Regierung hat die- Juden aus derselben befteit, ihnen Freiheit , und Rechte gegeben, und alle Aemter und Würden zugänglich gemacht. Seid daher fleißig und brav, werdet tüchtige Menschen.treue Unterthänen, damit ihr euch der Gnade unseres. Kaisers würdigzeigt!" Das wohlwollende, leutselige und doch -dabei - mit seinem Berufe. es.sehr ernst und streng nehmende - Wesen des Herrn .Popow machte auf die Kinder sichtlich' einen sehr freudigen Eindruck.; •;!> Am 26. d. steht uns eine seltene Feier bevor. Unser Rabbiner, Herr Caro, Verfasser des Minchas Schabos, Kol. omer kero' u. s. w. begeht an diesem Tage seine goldene Hochzeit. Wie wir hören, wird dem würdigen Jubilar die wohlverdiente Theilnahme seitens der Behörde wie der' Gemeinde nicht vorenthalten werden. — Rahbiner Caro ist der Väter des Professor I. Caro in Breslau. ' Ich freue mich. Ihnen mittheilew zu können, daß das Institut zur Förderung der israelitischen.Ltteratur - auch hier anfängt Freunde; zu gewinnen. ' Bei > dem!

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